Vesper und Bergner unterstreichen Leistungsbezug im Spitzensport

Am dritten und letzten Tag des 13. Europäischen Fairplay-Kongresses in Frankfurt/M. hat sich der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Dr. Christoph Bergner, für eine konsequente Leistungssportförderung ausgesprochen.

Hochkärätig besetzte Diskussionsrunden prägten den 13. Europäischen Fairplay-Kongress in Frankfurt am Main. Foto: Stefan Krutsch
Hochkärätig besetzte Diskussionsrunden prägten den 13. Europäischen Fairplay-Kongress in Frankfurt am Main. Foto: Stefan Krutsch

Der Politiker wies daraufhin, die deutsche Sportbewegung käme in „eine fatale Lage“, würde der Bund seine Spitzensportförderung „total zurücknehmen“.
Bergner sagte wörtlich: „Unsere Schlussfolgerung nach der Welle von Doping-Bekenntnissen und Geständnissen der letzten Monate wird nicht sein, dass wir nunmehr den Leistungsbezug wegnehmen. Dieses Kriterium muss bleiben, allerdings  weiterhin breit angelegt werden. Die Förderung kann nur unmittelbar an die Regeln des Welt-Anti-Doping-Codes bzw. des NADA-Codes gekoppelt werden.  Wir müssen allerdings stärker als bisher eine klare Anti-Doping Vorgabe in das Persönlichkeitsbild jedes einzelnen Spitzensportlers einbeziehen.“ Schon mit den ersten Ausbildungs- und Fertigungsschritten für Nachwuchsathleten müsse die olympische Erziehung mit ihren Werten des Fairplay - was eine klare Anti-Doping Haltung beinhaltet - verbindlich vermittelt werden, führte Bergner weiter aus.

Zuvor hatte die ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer, Sylvia Schenk, ein Impuls-Referat unter dem Thema „Doping – eine  Existenzfrage des Sports?“ gehalten. Die Rechtsanwältin aus Frankfurt am Main sagte wörtlich: „Im Sport hat die Manipulation - auch Doping - eine lange Tradition. Ohne  Doping wird es keinen Sport geben, keine Gesellschaft wird jemals ohne Verbrechen leben können. Doch  Fair-Play gibt dem Sport klare Regeln.“

Bereits am Vortag hatte DOSB-Generaldirektor Michael Vesper die „Null-Toleranz-Politik“ des organisierten Deutschen Sports unterstrichen und auf die Zehn-Punkte-Erklärung der DOSB-Mitgliederversammlung im Dezember 2006 in Weimar verwiesen. Vesper unterstrich, dass die Olympia-Qualifikationsnormen für Peking 2008  mit dem Kriterium „begründete Endkampf-Chance“ verbindlich, allerdings kein Dogma seien: „Wenn wir die Hürden so absenken würden, dass deutsche Athleten mitführen, die in sämtlichen Vorentscheidungen ausschieden und keine erreichte die Endkampf-Chance, dann wäre ja ´Reiseunternehmen Olympia` noch die freundlichste Schlagzeile, die uns entgegengehalten würde. Nein, wir müssen uns schon erfolgsorientiert unsere Mannschaft zusammenstellen. Das tun wir, aber wir tun es so, dass es auch erreichbar ist.“

Am dreitägigen Kongress, der von der Deutschen Olympischen Akademie im Deutschen Olympischen Sportbund organisiert wird, nehmen über 300 Vertreter aus Sport, Politik und Wissenschaft teil. Parallel dazu findet ebenfalls in Frankfurt am Main der 2. Europäische Jugend-Fairplay-Kongress statt. 35 Jugendliche aus 15 Nationen konzentrierten sich auf die Themen Anti-Doping, Anti-Diskriminierung und Dialog der Generationen und bringen ihre Resultate in den Hauptkongress mit ein.


  • Hochkärätig besetzte Diskussionsrunden prägten den 13. Europäischen Fairplay-Kongress in Frankfurt am Main. Foto: Stefan Krutsch
    Hochkärätig besetzte Diskussionsrunden prägten den 13. Europäischen Fairplay-Kongress in Frankfurt am Main. Foto: Stefan Krutsch

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