Themenbericht Sportstätten: Zwei Drittel der deutschen Sportvereine nutzen kommunale Sportanlagen

Ob es sich um Basketballvereine, Gymnastikgruppen oder Schwimmclubs handelt – mehr als zwei Drittel der deutschen Sportvereine nutzen kommunale Sportanlagen zur Ausführung ihrer Angebote. Vor allem Vereine mit mehreren Sparten greifen überdurchschnittlich stark auf die kommunalen Einrichtungen zurück.

In Zukunft könnten Sportstätten jedoch zu einem zentralen Engpass der Vereinsentwicklung werden. Denn auf Grund der allgegenwärtigen Finanzprobleme der öffentlichen Hand werden seltener neue Sportstätten gebaut. Im gleichen Zuge werden die vorhandenen Sportstätten immer älter und erfordern Modernisierung und Sanierung. Vereine, die als Reaktion auf diese Entwicklung in eigene Sportanlagen investieren, gehen oftmals ein erhebliches finanzielles Risiko ein. 

Knapp 43 Prozent der Vereine in Deutschland besitzen eigene Sportanlagen. Sie stellen fast 180.000 vereinseigene Sportanlagen zur Sportversorgung der Bevölkerung bereit. Dazu zählen zum Beispiel allein 59.100 Tennisplätze, 18.000 Sportplätze für Fußball und Hockey, 10.300 Turn- und Sporthallen sowie 33.600 Vereinsheime. 

Vergleicht man die einzelnen Bundesländer, so werden deutliche regionale Unterschiede sichtbar. Der Anteil an Vereinen, die eigene Sportanlagen besitzen ist in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz überdurchschnittlich hoch. In den neuen Bundesländern einschließlich Berlin nutzen die Sportvereine dagegen überdurchschnittlich häufig kommunale Sportanlagen. 

Unterschiede werden auch bei einem Vergleich der unterschiedlichen Vereinstypen sichtbar. Teure Vereine mit wenigen Sparten sowie Großvereine verfügen wesentlich häufiger über eigene Sportanlagen als kleine Wenigspartenvereine mit einem geringen Mitgliedsbeitrag. 

Die Nutzung kommunaler Sportanlagen ist für die Vereine auch mit Gegenleistungen verbunden. Fast die Hälfte der Sportvereine muss Nutzungsgebühren für die von ihnen genutzten Sportstätten bezahlen. Über 50 Prozent der Vereine erbringen sonstige Gegenleistungen wie etwa Pflegeverantwortung oder Schlüsselgewalt. Für lediglich 30 Prozent der Vereine ist die Nutzung zumindest teilweise kostenfrei und nicht an weitere Verpflichtungen gebunden. Auch hier werden deutliche regionale Unterschiede sichtbar: Der Anteil der Vereine, die Sportstätten-Nutzungsgebühren zahlen müssen, reicht von unter 5 Prozent in Berlin bis zu über 60 Prozent in Sachsen, Bremen und im Saarland.

Die Investition in eigene Sportanlagen kann die Sportstättenprobleme der Vereine deutlich reduzieren. Sportvereine mit eigenen Anlagen haben deutlich weniger Probleme mit der zeitlichen Verfügbarkeit und Eignung der genutzten Sportanlagen. Allerdings haben Vereine mit eigenen Sportanlagen größere Probleme mit der Anzahl an Gesetzen, Verordnungen und Vorschriften sowie mit der finanziellen Situation des Vereins. Die Vereine absorbieren einen Teil des finanziellen Risikos durch höhere Monatsbeiträge und Aufnahmegebühren.

Nicht nur die öffentliche Hand sondern auch Sportbünde und –verbände unterstützen die Vereine im Bereich der Sportstätten. Die Beratungs- und Unterstützungsleistungen der Landessportbünde werden im Bereich Sportstättenmanagement durchweg als „wichtig“ oder „sehr wichtig“ angesehen. Die Befragung zeigt, dass die Vereine insbesondere mit der finanziellen Unterstützung durch die Landessportbünde bei Bau und Modernisierung von Sportstätten zufrieden sind. Insgesamt sind aus Sicht der Vereine mit eigenen Sportanlagen die Landessportbünde mit ihren Leistungen gut positioniert, so dass hier kein konkreter Änderungsbedarf besteht.


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