Speedskater Albrecht holt erste deutsche Medaille

World Games Team Deutschland überzeugt am ersten Tag mit fünf Medaillen

Inline-Speedskater Simon Albrecht bei seiner Ehrenrunde. Foto: Georg Opperskalski
Inline-Speedskater Simon Albrecht bei seiner Ehrenrunde. Foto: Georg Opperskalski

Die Speedskater waren die Schnellsten. Und ihr Allerschnellster gewann die erste Goldmedaille für das World Games Team Deutschland am ersten Tag der Weltspiele der nichtolympischen Sportarten in Breslau. Welt- und Europameister war Simon Albrecht schon, nun hat er auch Gold im wichtigsten Wettkampf seiner Karriere ersprintet im Bahnrennen über 300 Meter. 

Seit 19 Jahren betreibe er schon diesen Sport, sagt der 22 Jahre alte Groß-Gerauer in seiner Kurzbiografie. Nach zwei Weltmeistertiteln bei den Junioren war der Welttitel vor zwei Jahren der erste große Erfolg bei den Senioren. Dass er trotz zusammengerückter Weltspitze in diesem Jahr auch überlegen Europameister wurde, zeugt nicht nur von besonderem Talent, sondern auch von einiger Nervenstärke. Die bewies er auch in Breslau, als er sich als einer von zweien im Feld nach Rang drei in der Qualifikation im Finale steigern konnte. Auf der Webseite des Verbandes DRIV hieß es zur Feier des Tages knapp: Alle Erwartungen seien schon am ersten Tag erfüllt worden. 

Bei den Frauen sprintete Laethisia Schimek (PSV Blau-Gelb Groß-Gerau) auf den fünften Platz. Am Ende fehlte knapp eine halbe Sekunde aufs Treppchen. Fahnenträgerin Mareike Thum (ERSG Darmstadt) schaffte auf ihrer schwächeren Strecke nicht den Sprung ins Finale.

Laura Beuthner feiert Gold-Coup beim Bowling

Im SkyCenter von Breslau feierte Bowlingspielerin Laura Beuthner (BSC Kraftwerk Berlin) eine faustdicke Überraschung. Ab dem ersten Wurf dominierte sie völlig überraschend das Feld, überstand die Qualifikation als Erste und ließ auch in den nächsten Runden nicht nach. Im Finale bezwang sie die US-Amerikanerin Kelly Kulick, die weltbeste Bowlingspielerin der letzten Jahre, souverän mit 2:0. "Der Erfolg ist für mich selbst sehr überraschend. Ich wollte unter die Top 16 hier kommen, aber dass ich dann als Erste die Qualifikation überstehe und dann diese guten Spielerinnen hier schlage, ist schon sehr cool", sagte Beuthner.

Bundestrainer Peter Lorenz ergänzte: "Wir haben es heute dominiert. Das war nicht zu erwarten. Die Hälfte der Spielerinnen hier sind Profis." Für die 23-Jährige Beuthner war es der größter Erfolg ihrer Karriere. Auch für die zweite deutsche Spielerin lief es zunächst sehr gut. Birgit Pöppler (Radschlag Düsseldorf) beendete die Qualifikation auf Rang drei. Im Viertelfinale gegen die spätere Silbermedaillen-Gewinnerin Kulick verlor sie jedoch denkbar knapp 1:2.

Flossen- und Rettungsschwimmer holen Medaillen, wie viele steht noch nicht fest

Der erste Tag in der Orbita-Schwimmhalle endete mit einem Misston – und mit der Ungewissheit für die deutschen Rettungsschwimmer, ob es tatsächlich bei Bronze für Jan Malkowski bleiben werde.

Der 24-Jährige aus Schloss Holte-Stuckenbrock war vor vier Jahren als Flossenschwimmer bei den World Games in Cali gestartet und erst 2014 zum Rettungsschwimmen gewechselt. In Breslau war er mit neuem World-Games-Rekord ins Finale 100 Meter Retten mit Flossen geschwommen und hatte den Sieg angepeilt. Umso größer war die Enttäuschung, dass er im Ziel hinter zwei Italienern und dem Mannschaftskollegen Kevin Lehr lag. Erst als der ursprüngliche Sieger Piroddi disqualifiziert wurde, rutschte er zumindest auf dem Bronzerang vor. Doch die Medaillen wurden am Abend noch nicht überreicht – über einen Protest der Italiener, der sehr aussichtsreich schien, sollte erst spät entschieden werden.

Bleibt es also beim überraschenden Medaillengewinn für Kevin Lahr? „Ich bin wirklich zufrieden. Mit einer Medaille hatte ich nicht mehr gerechnet. Nun schaue ich entspannt, welche es sein wird“, sagte der 26-Jährige von der DLRG Stralsund. „Gefeiert wird ohnehin erst morgen Abend. Vorher steht schließlich noch meine Hauptstrecke 100 Meter Retten mit Flossen und Gurt an.“

Die besten deutschen Flossenschwimmer waren dagegen insgesamt mit der Ausbeute von zwei Silbermedaillen sehr zufrieden. Der Rostocker Max Lauschus war zwar gekommen, um seine beiden Titel über 200 und 400 Meter von den World Games 2013 in Cali zu verteidigen. Dass es im ersten Versuch über die längere Strecke nicht ganz gelang, nahm er dennoch nicht als Misserfolg. Und die silberne Plakette des Weltrekordhalters Max Poschart hatte gar einen leicht goldenen Schimmer. Noch vor drei Tagen plagte den Athleten vom TC Nemo Plauen ein übler Magen-Darm-Infekt, in dessen Verlauf er drei Kilo abnahm. Da war Rang zwei über die Spezialstrecke 100 Meter mit der Monoflosse ein kleiner Sieg über sich selbst.

Jan Hojer holt Silber im Bouldern und hat Olympia 2020 im Blick

Morgens nach der erfolgreichen Qualifikation erklärte Jan Hojer (Alpenverein Sektion Frankfurt) noch IOC-Präsident Thomas Bach, einer Delegation des Bundesministerium des Inneren bestehend aus Gerhard Böhm, Abteilungsleiter Sport im BMI und BMI-Staatssekretär Hans-Georg Engelke sowie Dirk Schimmelpfennig, DOSB-Vorstand Leistungssport und Delegationsleiter des World Games Team Deutschland, Michael Vesper, DOSB-Vorstandsvorsitzender und Thomas Kurschilgen, stellv. Delegationsleiter des World Games Team Deutschland, die Besonderheiten seiner Sportart. Am späten Nachmittag kürte sich der Europameister zum Silbermedaillengewinner bei seiner ersten World-Games-Teilnahme. 

"Ziel war es hier eine Medaille zu gewinnen, aber meine Bouldersaison lief bislang nicht so gut, daher konnte man nicht unbedingt damit rechnen", sagte der 25-Jährige nach dem spannenden Wettkampf. Hojer hatte vor der Saison mit Blick auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, bei denen Klettern mit einem Kombi-Event aus Bouldern, Lead- und Speedklettern das erste Mal im offiziellen Programm ist, sein Training umgestellt. "Es gibt zur Zeit eigentlich nur Spezialisten, die nicht so gut in den anderen Disziplinen sind. Daher habe ich mich entschieden wieder etwas mehr Lead zu Klettern nach der Bouldersaison, was die Saison natürlich beeinflusst hat. Daher bin ich froh, dass es bei mir im Lead so gut läuft und nehme die Medaille hier bei den World Games im Bouldern als Bonus mit", sagte der 25-Jährige.

Bei den Frauen erreichte Monika Retschy (Sektion München/Oberland) das Finale, in dem sie Fünfte wurde. Alma Bestvater war in der Qualifikation gescheitert.

Korfball-Team verliert Auftakt

Das deutsche Korfball-Team hielt im ersten Vorrundenspiel gegen den Favoriten Taiwan lange gut mit. Zwischenzeitlich stand es 11:11-Unentschieden. Am Ende zog Taiwan jedoch davon und gewann 22:14.

Quelle: DOSB


  • Inline-Speedskater Simon Albrecht bei seiner Ehrenrunde. Foto: Georg Opperskalski
    Inline-Speedskater Simon Albrecht bei seiner Ehrenrunde. Foto: Georg Opperskalski
  • Siegerehrung im Bowling. Foto: Gisela Göbel
    Siegerehrung im Bowling. Foto: Gisela Göbel
  • Max Lauschus nach dem Rennen. Foto: Antje Franke
    Max Lauschus nach dem Rennen. Foto: Antje Franke
  • Jan Hojer freut sich über die erste erfolgreich absolvierte Route. Foto: DOSB
    Jan Hojer freut sich über die erste erfolgreich absolvierte Route. Foto: DOSB
  • IOC-Präsident Thomas Bach und Jan Hojer. Foto: IWGA
    IOC-Präsident Thomas Bach und Jan Hojer. Foto: IWGA
  • Boulder-Spezialist Jan Hojer erklärt (v.l.) Gerhard Böhm, Abteilungsleiter Sport im BMI und BMI-Staatssekretär Hans-Georg Engelke sowie Dirk Schimmelpfennig, DOSB-Vorstand Leistungssport und Delegationsleiter des World Games Team Deutschland, Michael Vesper, DOSB-Vorstandsvorsitzender und Thomas Kurschilgen, stellv. Delegationsleiter des World Games Team Deutschland die Besonderheiten seiner Sportart. Foto: IWGA
    Boulder-Spezialist Jan Hojer erklärt (v.l.) Gerhard Böhm, Abteilungsleiter Sport im BMI und BMI-Staatssekretär Hans-Georg Engelke sowie Dirk Schimmelpfennig, DOSB-Vorstand Leistungssport und Delegationsleiter des World Games Team Deutschland, Michael Vesper, DOSB-Vorstandsvorsitzender und Thomas Kurschilgen, stellv. Delegationsleiter des World Games Team Deutschland die Besonderheiten seiner Sportart. Foto: IWGA

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