DOSB-Projekte weltweit

Der DOSB führt zahlreiche Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern durch. Hier werden die aktuellen Langzeitprojekte der Internationalen Sportförderung sowie die aktuellen Projekte aus dem Bereich "Sport für Entwicklung" vorgestellt:  

gemischtgeschlechtlicher Staffellauf in Bolivien © DOSBBolivien

Das vom Auswärtigen Amt geförderte DOSB-Langzeitprojekt in Bolivien wird seit Ende 2017 vom Leichtathletikexperten Oliver Scheer geleitet. In Zusammenarbeit mit der Federación Atlética de Bolivia (FAB) sowie dem Sportministerium war der Projektleiter im ersten Projektjahr beratend in der Vorbereitung, Organisation und Durchführung der Südamerikanischen Spiele 2018 in Cochabamba tätig. Weitere Schwerpunkte bilden nun die Verbesserung der internen Verbandsstrukturen sowie strategische Optimierungsansätze (Wettkampfplan, Administration, Marketing/Sponsoring, etc.). Diese Aufgaben setzt Projektleiter Scheer mit der FAB sowie den insgesamt neun Landesverbänden um, die u.a. mit Trainer- und Kampfrichterfortbildungen sowie der Ausbildung weiterer Multiplikator*innen in den Bereichen Training, Wettkampf, Kampfrichterwesen sowie Administration flankiert werden. Davon soll sowohl die Kinder- und Jugendleichtathletik als auch die Spitze der bolivianischen Leichtathletik profitieren. Ein weiteres Ziel des Projekts ist es, die duale Karriere (Ausbildung und Sport) zu fördern, um den „Drop-Out“ einer Vielzahl talentierter Athleten zu reduzieren.

Botswana

Seit Februar 2019 ist Dr. Carolin Braun im Langzeitprojekt Fußball in Botswana im Einsatz. Gemeinsam mit den Partnern, der Botswana Football Association (BFA) und dem Botswana National Olympic Committee (BNOC) sollen die Fußballstrukturen des Landes gestärkt und weiterentwickelt werden. Dies beinhaltet insbesondere das System der Traineraus- und Fortbildung, aber auch die Jugendarbeit, Talentidentifikation und der Frauenfußball stehen im Fokus des Projekts, das zunächst auf zwei Jahre angelegt ist. Dabei beschränkt sich das Langzeitvorhaben nicht auf die Hauptstadt Gaborone, sondern soll durch Kurse und Beratungsmaßnahmen im ganzen Land Wirkung entfalten und möglichst vielen Fußballerinnen und Fußballern in den Regionen Botswanas zugute kommen. 

Fußballtraining in Gambia © DOSBGambia

Monika Staab, eine der erfolgreichsten deutschen Fußballtrainerinnen sowie Pionierin des Frauenfußballs weltweit, ist seit Oktober 2018 in Gambia tätig, um dort den Frauenfußball voranzubringen. Ihr Anliegen ist es, Mädchen und Frauen zu diesem Sport auf dem Platz zu ermutigen. Fußball nimmt in Gambia einen sehr hohen Stellenwert ein, sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Der Frauenfußball ist in den letzten zwei Jahren gut vorangekommen und genießt Anerkennung in der Gesellschaft. Allerdings existiert weder ein Konzept zur Jugendförderung oder Talentsichtung, noch gibt es genügend Ausbildungszentren für Trainerinnen und Trainer. Ziel des Projekts ist daher die Verbesserung des Fußballs auf regionaler und nationaler Ebene unter besonderer Berücksichtigung des Fußballs für Mädchen und Frauen, sowie des Schulfußballs. Dafür werden Multiplikatorinnen und Multiplikatoren ausgebildet, Workshops und Fortbildungen für Trainerinnen und Trainer sowie für Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter durchgeführt. Es werden Trainingsmaßnahmen organisiert und die Talentförderung wird aufgebaut. Monika Staab arbeitet eng mit dem Partnerverband vor Ort, der Gambia Football Federation, zusammen. Das Fußball-Projekt in Gambia steht unter der Schirmherrschaft von Staatsministerin Michelle Müntefering

An einem Strang ziehen in Jordanien © GIZ JordanienJordanien

Mit einem Fokus auf psychosoziale Unterstützung wird in Jordanien besonders soziale Teilhabe gefördert. Durch verschiedenen Sportarten, wie Handball, Basketball oder Ultimate Frisbee wird Kindern und Jugendlichen eine Ablenkung vom oftmals krisenbehafteten Alltag geboten, neue Hoffnung vermittelt und der Zugang zu sinnstiftenden Aktivitäten verbessert. Durch die Umsetzung von sportpädagogischen Bewegungsangeboten kommen syrische und jordanische Jugendliche spielerisch miteinander in Kontakt, wodurch wichtige zwischenmenschliche Verbindungen entstehen. Darüber hinaus werden in Jordanien eine Vielzahl von Multiplikator/innen ausgebildet sowie in Zusammenarbeit mit verschiedenen Fachverbänden, Handbücher in den Sportarten Fußball, Handball, Basketball und Ultimate Frisbee entwickelt. Diese Handbücher stehen in englischer und arabischer Sprache zur Verfügung und unterstützen die lokalen Instruktoren/innen in der Vermittlung des Ansatzes „Sport für Entwicklung“. Bei seinen Aktivitäten arbeitet der DOSB neben BMZ und GIZ eng mit dem Jordanischen Olympischen Komitee (JOC) sowie den jordanischen Sportfachverbänden zusammen.

Kosovo

Im Februar 2017 ist das vom Auswärtigen Amt geförderte Langzeitprojekt Kosovo unter der Leitung des Auslandsexperten Michael Nees angelaufen. Obwohl Fußball im Kosovo ein populärer Sport ist, fehlt es noch an Erfahrung, Know-how sowie personellen und finanziellen Ressourcen. Die Aufgabe des Experten ist es, den Fußball auf allen Eben voranzubringen. Neben den aktiven Jugendlichen und Erwachsenen, Trainer/innen, Schiedsrichter/innen und Verbandsmitarbeiter/innen sollen auch Sportlehrer/innen erreicht und eingebunden werden. Im Mittelpunkt steht dabei auch die langfristige Verbesserung der Verbandsstruktur in allen relevanten Bereichen des Managements. Dazu gehören vor allem der Ausbau des bestehenden Senioren- und Jugendligasystems, sowie die Strukturierung eines Ausbildungssystems für Trainer/innen, Schiedsrichter/innen und Verbandsmitarbeiter/innen. Insbesondere die Entwicklung des Frauenfußballs soll durch die Ausbildung von Trainerinnen und Schiedsrichterinnen vorangetrieben werden. Durch die Einbindung der regionalen Fußballverbände soll das Projekt landesweit die Strukturen der FFK (Football Federation of Kosovo) stärken. 

Basketball educates © DOSBNamibia

Unter dem Motto: “Education First – Basketball Second” vermittelt die Basketball Artist School (BAS) Sozial- und Alltagskompetenzen. Das Nachmittagsangebot in der namibischen Township Katutura betreut an jedem Schultag rund 50 Kinder und Jugendliche aus schwierigen und zerrütteten Verhältnissen. Über Basketball werden hier Werte wie Respekt, Fair Play und Disziplin vermittelt. Bevor es jedoch auf den Platz geht steht bei der Hausaufgabenbetreuung  die Bildung im Vordergrund. So kombiniert die BAS Bildungsangebote mit Sport, um Kindern und Jugendlichen den Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu öffnen. Beispielhaft dafür steht das Projekt „Free Throw – Basketball Artists against HIV/Aids“, welches durch Basketballtraining über die Gefahren der Infektionskrankheit aufklärte. Eine zentrale Komponente der BAS ist die Ausbildung von sogenannten Junior Coaches in der Hauptstadt Windhoeks und dem Norden des Landes. Dabei werden die Jugendlichen selbst zu Trainer/innen ausgebildet, lernen Verantwortung für die Gemeinschaft und für Jüngere zu übernehmen und wirken als Multiplikator/innen für die Werte des Sports. Dies führt zu einer nachhaltigen Verankerung der sportpädagogischen Expertise in den lokalen Strukturen. Bei seinen Aktivitäten arbeitet der DOSB neben BMZ und GIZ eng mit dem Namibischen Basketballverband zusammen.

Taekwondo für ein friedliches Miteinander in der Türkei © DOSBTürkei

Seit Dezember 2016 werden im Auftrag des BMZ und in Kooperation mit der GIZ und dem Türkischen Olympischen Komitee (TMOK) im Südosten der Türkei nahe der Grenze zu Syrien türkische und syrische Multiplikator/innen ausgebildet, die nachhaltig Sport- und Bewegungsangebote in Vereinen, Schulen und Gemeindezentren etablieren. Dadurch werden der interkulturelle Austausch, die gegenseitige Achtung sowie die Wertschätzung von Diversität zwischen syrischen Flüchtlingen und der einheimischen Bevölkerung gefördert. Sport wird gezielt genutzt, um Werte wie Respekt, Fair Play und Teamgeist zu vermitteln und um Bildungsanreize zu setzen. Schließlich können Kinder und Jugendliche, die durch sportpädagogische Angebote erreicht werden, verlässliche Beziehungen und Freundschaften zu Gleichaltrigen aufbauen und gemeinsame Erfolgserlebnisse erfahren. Die Workshops finden dabei insbesondere in den Städten Gaziantep, Sanliurfa und Kirikhan statt und bedienen sich zahlreicher Sportarten wie Fußball, Tischtennis, Basketball, Leichtathletik, Karate und Taekwondo. In 24 Workshops konnten 500 Sport für Entwicklungs-Multiplikator*innen ausgebildet und mehr als 18.000 Kinder und Jugendliche mit regelmäßigen Aktivitäten in hochwertigen Sportangeboten erreicht werden.                

Athletics for Development in Uganda © DOSBUganda

Gemeinsam mit 28 verschiedenen lokalen und internationalen Partnern setzt der DOSB in Uganda das Konzept „Athletics for Development“ (A4D) um. Übergeordnetes Ziel ist es, über die Grundbewegungsformen Laufen, Springen und Werfen sowie sportpädagogische Spielformen ein Bewusstsein für gesellschaftliche und gesundheitliche Themen  zu schaffen. Neben der Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung und der Förderung der ländlichen Jugend steht die Stärkung des sozialen Zusammenhaltes in den aufnehmenden Gemeinden im Fokus des Projekts. Zudem sollen zusätzliche Bildungsinhalte Wissen zum Thema Nachhaltigkeit vermitteln, etwa wie man eigenen Sportmaterialien aus den zur Verfügung stehenden lokalen Ressourcen herstellt. Bei der Umsetzung des Projektes arbeitet der DOSB neben dem BMZ und der GIZ auch eng mit dem Weltleichtathletikverband (IAAF) sowie dem Ugandischen Olympischen sowie Paralympischen Komitee (UOC/UPC) zusammen. Der Ansatz Athletics for Development wird in Uganda pilotiert.

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