"Sterne des Sports" 2006: Basketballverein Weddinger Wiesel im Porträt

Am 29. Januar 2007 wurden in Berlin die Finalisten der „Sterne des Sports“ 2006 geehrt. In den kommenden Wochen stellen wir jeweils einen Finalteilnehmer mit seinem eingereichten Projekt vor.

Den Anfang macht der Basketballverein „Weddinger Wiesel“, Bundessieger und Gewinner des „Großen Stern des Sports“ in Gold. „Sterne des Sports“ ist eine Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Volksbanken Raiffeisenbanken unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler.

Basketballverein Weddinger Wiesel im sozialen Brennpunkt Berlins

Früher zählte das Ladenlokal im Wedding zu den typischen verrauchten Berliner Eckkneipen. Im April 2006 wurde hier auf Initiative des Basketballvereins Weddinger Wiesel der Sport-Jugendclub „Time-out“ eröffnet. Die Weddinger Wiesel gibt es erst seit 1998, dennoch machte der Verein schon vielfach auf beeindruckende Weise auf sich aufmerksam. Auch für die jüngsten Wiesel ist es selbstverständlich, Aufgaben im Verein zu übernehmen

Insgesamt 14 Basketballteams der Wiesel beteiligen sich am Spielbetrieb in Berlin, davon zwölf im Jugendbereich. So sind auch dreiviertel der ca. 320 Mitglieder unter 18 Jahren. Neben dem Wettkampfsport bieten die Weddinger Wiesel viele Angebote für Breitensportler, und das fängt schon im Kindesalter an. Die jüngsten Korbjäger sind gerade mal fünf Jahre alt, sie spielen in der so genannten Pampers-Gruppe. Zweidrittel der Mitglieder sind ausländischer Herkunft, sie kommen aus 15 verschiedenen Ländern. „Die unterschiedlichen Nationalitäten werden bei uns nicht thematisiert, uns verbindet das Basketballspielen“, darauf legt Karin Radtke, Sportreferentin des Vereins, Wert. „Die Regeln des Fairplays, welche auf dem Spielfeld gelten, haben bei uns auch außerhalb der Halle Bestand“, ergänzt Karin Radtke. 

Eines der Erfolgsgeheimnisse des Clubs ist die Kultur des Mithelfens, so Radtke. Dabei geht der Verein äußerst systematisch vor. Bereits ab zwölf Jahren übernehmen Kinder zum Beispiel schon kleine Aufgaben als Kampfrichter im Spielbetrieb. Ab 14 Jahren können sie als Co-Trainer, ab 15 Jahren als Schiedsrichter Verantwortung übernehmen.  

"Kultur des Mithelfens"

Mit der gelebten „Kultur des Mithelfens“ konnte auch der Wunsch nach einem eigenen Treffpunkt in die Tat umgesetzt werden. Schon lange äußerten vor allem die jugendlichen Wiesel den Wunsch, sich auch außerhalb des Trainings in einer eigenen Anlage zu treffen. Ein eigenes Vereinsheim hatten die Wiesel nicht. Alle waren sich einig, dass eine zentrale Anlaufstelle die Präsenz der Wiesel und damit der Sportart Basketball im Wedding erhöhen würde und somit auch die Eltern stärker in die Jugendarbeit des Vereins einbezogen werden könnten.  

Zugute kam den Initiatoren vor einem Jahr, dass das Brunnenviertel im Wedding zu einem „Gebiet mit besonderem Entwicklungsbedarf“ erklärt wurde und damit EU-Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“ in Anspruch genommen werden konnten. Angebote für Jugendliche sind im Brunnenviertel schon lange Mangelware.  

Eigenen Jugendclub eröffnet

Um diese Fördermittel zu erhalten, mussten zunächst bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden: der Betrieb eines selbst verwalteten Jugendcafés, eine Informationsplattform für sportinteressierte Jugendliche und offene Sportangebote. Außerdem wurde bei der Renovierung Eigenleistung verlangt. Kein Problem für die Mitarbeit gewohnten Wiesel, welche die ehemalige Eckkneipe in wenigen Monaten in einen attraktiven Jugendclub verwandelten.  

Mit den Fördergeldern, die es für 14 Monate gibt, wird auch eine Sozialarbeiterstelle für 20 Stunden pro Woche finanziert. Statt einen externen Sozialarbeiter einzustellen, decken die Wiesel-Coaches die Betreuung des Jugendclubs selbst ab. Neben vier wöchentlichen Öffnungstagen gibt es in den Sommerferien zudem ein Feriensportprogramm mit Unterstützung des Programms „Integration durch Sport“. Zu den Zielen des Jugendclubs zählt, in Zukunft beispielsweise eine Hausaufgabenbetreuung anzubieten und damit die Vereinbarkeit von Sport und Schule weiter zu erhöhen.


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