"spin" holt junge Migrantinnen in die Vereine

Den Anteil junger Frauen und Mädchen mit Migrationshintergrund in den Sportvereinen zu erhöhen, ist das Ziel der Initiative „spin – sport interkulturell“.

Die Absolventinnen der Übungsleiter-C-Ausbildung des Projektes "spin". Foto: Rüdiger Zinsel
Die Absolventinnen der Übungsleiter-C-Ausbildung des Projektes "spin". Foto: Rüdiger Zinsel

Die Sportjugend NRW hat dieses Projekt gemeinsam mit der Stiftung Mercator auf die Beine gestellt, und nun ging bereits die erste Übungsleiter-C-Ausbildung für Mädchen und junge Frauen aus Familien mit Zuwanderungsgeschichte erfolgreich zu Ende: In Oberhausen absolvierten rund 20 Teilnehmerinnen, die ihre Sportbegeisterung auf Mädchen verschiedener Nationalitäten übertragen möchten, die knapp sechsmonatige Ausbildung, die 144 Lernstunden beinhaltete. 

Begeistert von ihrer Aufgabe ist Süreyya Helvaci. Die Deutsche türkischer Herkunft ist für die Ausbildung der angehenden Übungsleiterinnen zuständig: „Unser Ziel ist es, möglichst viele Frauen dafür fit zu machen, qualifiziert Sportkurse zu leiten und Mädchen mit Migrationshintergrund an den Vereinssport heranzuführen.“ Und die Ausbilderin ist stolz auf ihre Schützlinge: „Die Teilnehmerinnen waren sehr motiviert. Ich wünsche, dass sie ihre Erfahrungen mit viel Spaß und Erfolg in die Praxis umsetzen“, hofft die 45-jährige Diplom-Sportlehrerin. Die ausgebildeten Übungsleiterinnen sollen später als Multiplikatoren dienen, sie sollen Kinder, vor allem Mädchen, aber auch deren Eltern von den vielen positiven Eigenschaften des Sports – auch im Hinblick auf die Integration in die Gesellschaft – überzeugen.

Wie wichtig das „spin“-Projekt ist, unterstrich auch Hans-Peter Schmitz, Präsidiumsmitglied des LandesSportBundes Nordrhein-Westfalen und in seiner Rolle als Integrationsbeauftragter schon beim Startschuss im Herbst des vergangenen  Jahres in Oberhausen persönlich vor Ort: „Mädchen und junge Frauen mit Migrationshintergrund sind leider nur sehr wenig im organisierten Sport vertreten. Deshalb ist es wichtig, dass das erste reale Projekt im Rahmen der ,spin‘-Initiative erfolgreich ist“. Und in den drei anderen „spin“-Städten Essen, Duisburg und Gelsenkirchen wurde das Projekt inzwischen ebenfalls gestartet. 

Im Mittelpunkt stehen die neu ausgebildeten Übungsleiterinnen, die den qualifizierten Umgang mit dem sportbegeisterten Nachwuchs gelernt haben. Die Oberhausenerinnen Rukye Kara und Leyla Akbulut gehören zu den ersten neuen Übungsleiterinnen im Rahmen des „spin“-Projekts. „Ich liebe Sport, und weil ich erste Erfahrungen mit der Betreuung ausländischer junger Frauen in einem Jugendzentrum gemacht habe, möchte ich meine Fähigkeiten jetzt auf die wichtige Arbeit im Sport ausweiten“, sagt Rukye Kara. Und Leyla Akbulut findet: „Ich glaube, ich kann ganz gut junge Leute motovieren. Deshalb möchte ich helfen, dass mehr junge Ausländerinnen Spaß am Sport finden. Ich würde das gerne zu meinem Beruf machen und mich außerdem mit Aspekten der richtigen Ernährung beschäftigen.“

Zwei Botschafterinnen setzen sich für die „spin“-Initiative ein: Seoung-Sook Park ist eine ehemalige Spitzen-Karateka, die mit sechs Jahren aus ihrer südkoreanischen Heimat nach Deutschland kam. „Damals hat mir mein Sportverein geholfen, Kontakte zu knüpfen und mich hier wohl zu fühlen“, sagt die mehrfache Landesmeisterin. Die Boxerin Pinar Yilmaz ist türkischer Herkunft und wohnt in Radevormwald. Sie unterstützt „spin“ aus Überzeugung: „Die Zusammenarbeit zwischen jungen Sportlerinnen und betreuenden Frauen ist sicherlich vertraulicher. Das hilft gerade den ausländischen Mädchen, noch mehr Spaß am Sport zu haben.“ 

Und kaum haben die jungen Frauen den Übungsleiterschein erworben, freuen sie sich schon über die nächsten Aufgaben: „Durch diese Ausbildung habe ich schon ein Angebot bekommen, hier im Internationalen Begegnungszentrum Gymnastikkurse für Frauen mit Migrationshintergrund zu leiten“, verrät die Oberhausenerin Yadigar Aydin. Und „spin“-Mitorganisatorin Serpil Kaya von der Sportjugend NRW informiert: „Wir freuen uns schon auf die nächsten Absolventinnen, die ihre Lizenzen voraussichtlich im Frühjahr erhalten werden.“


  • Die Absolventinnen der Übungsleiter-C-Ausbildung des Projektes "spin". Foto: Rüdiger Zinsel
    Die Absolventinnen der Übungsleiter-C-Ausbildung des Projektes "spin". Foto: Rüdiger Zinsel

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