„Sterne des Sports“ 2007: Die 15 Finalisten im Porträt (7)

Am 22. Januar sind in Berlin die Finalisten der „Sterne des Sports“ 2007 für ihr gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Ihre Projekte möchten wir Ihnen näher vorstellen - diese Woche den Reiterverein an der TU Darmstadt.

Seit über 20 Jahren bietet der Verein aus Hessen heilpädagogisches Reiten für behinderte Kinder an. Dafür bekam er im Januar den „Stern des Sports“ in Gold. „Sterne des Sports“ ist eine Initiative des Deutschen  Olympischen Sportbundes und der Volksbanken Raiffeisenbanken. Seit 2006 haben Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel die Preise an die Bundessieger persönlich überreicht.  

Über 20 Jahre Engagement: Verein setzt auf heilpädagogisches Reiten 

Unbeschwertes Glück. Sich leicht wie ein Vogel fühlen und alles andere vergessen - so beschreiben behinderte Kinder und Jugendliche ihre Gefühle beim heilpädagogischen Reiten. Seit über 20 Jahren engagiert sich der Reiterverein an der TU Darmstadt in diesem Bereich: Bei den Reitstunden mit den beiden Pferden „Caruso“ und „Max“ gewinnen die behinderten Schülerinnen und Schüler Selbstvertrauen, ihr Gleichgewichtssinn wird geschult und die gesamte Muskulatur gelockert. 1985 begann die erste Schul-Partnerschaft, vor drei Jahren ist noch eine zweite Schule dazu gekommen. „Mehr schaffen wir leider nicht, auch wenn es ständig neue Anfragen gibt“, bedauert der Vorsitzende des Vereins, Dr. Volker Schultz.  Gleichzeitig ist er stolz auf die erfolgreiche Arbeit: „Das Jahr 2007 war das beste in der 53-jährigen Vereinsgeschichte, gekrönt von mehreren Auszeichnungen“, freut er sich. Für das langjährige Engagement im Bereich heilpädagogisches Reiten gab es von der Jury in Darmstadt zuerst den „Stern des Sports“ in Bronze. Auch auf Landesebene setzte das Konzept sich durch und wurde mit dem silbernen „Stern des Sports“ für den Landessieg in Hessen belohnt, bevor dann für das Finale in Berlin ein goldener „Stern des Sports“ dazu kam. Außerdem bekam der Reiterverein den Preis für das beste Schulpferdekonzept Hessens. 

Inzwischen hat sich auch ein lang gehegter Traum des Reitervereins erfüllt: Mit einem großen Fest ist am 20. April das neue Reitplatzdach auf dem Vereinsgelände eingeweiht worden. „In Zukunft können wir sogar bei Regen und Schnee mehr Reitstunden anbieten. Unsere alte kleine Reithalle reichte dafür schon lange nicht mehr aus“, sagt Schultz. Auch die Siegprämie der „Sterne des Sports“ ist in den Ausbau geflossen. Der überdachte Reitplatz gibt dem Verein die Chance, sein heilpädagogisches Angebot weiter auszubauen: Geplant sind Projekttage für Kinder mit Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom oder psychosomatischen Störungen. Durch das heilpädagogische Reiten haben viele behinderte Kinder und Jugendliche ihre Liebe zu Pferden entdeckt: Mit viel Ausdauer bereiten sie sich auf die Prüfung zum „kleinen Hufeisen“ vor. Wer sie besteht, darf danach an den regulären Reitstunden teilnehmen. Doch auch hier brauchen Pferdenarren Geduld: Weil die Nachfrage so groß ist, gibt es beim Reiterverein an der TU Darmstadt inzwischen Wartelisten. „Wer noch nie auf einem Pferd gesessen hat, muss im Schnitt ein halbes Jahr bis ein Jahr auf die erste Einzelstunde warten“, so Schultz. „Durch die „Sterne des Sports“ sind wir gerade bei uns in der Region überall bekannt geworden. Sogar große überregionale Zeitungen haben über unseren Verein und seine Arbeit berichtet“, sagt er. Dieses Medienecho ist für Schultz auch ein wichtiger Erfolg des Wettbewerbs „Sterne des Sports“. „Besonders schön finde ich, dass in jeder Runde drei Sieger ausgezeichnet werden. Sie alle rücken ins Licht der Öffentlichkeit“, macht Schultz interessierten Vereinen Mut. 

Der Reiterverein selbst wird dieses Jahr bei den „Sternen des Sports“ nicht antreten. „Schließlich haben wir im vergangenen Jahr erst gewonnen“, so Schulz. Im Rückblick hat sich für ihn vor allem der Kosten-Nutzen-Effekt ausgezahlt: „Mit relativ wenig Aufwand kann man bei den „Sternen des Sports“ viel erreichen“, fasst der Vorsitzende des Reitervereins seine Erfahrungen zusammen. Im besten Fall schafft man es nämlich mit derselben Bewerbung von der Orts- über die Landesebene bis zum Bundesfinale in Berlin.


  • DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach, Vereinsvorsitzender Dr. Volker Schultz, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Karl-Heinz Siegel von der Volksbank Darmstadt und Präsident der Bundesverbandes VR Dr. Christoph Pleister (v.l) bei der Siegerehrung.
    DOSB-Präsident Dr. Thomas Bach, Vereinsvorsitzender Dr. Volker Schultz, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Karl-Heinz Siegel von der Volksbank Darmstadt und Präsident der Bundesverbandes VR Dr. Christoph Pleister (v.l) bei der Siegerehrung.

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