Zur Situation der Sportvereine in Deutschland (Teil 6)

Diese achtteilige Serie informiert über das Wichtigste aus dem Sportentwicklungsbericht "Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland".

 

Vor rund einen halbem Jahr ist der Sportentwicklungsbericht in Buchform erschienen. In den kommenden Wochen werden wichtige Inhalte des knapp 700 Seiten umfassenden Werkes aus der „roten“ Reihe des Bundesinstituts für Sportwissenschaft vorgestellt.  

Ehrenamtliche Mitarbeit ist nach wie vor die tragende Säule des deutschen Sportsystems. Dieses Bekenntnis wird durch die Ergebnisse des Sportentwicklungsberichtes dahingehend untermauert, dass die Sportvereine z.B. in den kommerziellen Fitnessstudios keine Vorbilder sehen, sondern diese vielmehr davon abgrenzen, indem sie die eigenen Werte und Leitbilder bekräftigen. Gleichwohl wird die Gewinnung und Einbindung von ehrenamtlichen Mitarbeitern als ein sehr bedeutsames Problemfeld für die Zukunft  jeden Sportvereins eingestuft. 

Die Studie kommt auch zu dem Ergebnis, dass es zukünftig neue Anpassungsnotwendigkeiten zwischen bezahlter Arbeit und ehrenamtlichem Engagement geben muss. Das „alte“ Prinzip Solidarität muss zunehmend mit dem „neuen“ Steuerungsmedium Geld - je nach Vereinstyp bzw. Angebotsstruktur - synchronisiert werden. Dennoch unterscheiden sich Sportvereine eklatant von Wohlfahrtsverbänden: Im Vergleich ist in den Sportvereinen  echte hauptamtliche Tätigkeit in ihrer Vollform (noch) relativ selten. Die Sportvereine werden jedoch ausdrücklich aufgefordert, mindestens ermutigt, neue Wege zu gehen, um zeitgemäße Formen des ehrenamtlichen Engagements für sich zu entwickeln und so ggf. das „alte“ Ehrenamt umzustrukturieren. 

Im Resümee wird sogar nochmals darauf verwiesen, dass die Idee der Ehrenamtlichkeit in den deutschen Sportorganisationen aktuell „unumstritten“ und „offenkundig sehr robust“ und „erstaunlich eindeutig und klar“ existent ist. 

Die Macher der Studie haben in ihrer repräsentativen Befragung auch versucht, die Vereinsphilosophie zu erfassen. Die interviewten Vereinsvertreter haben die Bedeutung vorgelegter Statements so eingeschätzt: Den höchsten Wert der Zustimmung erhielten „Fair Play oder Toleranz vermitteln“ (Wert 4,56 auf einer Skala von 5 bis 1 als niedrigsten Wert), gefolgt von: „Eine preiswerte Möglichkeit zum Sporttreiben bieten“ (4,47), „Sich stark in der Jugendarbeit engagieren“ (4,28), „Viel Wert auf Gemeinschaft und Geselligkeit legen“ (4,26) und „Auf die Qualität des Sportangebots achten“ (4,21).  

Christoph Breuer (Hrsg.): Sportentwicklungsbericht 2005/2006. Analyse zur Situation der Sportvereine in Deutschland. (Köln: Sportverlag Strauß 2007. Wissenschaftliche Berichte und Materialien des Bundesinstituts für Sportwissenschaft 2007/02. 694 S.; 46 Euro)



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