Zwei starke Frauen mit DOSB-Gleichstellungspreis ausgezeichnet

Ehrung auch Wertschätzung für das Programm „Integration durch Sport“

Der alljährlich bei der Frauen-Vollversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds vergebene Gleichstellungspreis ging in diesem Jahr an zwei Frauen mit Migrationshintergrund, deren Werdegang eng mit dem Programm „Integration durch Sport“ verbunden ist.

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, Steffi Lamers vom LSB Brandenburg, DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers, Preisträgerin Ece Bas, Ministerpräsident Rheinland-Pfalz Kurt Beck, Preisträgerin Larissa Markus, Präsidentin des LSB Rheinland-Pfalz Karin Augustin und Günter Beck, Bürgermeister der Stadt Mainz (v.l.). Foto: DOSB/Obernolte
DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, Steffi Lamers vom LSB Brandenburg, DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers, Preisträgerin Ece Bas, Ministerpräsident Rheinland-Pfalz Kurt Beck, Preisträgerin Larissa Markus, Präsidentin des LSB Rheinland-Pfalz Karin Augustin und Günter Beck, Bürgermeister der Stadt Mainz (v.l.). Foto: DOSB/Obernolte

Die Preisträgerinnen Larissa Markus und Ece Bas haben sich für die Integration von Frauen mit Zuwanderungsgeschichte stark gemacht. Sie gelten als Vorbilder und ihre Lebensläufe sind Inspiration für andere engagierte Frauen mit Migrationshintergrund.

„Als ich vor Jahren in Deutschland ehrenamtlich im Sport angefangen habe, hätte ich nie gedacht, dass es soweit gehen würde, dass ich einmal so einen Preis erhalte“, staunt Larissa Markus über die ihre zuteil gewordene Ehrung. Angefangen hat alles im Landesaufnahmeheim für Aussiedler im brandenburgischen Peitz. „Ich war gerade einmal zwei Tage in Deutschland, da fragte mich der Regionalkoordinator von ‚Integration durch Sport’ in Brandenburg, Bernd Schädel, ob ich mich in der Brandenburgischen Sportjugend engagieren möchte“, erzählt Larissa Markus. Nach kurzer Bedenkzeit willigte die ehemalige kasachische Eiskunstlaufmeisterin ein und startete durch. Ihre Biografie ist zu 100 Prozent ‚Integration durch Sport“.

Nachdem sie zunächst als Übungsleiterin einer Volleyballherrenmannschaft tätig war, rief Larissa Markus 2001 das Projekt „Inline-Skating von Migrantinnen für Migrantinnen“ ins Leben. Dieses hat sie als Projekt- und Übungsleiterin über viele Jahre hinweg in Lübben und Umkreis entwickelt. Das zentrale Anliegen dieses Projektes von „Integration durch Sport“ ist es, Migrantinnen für das Ehrenamt im Sport zu gewinnen und sie dahingehend zu fördern, dass sie in der Folge selbst für die Zielgruppe der Frauen eintreten. Es ist Larissa Markus gelungen, mehrere Frauen von den ersten Schritten auf Inline-Skates bis in die Vereinsvorstände zu führen“, berichtet Uwe Koch, Landeskoordinator von „Integration durch Sport“ in Brandenburg. „So ist eine Leiterin einer Inline-Skating-Gruppe heute im Vorstand des Vereins Neptun 08 Finsterwalde und eine weitere im Vorstand des Boxrings 08 Lübben. Larissa Markus selbst ist inzwischen Regionalkoordinatorin für das Programm ‚Integration durch Sport’ in Brandenburg.“

Auch Nachwuchs geehrt

In einer zweiten Kategorie wurde ein Nachwuchspreis für Kandidatinnen bis 27 Jahre vergeben. Dieser ging an Ece Bas, eine 18-jährige Mainzerin mit türkischen Wurzeln. Sie ist als freiwillig Engagierte im Programm „Integration durch Sport“ beteiligt und unterrichtet Hip-Hop-Tanz im Sportverein SV Goethe. Sie kümmert sich nicht nur um die sportlichen Belange der dortigen Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund „Ich bin nicht nur Trainerin, ich bin auch eine gute Freundin für die Mädchen“, sagt Ece Bas. „Ich helfe in der Schule oder wenn es familiäre Probleme gibt.“ Ein Engagement, das Ilse Ridder-Melchers, DOSB-Vizepräsidentin für Frauen und Gleichstellung, in ihrer Laudatio als „sozialpädagogische Lebenshilfe“ bezeichnete.

Die junge Übungsleiterin konnte schon viele sportliche Erfolge verbuchen. Sie ist ehemalige Leistungsschwimmerin und süddeutsche Meisterin im Hip-Hop-Tanz. Doch Tanzen ist für Ece Bas weit mehr als nur Sport. „Über das Tanzen kann man seine ganzen Probleme, seine Trauer, aber auch seine Freude – einfach alles Emotionale – verarbeiten“, sagt sie. „Das bringe ich den Mädchen bei und das hilft ihnen, ihr Leben zu bestreiten.“ Bei all dem gilt: Die Schule geht vor. „Wer in der Schule nachlässt, der darf vorübergehend nicht am Training teilnehmen.“ Den für ihr Alter erstaunlichen Weitblick und ihre Lebensreife führt Ece Bas auf ihre vier älteren Geschwister zurück: „Statt mit Puppen zu spielen, habe ich als Kind mit den Erwachsenen am Tisch gesessen und mitdiskutiert.“

Dr. Ohle Wrogemann, Regionalkoordinator von „Integration durch Sport“ für Rheinhessen und die Pfalz, sieht in der Auszeichnung von Ece Bas angesichts aktueller Integrationsdebatten ein Signal zur rechten Zeit: „Es freut mich, dass hier eine Frau mit türkischem Migrationshintergrund ausgezeichnet und ein Beispiel für eine gelungene Integration aufgezeigt wurde.“


  • DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, Steffi Lamers vom LSB Brandenburg, DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers, Preisträgerin Ece Bas, Ministerpräsident Rheinland-Pfalz Kurt Beck, Preisträgerin Larissa Markus, Präsidentin des LSB Rheinland-Pfalz Karin Augustin und Günter Beck, Bürgermeister der Stadt Mainz (v.l.). Foto: DOSB/Obernolte
    DOSB-Generaldirektor Michael Vesper, Steffi Lamers vom LSB Brandenburg, DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers, Preisträgerin Ece Bas, Ministerpräsident Rheinland-Pfalz Kurt Beck, Preisträgerin Larissa Markus, Präsidentin des LSB Rheinland-Pfalz Karin Augustin und Günter Beck, Bürgermeister der Stadt Mainz (v.l.). Foto: DOSB/Obernolte

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