Unentbehrliches Instrument für die Vereinsarbeit

Nicht alles läuft rund in deutschen Sportvereinen. Grundlage für Verbesserungen bietet der Sportentwicklungsbericht, wie Jörg Stratmann, Chefredakteur der DOSB-Publikationen meint.

Der Sportentwicklungsbericht zeigt die Situation deutscher Sportvereine auf. Foto: picture-alliance.
Der Sportentwicklungsbericht zeigt die Situation deutscher Sportvereine auf. Foto: picture-alliance.

Es gibt zu wenig ehrenamtliche Kräfte, was vielleicht auch am großen bürokratischen Aufwand liegt, und viele Sportanlagen sind veraltet. Es sind wahrlich keine guten Nachrichten, wenn uns die Sportvereine in Deutschland erklären, was sie am meisten plagt. Die gute Nachricht ist: Es sind immer mehr Vereine, die uns berichten, wo sie der Schuh drückt; und mit diesen Informatio-nen können wir viel besser und systematischer daran gehen, die Probleme zu beseitigen.

Der Sportentwicklungsbericht sammelt solche Fakten. Es ist wieder ein beeindruckendes Werk, das Prof. Christoph Breuer von der Deutschen Sporthochschule Köln dem Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes am Dienstag vorgelegt hat. An der Erhebung des Sportwissenschaftlers, der mittlerweile vierten, haben diesmal sogar 22.000 Vereine teilgenommen. Auch das zeigt, wie wichtig die Studie geworden ist, die das Bundesinstitut für Sportwissenschaft, die Landessportbünde und der DOSB in Auftrag gegeben haben.

Der Sportentwicklungsbericht gilt aber nicht nur als Grundlage für viele sportpolitische Entscheidungen. Vielmehr hat er sich zu einem hervorragenden Instrument der Vereinsarbeit entwickelt. Er liefert zwar auch Material und Argumente für die Diskussionen mit den Partnern in Bund und Ländern, aber ebenso fürs Management jedes Klubs. Der Sportentwicklungsbericht ist ganz allgemein aus der Vereinslandschaft nicht mehr wegzudenken.

Dabei hat die Studie, so sagte Breuer, insbesondere gezeigt, dass in der deutschen Sportlandschaft nicht alles „rosarot“ sei. Die bekannten Personalprobleme haben sich sogar „leicht verschärft“ und bedrohen manchen Verein in der Existenz. Rund 18.000 Vereine trainieren in Sportstätten, die 30 Jahre oder älter sind. Da droht schon wieder Renovierungsstau. Zudem habe, gerade mit Blick auf die Ganztagsbetreuung in den Schulen, das Problem der „Verfügbarkeit" zugenommen. Aber Breuer hat auch erfreuliche Erkenntnisse gefunden. In vielen Bereichen übernehme der Sportverein eine wichtige Wohlfahrtsproduktion, wie es der Professor nannte. Und sehr positiv bewertet er, dass immer mehr Vereine Kooperationen mit den Bildungseinrichtungen suchten. Das sind nur wenige Beispiele aus der Fülle des Materials.

Wir wiederholen uns deshalb gerne: Wer etwas verändern will, braucht zunächst einmal Fakten. Der Sportentwicklungsbericht liefert sie seit 2006 in zunehmend reichem Maße. Gut 1000 Seiten lang zeigt er zwar auch, wie groß die Probleme sind. Aber die wertvolle Faktensammlung ist die beste Basis, solide für die Zukunft zu bauen.

(Quelle: DOSB-Presse)


  • Der Sportentwicklungsbericht zeigt die Situation deutscher Sportvereine auf. Foto: picture-alliance.
    Der Sportentwicklungsbericht zeigt die Situation deutscher Sportvereine auf. Foto: picture-alliance.

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