Special Olympics National Games eröffnet

Am Dienstag, 15. Juni 2010, beginnen in Bremen die 7. Special Olympics National Games, die „Olympischen Spiele“ für Menschen mit geistiger Behinderung.

Vorfreude auf die nationalen Spiele der Menschen mit geistiger Behinderung am 15. Juni 2010 in Bremen. Foto: SOD
Vorfreude auf die nationalen Spiele der Menschen mit geistiger Behinderung am 15. Juni 2010 in Bremen. Foto: SOD

Bundesratspräsident Jens Böhrnsen, Bürgermeister von Bremen und Schirmherr der Veranstaltung, eröffnete die Spiele vor 10.000 Teilnehmern und Gästen, darunter auch Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) am Montag Abend. Am kommenden Freitag (18. Juni), dem Abschlusstag der Spiele, wird DOSB-Präsident Thomas Bach in Bremen sein.

Die deutsche Rockband „Revolverheld“ war der Überraschungsakt der Eröffnungsshow, die sich den mehr als 4.500 Athleten, darunter Gastdelegationen aus Polen und Lettland, ihren Coaches und Betreuern, den Familienangehörigen und Volunteers bot. Einer der Höhepunkte des Abends war der Auftritt der Kinder des Sportvereines Bremen 1860. Eigens für die Eröffnungsfeier kreierten sie einen Song – „in jedem von uns steckt ein Held, alle können was, kleine Athleten, große Athleten, wichtig ist der Spaß.“

SOD-Präsident Gernot Mittler hob hervor, dass es noch nie in der Geschichte der National Games so eine große Anzahl an Teilnehmer gegeben habe wie dieses Jahr – 4.500. „Wir sind auf einem guten Weg und da wollen wir auch bleiben – mit euch und für euch!“ Bundesratspräsident Böhrnsen bekräftigte die Bedeutung der Spiele: „Special Olympics sind nicht nur ein großes Sportereignis, sondern setzen auch Zeichen in die Gesellschaft hinein“, sagte er. Bernd Neumann, Staatsminister und Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, erklärte, er freue sich auf herausragende Leistungen in beiden Bereichen. Willi Lemke, Sonderberater des UN-Generalsekretärs für Sport im Dienste von Frieden und Entwicklung, betonte, dass unabhängig davon, wie die Wettbewerbe ausgingen, alle Athleten Gewinner seien.

Fußball-Nationalspieler Per Mertesacker, der gemeinsam mit den Special-Olympics-Teilnehmers Pascal Genoux und Eduard Merkel der Kampagne „In jedem von uns steckt ein Held“ das Gesicht gab, grüßte in einer Videobotschaft aus dem Trainingscamp der Nationalmannschaft in Südafrika. Der Höhepunkt der Veranstaltung bildete das olympische Zeremoniell. Die Special-Olympics-Fahne wurde von sechs Persönlichkeiten in die Halle getragen und feierlich gehisst, dann sprachen Roman Eichler, Athletensprecher Deutschland, und der Ehrenspielführer von Werder Bremen, Frank Baumann, den Special Olympics Eid „Lasst mich gewinnen, doch wenn ich nicht gewinnen kann, so lasst mich mutig mein Bestes geben.“ Das Feuer wurde auf der Bühne von Eduard Merkel und Pascal Genoux, die durch den ehemaligen Werder-Spieler Marco Bode begleitet wurden, entzündet.

Nach fast zweijähriger Vorbereitungszeit haben die Bremer ein Programm auf die Beine gestellt, das Sport, Kultur und Unterhaltung in bisher nicht gekannter Weise verbindet. Professor Hans-Jürgen Schulke, Präsident des Organisationskomitees, sagte: „Das werden ganz besonders emotionale Spiele werden.“ Man sei mit diesen Spielen in eine neue Dimension vorgestoßen. Denn eine solch große Teilnehmerzahl habe es bisher noch nicht gegeben. Rund 4.500 geistig behinderte Menschen werden sich in 20 Sportarten messen. Bei wettbewerbsfreien Veranstaltungen werden zudem noch rund 12.000 Teilnehmer erwartet.

Dabei steht aber nicht das Schneller, Höher und Weiter im Mittelpunkt, sondern der Spaß und die Genugtuung, dabei gewesen zu sein und das Beste gegeben zu haben. So soll schließlich auch das Motto „In jedem von uns steckt ein Held“ aktiv umgesetzt werden.

Ulrich Mäurer, Senator für Inneres und Sport der Hansestadt, lobte die gewaltige logistische Herausforderung, der sich die Organisatoren gestellt haben. „Die Special Olympics National Games sind natürlich keine normale Sportveranstaltung. Hier stehen die Athleten und ihre Betreuer vor einer besonderen Aufgabe.“ Zwar seien die Special Olympics noch lange nicht überall in der Bevölkerung angekommen, aber nicht zuletzt solche Veranstaltungen schärften die Wahrnehmung.

„Wir alle hoffen, dass die Menschen mit geistigen Behinderungen immer stärker gleichberechtigte Teilhabe in unserer Gesellschaft bekommen“, sagte Professor Schulke.


  • Vorfreude auf die nationalen Spiele der Menschen mit geistiger Behinderung am 15. Juni 2010 in Bremen. Foto: SOD
    Vorfreude auf die nationalen Spiele der Menschen mit geistiger Behinderung am 15. Juni 2010 in Bremen. Foto: SOD

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