Sportmediziner bestürzt über Beschluss der Kultusministerkonferenz

Die Gesellschaft für Pädiatrische Sportmedizin und die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) haben mit Bestürzung den Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 16. Oktober 2008 zur Kenntnis genommen.

Der Schulsport soll erhalten bleiben, dafür setzen sich auch die Gesellschaft für Pädiatrische Sportmedizin und die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention ein. Copyright: picture-alliance
Der Schulsport soll erhalten bleiben, dafür setzen sich auch die Gesellschaft für Pädiatrische Sportmedizin und die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention ein. Copyright: picture-alliance

In einem Brief an den Präsidenten der Kultusministerkonferenz, Henry Tesch (Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern), warnen die beiden Verbände vor den Folgen des Beschlusses. „Wir sehen in den Zielen und Ausführungen im Studienbereich ‚Ästhetische Bildung - Kunst, Musik, Bewegung’ eine erhebliche Vernachlässigung der Bedeutung von Sport in der Grundschule. Durch die Zusammenlegung von drei wichtigen Fächern, die nur in Teilbereichen angeboten werden müssen (‚praktische Umsetzung in einem Teilbereich’), besteht die große Gefahr, dass Sport nicht mehr obligater Teil der Grundschullehrerausbildung ist“, heißt es in dem Brief an Minister Tesch, auf den in einer Pressemitteilung der beiden Verbände aufmerksam gemacht wird.

In dieser Pressemitteilung wird weiter festgestellt, dass eindeutig belegt sei, dass Sport nicht nur die physische, sondern auch die psychische Gesundheit, die soziale und kognitive Kompetenz unserer Kinder verbessert. Der 2. Kinder- und Jugendsportbericht sowie der Kinder- und Jugendgesundheitsreport KiGGS (Robert-Koch-Institut) würden zwingend den Bedarf unterstreichen, Bewegung und Sport auch und insbesondere im Grundschulbereich vermehrt zu fördern. Dafür seien ausgebildete Lehrkräfte von fundamentaler Bedeutung, wie bereits zahlreiche Studien belegt haben. Untersuchungen aus Deutschland und USA würden zeigen, dass sich durch ausgebildete Sportlehrer die effektive Bewegungszeit in Sportstunden verdoppeln ließ und somit eine Ökonomisierung in der gegebenen Zeit vorlag. Die Sportärzte fordern daher die Verbesserung der Ausbildung im Bereich „Bewegung und Sport“ und regelmäßige Sportstunden für alle Schüler.

Herbert Löllgen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention: „Unsere Kinder werden immer dicker und kränker. Das wird den Staat in zehn, zwanzig Jahren viele Milliarden kosten. Mit einem einfachen, aber guten Schulsportprogramm könnte man gegen-steuern. Das wäre auch volkswirtschaftlich auf lange Sicht die preiswerteste Lösung.“ Der 1. Vorsitzende der Gesellschaft für Pädiatrische Sportmedizin, Helge Hebestreit, sagte: „Die Lebenswelten unserer Kinder haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Dadurch fehlt vielen Kindern körperliche Bewegung, die für eine gesunde körperliche und geistige Entwicklung erforderlich ist. Gerade die Schulen könnten hier einen wesentlichen Ausgleich leisten, der jedem Kind zu Gute kommt. Da ein Mehr an gutem Sportunterricht auch die schulischen Leistungen in anderen Fächern verbessert, gewinnen alle: Kinder, Eltern, und Lehrer.“


  • Der Schulsport soll erhalten bleiben, dafür setzen sich auch die Gesellschaft für Pädiatrische Sportmedizin und die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention ein. Copyright: picture-alliance
    Der Schulsport soll erhalten bleiben, dafür setzen sich auch die Gesellschaft für Pädiatrische Sportmedizin und die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention ein. Copyright: picture-alliance

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