Sportliche Literatur-Tipps zum Welttag des Buches

Die Auswahl an Sportliteratur auf dem Büchermarkt ist riesig. Zum Welttag des Buches am heutigen 23. April haben wir eine Handvoll (fünf) herausgepickt, die uns als Lese-Tipp interessant erscheinen:

Besucher gehen über eine Treppe mit den Schriftzug «Für das Wort und die Freiheit» (#FreeTheWords) auf der Buchmesse in Leipzig im März 2017. Foto: picture-alliance
Besucher gehen über eine Treppe mit den Schriftzug «Für das Wort und die Freiheit» (#FreeTheWords) auf der Buchmesse in Leipzig im März 2017. Foto: picture-alliance

Die nachfolgenden Texte entstammen den Kurzvorstellungen der einzelnen Bücher durch die genannten Verlage. Auf eine eigene  Buchrezension haben wir verzichtet. Ausführliche Buchbesprechungen von sportbezogener Literatur erscheinen regelmäßig in den Opens external link in new windowwöchentlichen Ausgaben der DOSB-Presse.

Enzyklopädie der vergessenen Sportarten (Edward Brooke-Hitching)

Haben Sie schon einmal Auto-Polo gespielt? Oder sich im Fahnenmastsitzen versucht? Edward Brooke-Hitching hat über die Jahre zahlreiche Archive durchforstet, um herauszufinden, wie sich die Menschen früher die Zeit vertrieben haben. Dabei ist er auf Aufzeichnungen gestoßen, die von den seltsamsten, gefährlichsten und auch dümmsten Sportarten berichten, welche die Menschheit je erfunden hat.

Aus den Augen, aus dem Sinn, heißt es im Volksmund. Das gilt auch für viele Sportarten. Wer kennt heutzutage noch das Feuerwerksboxen, bei dem Ende des 19. Jahrhunderts Männer in speziell angefertigte Asbestanzüge gesteckt wurden, an denen pyrotechnische Utensilien befestigt waren. Oder das Zentrifugalkegeln, das etwa zur gleichen Zeit eine patente Lösung präsentierte, um die Freuden des Bowling in jedes Heim zu bringen, allerdings auf Kosten der Zielgenauigkeit und damit der strukturellen Unversehrtheit von Wohnzimmerwänden ... Unzählige Sportarten sind (aus gutem Grund) der Zeit zum Opfer gefallen, und doch geben sie Einblick, mit welch überbordender Fantasie und tollkühnem Mut die Menschen einst ihre Freizeit gestaltet haben. Wobei der Verfasser dringend davon abrät, die vorgestellten Sportarten selbst auszuprobieren.

(Verlagsbuchhandlung Liebeskind, 2016)

Berlin 1936: Sechzehn Tage im August (Oliver Hilmes)

Dieses Buch „ist die Geschichte eines einzigartigen Sommers“ – so steht es  im hinteren Klappentext. Es erzählt tageweise etwas von dem, was sich während der Olympischen Sommerspiele vom 1. bis 16. August 1936 an den verschiedenen Schauplätzen (also nicht nur im Olympiastadion) in der Stadt abspielte. Die „Juden verboten“-Schilder sind plötzlich verschwunden, statt des “Horst-Wessel-Lieds“ klingen Swing-Töne durch die Straßen. Berlin scheint für kurze Zeit eine ganz normale europäische Großstadt zu sein, doch im Hintergrund arbeitet das NS-Regime weiter daran, die Unterdrückung zu perfektionieren und das Land in den Krieg zu treiben. Der Leser wird u.a. mitgenommen in das Nachtleben und in Bars wie das Resi an der Jannowitzbrücke sowie die Sherbini-Bar und die Ciro-Bar oder auf die Dachterrassen des Eden-Hotels am Kurfürstendamm.

Oliver Hilmes (geb. 1971) komponiert ein Potpourri, in dem Nazigrößen, prominente Olympia-Gäste, verfolgte Berliner Juden und nicht zuletzt auch Olympia-Teilnehmer aus aller Welt mitwirken bzw. zu Wort kommen.

(Siedler Verlag, 2016)

Kulturgeschichte des Sports (Wolfgang Behringer)

Olympische Spiele sind eine Erfolgsgeschichte, die sich auch 2020 mit den 32. Spielen der Neuzeit in Tokio fortsetzen wird. Seit 776 v. Chr. wurden in Olympia die Spiele abgehalten, bis sie 393 n. Chr. verboten wurden. Aber warum wurden sie verboten? Weshalb rief man sie nach 1500 Jahren wieder ins Leben, und warum sprechen wir von Spielen und nicht von Sport?

Wolfgang Behringer eröffnet in seiner Kulturgeschichte neue Einblicke in die Geschichte des Sports. Er zeigt den jungen Kaiser Karl V. als begeisterten Tennisspieler, Heinrich VIII. von England als Sportfanatiker und den Begründer der modernen Physik, Isaac Newton, als aktiven Boxer. Die Kultur der Renaissance brachte den Bau großer Sportanlagen, denn im Florenz der Medici zog der Calcio, der Fußball zigtausende Schaulustige an. In diesem Band wird auf unterhaltsame Weise und historisch fundiert diskutiert, was Sport überhaupt ist. Warum gehört Turmspringen dazu, Sackhüpfen aber nicht? Wie steht es mit Stierkämpfen oder Motorsport? Wie kam es zum Aufstieg des Fußballs, und wie beeinflusst der Sport die Politik?

Dieses Buch liefert Sportmuffeln – "no sports" – wie Sportfans gleichermaßen verblüffende Einsichten und zeigt den menschlichen Bewegungsdrang in neuem Licht.

(Verlag C.H. Beck, 2012)

Drüben und Drüben (Jochen Schmidt / David Wagner)

Dieses Buch haben zwei junge Schriftsteller geschrieben, die fast zeitgleich (1970 bzw. 1971) geboren wurden – der eine im Westen (genauer in Andernach am Rhein), der anderen im Osten Deutschlands (genauer in Ost-Berlin). Sie erzählen über ihre Kindheit ... und damit auch über das Aufwachsen mit Bewegung, Spiel und Sport. Sie spielen in der Wohnung, im Garten, zwischen Plattenbauten oder auf Baustellen und warten darauf, dass endlich das Fernsehprogramm beginnt. Sie fahren Rad mit Freunden, klauen ihren Geschwistern Süßigkeiten und streiten sich mit ihnen auf der Rückbank des Familienautos um den besten Platz. Sie träumen von der Fußballnationalmannschaft, üben wieder nicht Klavier und hören in der Schule, "drüben" sei die Welt schlechter.

In unnachahmlich präzisen, aufeinander zugeschriebenen Erzählungen zeigen die Autoren, was die eigene Kindheit links oder rechts der innerdeutschen Grenze ausgemacht hat: Alles war politisch, aber was weiß ein Kind davon? So entsteht das deutsch-deutsche Panorama zweier Kindheiten, die sich voneinander unterscheiden und doch auch wieder nicht.

(Rowohlt Verlag, 2014)

Schritt für Schritt (Manuel Andrack)

Eine Zeitreise zu Fuß: Auf griechischen Ziegenpfaden, in Römersandalen und auf den Spuren der Fischweiber von Paris – auf rund sechzehn Touren erlebt Manuel Andrack Wendepunkte der Weltgeschichte nach. Indem er durch das Neandertal streift, wie Martin Luther gen Rom aufbricht und bei der Erkundung der »Schwedenlöcher« die Sächsische Schweiz durchquert, beleuchtet er die Bedeutung des Wanderns und seine verschiedenen Aspekte. So zeigt er bei einer Runde um den Thunersee, wo Sepp Herberger 1954 die Taktik für den Fußball-WM-Sieg entwickelte, auch, dass Gehen das Denken beflügeln kann. Anhand unterschiedlichster Themenbereiche stellt Manuel Andrack nicht nur Landschaften und Wanderziele vor, sondern marschiert humorvoll und sachkundig durch die Geschichte.

(Piper Verlag, 2016)


  • Besucher gehen über eine Treppe mit den Schriftzug «Für das Wort und die Freiheit» (#FreeTheWords) auf der Buchmesse in Leipzig im März 2017. Foto: picture-alliance
    Besucher gehen über eine Treppe mit den Schriftzug «Für das Wort und die Freiheit» (#FreeTheWords) auf der Buchmesse in Leipzig im März 2017. Foto: picture-alliance

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