Willi-Daume-Stipendium 2002 an Kunsthistorikerin vergeben

NOK-Präsident Tröger übergab am 24. August in Wiesbaden die Urkunde für das Willi-Daume-Stipendium 2002 an die Coburger Kunsthistorikerin Cornelia Stegner

Dissertation über Olympische Dörfer als „städtebauliche Erscheinung“.

Von einem „Dorf“ zu reden, verbietet sich eigentlich, wenn die Unterkunft der Athletinnen und Athleten bei den Olympischen Spielen gemeint ist. Schließlich handelt es sich längst um ein Massenquartier in den Dimensionen einer Kleinstadt. Möglichst alle Aktiven unter einem Dach unterzubringen, entspricht einer 1924 begründeten Tradition sowie dem Gedanken, einen geschützten Raum der Begegnung zu schaffen. Für die Bewohner, gleichsam Kurzzeit-Mieter, ist der Aufenthalt ein prägendes Erlebnis, während er vor allem von solchen, die nicht auf Rekorde und Medaillen hoffen dürfen, oft als der eigentliche Gewinn ihrer Teilnahme dargestellt wird.

Im übrigen ist die Geschichte der „Olympischen Dörfer“ auch insofern ein span-nendes Thema, als sich darin die Entwicklung des Großsportfestes des 20. Jahrhunderts zum Mega-Event unserer Zeit spiegelt. Ganz abgesehen davon, dass es sich nicht zuletzt auch in städtebaulicher und architektonischer Hinsicht um eine Dokumentation der Zeitgeschichte handelt. Gerade der letztgenannte Aspekt steht im Mittelpunkt des Interesses der Coburger Kunsthistorikerin Cornelia Stegner, deren Dissertationsvorhaben nun mit dem Willi-Daume-Stipendium gefördert wird. Wenn die Coburger Kunsthistorikerin aus einer Reihe qualifizierter Mitbewerber/innen ausgewählt wurde, dürfte sie dies als Chance und Verpflichtung zugleich verstehen.

Das seit 1994 vergebene Stipendium geht auf eine Stiftung des NOK für Deutschland zurück, das aus Anlass des 80. Geburtstages seines langjährigen Präsidenten, im Mai 1993, immerhin 100.000 DM zur Verfügung stellte. Aus diesem Fond werden, ganz im Sinne des 1996 verstorbenen Daume, wissenschaftlich und/oder künstlerisch anspruchsvolle Forschungsprojekte mit olympischem Bezug in einer Höhe von jährlich bis zu 10.000 DM bzw. 5.000 Euro gefördert. Über die Vergabe entscheidet das Direktorium des Deutschen Olympischen Instituts (DOI) in Berlin. Die Mittel sind zweckgebunden und dienen vorwiegend einem längeren Aufenthalt am DOI sowie auswärtigen Recherchen. Auf diese Weise unterstützt, sind einige hervorragende Studien zu ganz unterschiedlichen Themen entstanden.

Eine besondere Motivation für die diesjährige Preisträgerin, die in Bamberg im Hauptfach Kunstgeschichte sowie Denkmalpflege und Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit studierte, mag aus dem Erfolg ihrer Vorgängerin, Megumi Massaki-Hechler, erwachsen. Die Frankfurter Pianistin beschäftigte sich nicht nur theoretisch mit der Verbindung von Sport und Musik, sondern dokumentierte diese auch in einigen viel beachteten Konzerten, unter anderem mit dem Leipziger Gewandhausorchester.

Die offizielle Auszeichnung von Cornelia Stegner erfolgte am 24. August in Wiesbaden am Rande des IOC-Forums „Education through Sport“. Die Urkunde überreichte NOK-Präsident Walther Tröger. Nähere Auskünfte telefonisch beim DOI: 030/8050030.

 



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