Sportvereine hoffen auf Rückkehr zum G 9-Abitur

Das Land Niedersachsen kehrt flächendeckend zum Abitur nach 13 Jahren zurück. Das ist gut für die außerschulische Jugendarbeit, sagt Autor Friedrich Mevert.

Mit G 9 bleibt Schülerinnen und Schüler mehr Zeit für außerschulische Aktivitäten, wie z.B. im Sportverein. Foto: LSB NRW
Mit G 9 bleibt Schülerinnen und Schüler mehr Zeit für außerschulische Aktivitäten, wie z.B. im Sportverein. Foto: LSB NRW

Es bedurfte wohl nur noch eines letzten Anstoßes aus dem Sport. Nachdem in aller Öffentlichkeit bereits der Landesmusikrat, der Landeselternbeirat, die Lehrerverbände und sogar der größte und einflussreiche Arbeitgeberverband NiedersachsenMetall in einer Bildungskonferenz im Beisein des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil nachdrücklich die Rückkehr zur neunjährigen Gymnasialzeit (G 9) gefordert hatten, erhoben auch Hannovers Sportvereine in einem fünfspaltigen Zeitungsbeitrag deutlich ihre Stimmen.

Zwei Tage später erklärte Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt am 19. Februar ebenfalls in einem Zeitungsinterview, dass Niedersachsen zurückkehren werde „zum Abitur nach 13 Jahren“. Damit wolle man „weg vom Dauerstress“ bei den Schülern und die Wünsche von Eltern, Lehrern und Schülern erfüllen.

Diese Erklärung der Ministerin war wie ein Startschuss zu einer breiten Diskussion über das Thema G 8 oder G 9 in der deutschen Medienlandschaft. Sie beschäftigte sich in den folgenden Tagen ausführlich mit der Schulproblematik. In diesen Beiträgen wurde aber kaum oder nur am Rande erwähnt, wie stark gerade die Sportvereine mit ihrer Jugendarbeit und auch die weiteren Träger der außerschulischen Jugendbildung wie Kirchen, Musikorganisationen, Jugendverbände, Feuerwehren u. a. seit Jahren von den Schulreformen betroffen waren.

Dabei hat nicht zuletzt der im Auftrag des DOSB, der Landessportbünde und des Bundesinstituts für Sportwissenschaft durchgeführte Sportentwicklungsbericht 2011/2012 der Kölner Sportsoziologen um Prof. Christoph Breuer wieder aufgezeigt, dass bundesweit über 40 Prozent der befragten Vereine im „Turbo-Abitur“ eine Gefahr für die Entwicklung ihrer Vereine sehen. Lediglich in den ostdeutschen Bundesländern weichen die Vereine von diesem Bundesdurchschnitt deutlich ab, doch das hat besondere Gründe und bedürfte gesonderter Erläuterungen.

Dass in den alten Bundesländern in absehbarer Zeit eine Rückkehr zu G 9 möglich sein könnte, zeigt ein entsprechender Überblick. So hat Hessen bereits im Vorjahr den Schulen die Rückkehr zum neunjährigen Abitur freigestellt, wovon viele Gymnasien Gebrauch machten. In den vier rot-grün regierten Flächenländern gibt es in gewissem Umfang Wahlmöglichkeiten zwischen G 8 und G 9-Schulen, und in Bayern und Harnburg laufen zur Zeit Bürgerinitiativen zur Rückkehr zum G 9-System an den Gymnasien.

So können die Sportvereine im Norden, Westen und Süden der Bundesrepublik in dieser Frage für ihre künftige Entwicklung wieder hoffen, wenn auch die von einigen Ländern nach wie vor geplante Einführung von gebundenen Ganztagsschulen mit verbindlichem Nachmittagsunterricht sogar schon im Grundschulbereich für die Kinderabteilungen der Vereine ein weiteres Problem darstellen dürfte.

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier als DOSB-Blog veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.


  • Mit G 9 bleibt Schülerinnen und Schüler mehr Zeit für außerschulische Aktivitäten, wie z.B. im Sportverein. Foto: LSB NRW
    Mit G 9 bleibt Schülerinnen und Schüler mehr Zeit für außerschulische Aktivitäten, wie z.B. im Sportverein. Foto: LSB NRW

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