Traumberuf Trainer*in?

Die Trainer*innen sind Schlüsselfiguren im Sport, werden aber nicht unbedingt als solche wahrgenommen. Mit dem Projekt „TrainerInSportdeutschland“ soll sich das ändern.

Mit dem Projekt soll der Trainer*innenberuf gestärkt werden. Foto: LSB NRW/Andrea Bowinkelmann
Mit dem Projekt soll der Trainer*innenberuf gestärkt werden. Foto: LSB NRW/Andrea Bowinkelmann

Die 3000-Meter-Hindernisläuferin Gesa Felicitas Krause hat sich nach ihrer Bronzemedaille bei der Leichtathletik-WM in Doha vor einem Millionenpublikum geradezu überschwänglich bei ihrem Trainer Wolfgang Heinig bedankt: „Er ist ein Genie, was Training und Trainingsplanung angeht. Ich bin stolz, dass ich ihn als Trainer habe. Seine Kompetenz ist fantastisch. Er bringt eine unheimliche Leidenschaft für den Sport mit, so wie ich auch. Ihm möchte man Respekt entgegenbringen, weil er darauf Wert legt, was mir aber auch wichtig ist, denn ich finde eine zwischenmenschliche Beziehung soll immer auf Respekt basieren. Er ist einfach ein guter Mensch. Ohne ihn wäre ich nicht dort, wo ich jetzt bin.“ Das war beeindruckend und hat viel über eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Athletin und Trainer ausgesagt.

Es steht aber sozusagen nur für die Spitze des Eisberges: Weit unter der zumindest zeitweisen Sichtbarkeit des (Fernseh)-Spitzensports profitieren hunderttausende von Sportler*innen in den Vereinen in Sportdeutschland vom Engagement ihrer Trainer*innen, die meist im Ehrenamt dafür sorgen, dass der Wettkampf klappt, dass Sport Spaß macht, dass der Teamgedanke lebt und dass Fairness eine unbedingte Voraussetzung für ein sportliches Miteinander ist.

Die Trainer*innen sind ja die Schlüsselfiguren im Sport – aber sie werden in der Öffentlichkeit nicht unbedingt als solche wahrgenommen, auch nicht durchweg im Spitzensport. Mit dem Projekt „TrainerInSportdeutschland“ treten der DOSB und seine Mitgliedsorganisationen samt deren Unterorganisationen sowie ihm nahestehende Institutionen an, um das zu ändern. Ab sofort können Bewerbungen um Trainer*in-Projekte zum Großen und Ganzen eingereicht werden – und dass die Betroffenen, nämlich die Trainer*innen, jeweils direkt beteiligt sein sollen, versteht sich von selbst.

Denn Fakt ist, dass qualifiziere Trainer*innen auf allen Ebenen gebraucht werden. So hat sich auch die erste bereichsübergreifende DOSB-Konferenz 2016 in Hannover eine Vision mit 13 Leitzielen erarbeitet, die vor allem beinhaltet, dass bis 2026 genügend qualifizierte Trainer*innen für alle Vereine und Verbände in Sportdeutschland zur Verfügung stehen. Damit sind Bundestrainer*innen im Spitzensport ebenso gemeint wie ehrenamtliche Trainer*innen im Verein, die Kinder zunächst vor allem erst mal motivieren sollen, sich zu bewegen, ehe möglicherweise der Weg in den Wettkampfsport begleitet wird.

Eng mit diesem Ziel verknüpft sind natürlich Verbesserungen bei der Wertschätzung des Berufs in der Öffentlichkeit und bei den Rahmenbedingungen wie Bezahlung, Freizeitregelung oder eben auch bei den Engagementbedingungen für Ehrenamtliche. Auch am Stellenwert von Trainer*innen in den Vereinen und Verbänden soll gearbeitet werden. So gehen zwei der Leitziele genau in diese Richtung: Dass der DOSB und seine Mitgliedsorganisationen die Förderung von Trainer*innen als Kernaufgabe ansehen und dass Trainer*innen künftig einen stärkeren Einfluss nehmen sollen in ihrem Verband oder Verein. 

Auch das gilt für alle Ebenen, und entsprechend groß war die Vielfalt der Teilnehmenden und Themen beim Kick-Off des Projekts am Montag. Es wurde übergreifend, vom Kindswohl über den Breitensport bis zum Top-Spitzensport, diskutiert, wo die wichtigsten Stellschrauben sind, mit denen man den Zielen näherkommen kann.

Die wichtigste Erkenntnis dabei: Das Projekt lebt von der Beteiligung vieler aus allen Ebenen, die damit Verantwortung dafür übernehmen, dass man der Vision von 2016 näherkommt. Denn jedes einzelne Trainer*in-Projekt hilft, die Position der Trainer*innen zu stärken. Damit der Begriff „Traumberuf Trainer*in“ in Zukunft kein Fragezeichen mehr braucht.

(Autorin: Ulrike Spitz)

In jeder Ausgabe der DOSB-Presse, die wöchentlich erscheint, gibt es einen Kommentar zu aktuellen Themen des Sports, den wir hier veröffentlichen. Diese mit Namen gezeichneten Beiträge geben nicht unbedingt die offizielle DOSB-Meinung wieder.


  • Mit dem Projekt soll der Trainer*innenberuf gestärkt werden. Foto: LSB NRW/Andrea Bowinkelmann
    Trainer erklärt Spielern etwas mit einer Taktiktafel. Foto: LSB NRW/Andrea Bowinkelmann

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