Wie unparteiisch sind die Unparteiischen?

Schiedsrichter standen kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Südkorea und Japan im Mittelpunkt einer Diskussionsveranstaltung in Berlin

Bericht von einer Podiumsdiskussion am Deutschen Olympischen Institut

Irrren ist menschlich. Und auch Schiedsrichter sind keine höheren Wesen. Darauf verwies der langjährige FIFA- und WM-Schiedsrichter Siegfried Kirschen gestern im Rahmen einer Podiumsdiskussion im Deutschen Olympischen Institut.

 

Entscheidend sei nur, wie man mit Fehlern umgehe. Es bedürfe schon einer gefestigten Persönlichkeit, bestätigte auch der bekannte Berliner Referee Lutz Michael Fröhlich, um dem Druck standzuhalten, der durch die zunehmende Aufmerksamkeit der Medien erhöht wird.

 

Über die Möglichkeiten aktiver und gezielter Stressbewältigung referierte der Stuttgarter Sportpsychologe Ralf Brand, der mit der ersten umfassenden Untersuchung zum Thema promovierte und damit einem erstaunlichen Defizit der Fachliteratur begegnete. Im übrigen kann er auf eigene Erfahrungen aus der Basketball-Bundesliga zurückgreifen. Denn nicht nur im Fußball sehen sich die Unparteiischen mit aufbrausenden Trainern und uneinsichtigen Spielerinnen und Spielern konfrontiert.

 

Eishockey-Legende Lorenz Funk führte den auch in seiner Sportart bisweilen mangelnden Respekt vor den Spielleitern darauf zurück, dass man sich "zu gut kenne".

 

Relativiert wurden Klagen freilich durch den Hinweis auf die unteren Ligen, in denen die Schiedsrichter abseits aller Fernsehkameras oft einen weit schwereren Stand haben.

 

Vielleicht kein Patentrezept, doch durchaus bedenkenswert erscheint eine Empfehlung von Inka Müller, die kürzlich beim Pokalendspiel der Damen assistierte und bis zur Oberliga auch die Herren Fußballer nach ihrer Pfeife tanzen lässt. Sie versucht es schon einmal mit einem Lächeln statt einer gelben oder roten Karte.

 

 


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