Sport hilft Wunden heilen - Interview mit Katrin Merkel über die Tsunami Hilfe des NOK

Im Rahmen des Internationalen Jahrs des Sports und der Leibeserziehung fördert das Bundesministerium des Innern drei Projekte des NOK für Deutschland in vom Tsunami betroffenen Gebieten in Indonesien, Sri Lanka und Thailand. Im Interview gibt Katrin Merkel, verantwortlich für Internationale Zusammenarbeit beim NOK, einen Einblick in die momentane Situation vor Ort und die Inhalte der Hilfsprojekte.

Katrin Merkel, verantwortlich für internationale Zusammenarbeit beim NOK (alle Fotos: NOK).
Katrin Merkel, verantwortlich für internationale Zusammenarbeit beim NOK (alle Fotos: NOK).

   Das NOK koordiniert drei Projekte in den Tsunami-Gebieten in Indonesien, Sri Lanka und Thailand. Wie sieht die momentane Situation in den Katastrophengebieten aus?

 

Katrin Merkel: Zunächst würde ich unterscheiden zwischen dem Stand des Wiederaufbaus und der Situation in der Bevölkerung, d.h. der Verarbeitung der Flutkatastrophe. Der Wiederaufbau variiert nach Grad der Zerstörung und unterschiedlich starkem lokalen und internationalen Engagement der Aufbauhilfen. Der Nordwesten Indonesiens wurde beispielsweise im März dieses Jahres von einem zweiten Erdbeben heimgesucht, dort wird der Wiederaufbau sicher noch länger dauern. In Bahn Bang Sak in Thailand, dort, wo ein Teil des Projektes stattfinden soll, geht der Wiederaufbau recht gut voran, es sind bereits Häuser entstanden und bald wird mit dem Bau einer kleinen Sporthalle begonnen werden.

Die Heilung der „seelischen Wunden" dauert jedoch um Vieles länger. Und genau dabei kann der Sport behilflich sein.

 

   In Sri Lanka sollen Sportstätten errichtet werden. Was ist dort konkret geplant?

 

Katrin Merkel: Klaus Blessing wird dort als Experte den Aufbau von Sportanlagen und -geräten anleiten. Es geht darum, mit einfachen Mitteln Geräte wie Tore und Basketballkörbe zu bauen. Wie bei vorigen Projekten in anderen Ländern soll auch hier mit den Menschen vor Ort und einer lokalen Werkstatt zusammengearbeitet werden. Die Sportgeräte werden dann bei einem Sportfest eingeweiht werden.

 

   In Indonesien soll ein "Festival des Sports" in Aceh durchgeführt werden, in Thailand sind Sportspiele geplant. Welche langfristige Wirkung versprechen Sie sich dadurch?

 

Katrin Merkel: Das begrenzte Budget erlaubt leider nur Projekte von drei- bis vierwöchiger Dauer, so dass man nur punktuell helfen kann. Generell sind die Sportfeste immer nur ein Teil der Projekte. Mit der Ausbildung einheimischer SportlehrerInnen und Betreuer sollte eine gewisse Nachhaltigkeit möglich sein. Zudem hoffen wir, im nächsten Jahr an ein Projekt mit einem längeren Einsatz anknüpfen zu können. Dies ist natürlich eine Frage der zur Verfügung stehenden Mittel.

 

   Welche Erfahrungen hat das NOK in dieser Art von Katastrophenhilfe?

 

Katrin Merkel: Wir verstehen die Projekte nicht als Katastrophenhilfe. Erste Hilfe wird von anderen Organisationen geleistet. Der Sport kann dann ansetzen, wenn die elementaren Grundbedürfnisse gedeckt sind. Die Projekte sind Teil der Entwicklungszusammenarbeit des NOK, wie sie bereits seit den 60er Jahren besteht. Aus Mitteln des Auswärtigen Amts (AA) werden auch in diesem Jahr über dreißig Projekte in Ländern der Dritten Welt durchgeführt. Die für die Projekte in Südostasien ausgewählten Experten bringen umfangreiche Erfahrungen in den jeweiligen Aufgabengebieten mit. So fand Herr Blessing beim Sportstättenbau in Ost-Timor ebenfalls keine einfachen Bedingungen vor und Frau Dr. Schott wird nach Projekten in Indien und Papua-Neuguinea, ähnlich wie für die Thailand-Maßnahme, noch Ende dieses Monats ein weiteres Mal im Auftrag von AA/NOK in Papua-Neuguinea LehrerInnen und TrainerInnen fortbilden.


  • Katrin Merkel, verantwortlich für internationale Zusammenarbeit beim NOK (alle Fotos: NOK).
    Katrin Merkel, verantwortlich für internationale Zusammenarbeit beim NOK (alle Fotos: NOK).
  • Sport soll helfen, die "seelischen Wunden" zu heilen.
    Sport soll helfen, die "seelischen Wunden" zu heilen.
  • Im indonesichen Aceh soll ein Festival des Sports stattfinden.
    Im indonesichen Aceh soll ein Festival des Sports stattfinden.

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