Sport tut Deutschland gut

Berliner Manifest - überreicht am 10. April 2002 von den Repräsentanten des deutschen Sports an Bundespräsident Johannes Rau:

 

Der Sport ist

ein aktiver Bestandteil unserer Gesellschaft. Seine Mitgestaltung des sozialen Miteinanders reicht weit über das sportliche Geschehen hinaus und wirkt in unsere zwischenmenschlichen Beziehungen ebenso hinein wie in die Bildungs-, Arbeits- und Freizeitwelt und ist ein wichtiger Faktor der Ge-sundheitsförderung.

Der deutsche Sport hat nach dem Zusammenbruch eines totalitären Systems und den Schrecken des Krieges die Herausforderung angenommen, durch seine bildenden Kräfte und durch das Netzwerk seiner Vereine und Verbände am Aufbau demokratischer und zukunftsoffener Lebensformen mitzuwirken. Er trug auf seine Weise zur gesellschaftlichen Stabilität, zum wirtschaftlichen Aufschwung, zur Vollendung der Einheit, zur Integration zugewanderter Menschen und zum Zusammenwachsen Europas bei. So hat der Sport die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts in Deutschland entscheidend mitgeprägt.

Zu Beginn des dritten Millenniums ist der Sport erneut herausgefordert. Gegenüber der oft problembeladenen Globalisierung und einer sich in den Lebensformen immer stärker annähernden Weltgemeinschaft kann er mithelfen, die Identität des Einzelnen, der heimatlichen Region und des eigenen Landes zu festigen. Der deutsche Sport steht bei den gesellschaftlichen Anstrengungen zur Stärkung des Gemeinwohls auch künftig mit in der ersten Reihe. Er trägt unter anderem dazu bei, dass

• das Zusammenleben der Menschen verschiedener Herkunft gelingt,

• die Kosten vermeidbarer Krankheiten durch aktive Lebensgestaltung gesenkt werden,

• die junge Generation durch ganzheitliche Bildung auf die Zukunft vorbereitet wird,

• die alternde Gesellschaft ihre Lebensqualität nicht einbüßt,

• der Mut zur Leistung mit ihrem Gewinn für Individuum und Gesellschaft nicht verloren geht,

• freiwillige Tätigkeit für andere zur Selbstverständlichkeit wird,

• der familiäre Zusammenhalt gestärkt wird.

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, verpflichten sich der Deutsche Sportbund und seine Mitgliedsorganisationen erneut zum Engagement für das Wohl unserer Gesellschaft und starten die Kampagne "Sport tut Deutschland gut.". Mit dem Netzwerk der 88.000 Vereine, mit der Hilfe von über vier Millionen ehrenamtlich Tätigen, mit dem Handeln von 27 Millionen Mitgliedern will der organisierte Sport in Deutschland an der Sicherung der Zukunftsfähigkeit der jüngeren und am Erhalt des Lebenswerts der älteren Generation mitwirken. Er will seinen Beitrag leisten zu Lebensfreude und Integration, zur Gesundheitssicherung und Leistungsfähigkeit, zum Umweltschutz und zur Förderung des Ehrenamtes. Und er wird an anderen gesellschaftlichen Brennpunkten bei der Lösung von Problemen tatkräftig mithelfen.

Um seine Ziele zu erreichen, braucht der Sport die Partnerschaft von Politik, Wirtschaft und Kultur. So wie sich der Sport nicht aus der sozialen Wirklichkeit zurückzieht, so sind die anderen Träger unseres Gemeinwesens aufgefordert, das soziale Engagement des Sports für eine gemeinsame Zukunft zu unterstützen.


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