Spiele der Athleten

Für die Sportlerinnen und Sportler boten die Olympischen Spiele in Sotschi optimale Bedingungen. Das hat nicht jeder so erwartet, so Jörg Stratmann, Chefredakteur der DOSB-Publikationen.

Der Extreme Park in Rosa Khutor bot beste Bedingungen für Snowboarder un Ski-Freestyler. Foto: picture-alliance
Der Extreme Park in Rosa Khutor bot beste Bedingungen für Snowboarder un Ski-Freestyler. Foto: picture-alliance

Ein Ziel ist auf jeden Fall erreicht. Wenn es richtig ist, dass Olympische Spiele in erster Linie für diejenigen ausgerichtet und organisiert werden, die sich qualifizieren und in den Wettkämpfen um Gold, Silber und Bronze ihr Bestes geben, dann waren die XXII. Winterspiele von Sotschi ein großer Erfolg.

Dies waren die Spiele der Athleten. Das betonte Thomas Bach, der die Sportlerperspektive des Olympiasiegers auch ins Amt als IOC-Präsident mitgenommen hat. Das war aber vor allem auch von den Sportlerinnen und Sportlern selbst zu hören, die so gute Bedingungen wie wohl niemals zuvor vorfanden. Auf kurzen Wegen, bestens organisiert und mit herzlichen Gastgebern. Das hat auch so mancher vorab selbstgewisse Kritiker verblüfft zur Kenntnis nehmen müssen.

Die deutsche Mannschaft hat sich in Sotschi gut präsentiert. Nicht überall so, wie es den vorher beschriebenen Möglichkeiten entsprach, aber auch mit verblüffenden Siegen und vielen Platzierungen, die nur einen Hauch von der Medaille entfernt waren. Das macht den Sport aus. Oder, wie Bundesinnenminister de Maizière sagte: „Es geht um Leistung. Aber Gott sei Dank kann man Medaillen nicht bestellen.“ Es wird interessant sein zu sehen, wie sich diese Ansicht in den kommenden Gesprächen zwischen Sport und Politik um künftige Förderung wiederfindet.

Es hat darüber hinaus viele weitere bemerkenswerte Geschichten gegeben, die eben nur der Sport schreibt. Die großen Dramen, in denen diesmal die Deutschen oft den tragischen Part übernahmen, aber auch die kleinen Begebenheiten am Rande: die stille, selbstverständliche Unterstützung unter Konkurrenten; der Glückwunsch, mit dem ein großer Sieger den Allerletzten seines Wettkampfes im Ziel begrüßte, oder die Hilfe, die das Serviceteam der Gastgeber den deutschen Betreuern zukommen ließ, als deren Werkzeug streikte. All das hat Mut gemacht, weil es zum Bild des olympischen Wettkampfes gehört, die Regeln der Fairness hoch hält und Gewinnern wie Verlierern ihre Würde bewahrt.

Und doch hat natürlich sogar diese Medaille zwei Seiten. Zum Beispiel Dopingfälle, die die Stimmung drücken, auch wenn sie womöglich eher dem blauäugigen Leichtsinn entspringen. Das hat die Deutsche Olympiamannschaft zu spüren bekommen. Oder zum Beispiel auch die Kritik am Gigantismus der Spiele, die den Gastgebern vorgehalten worden war. Hier wird sich noch erweisen müssen, ob der Begriff der Nachhaltigkeit, bislang ein Fremdwort für die Gastgeber, den Glanz der Spiele nicht doch noch in der Erinnerung eintrübt.

Sotschi und seine angrenzenden Skizentren bieten alle Möglichkeiten. Die Sportwelt, die 17 Tage zu Gast war, ist gespannt, ob das dauerhaft mit Leben zu füllen ist. Die Athleten würden gewiss gerne zu Wettkämpfen zurückkehren. Auch das hat nicht jeder erwartet.


  • Der Extreme Park in Rosa Khutor bot beste Bedingungen für Snowboarder un Ski-Freestyler. Foto: picture-alliance
    Der Extreme Park in Rosa Khutor bot beste Bedingungen für Snowboarder un Ski-Freestyler. Foto: picture-alliance

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