SPORTOUT: Sportvereine draußen stark machen

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Im Mai 2022 startete der DOSB das von der Europäischen Kommission geförderte Projekt „SPORTOUT: Sportvereine draußen stark machen – Gesunde Sportangebote nachhaltig in der Natur gestalten“.

SPORTOUT soll durch innovative Maßnahmen und Bewegungsformen Antworten auf die aktuellen Herausforderungen der Mitgliedergewinnung und -bindung in Sportvereinen und -verbänden geben. Darüber hinaus soll es dazu beitragen, Vereine fit für die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft zu machen. Sie dazu motivieren, Innovationen in den Bereichen der Angebots- und Mitgliederentwicklungen zu wagen – mit einem besonderen Schwerpunkt für gesundheitsfördernde Angebote „im Freien“ – und damit ihre Attraktivität zu erhöhen.

 

 

Sport „im Freien“

  • ist (gerade auch in Pandemie-Krisenzeiten) gesundheitsfördernd – physisch und psychisch.
  • macht Spaß, festigt soziale Kontakte, entspannt und trägt zur Lebensqualität bei. 
  • steht für Naturerfahrung im unmittelbaren eigenen Lebensumfeld.

Mit diesem gestiegenen Interesse an Sport „im Freien“ rückt die Natur als Sportraum zunehmend in den Fokus.

Essentieller Baustein des SPORTOUT Projekts ist die finanzielle, inhaltliche und fachliche Förderung von Pilotprojekten in Sportvereinen. Dabei sollen Sportvereine situationsangepasste, gesundheitsorientierte und innovative Sportangebote „im Freien“ entwickeln und erproben. Sie sollen zeigen, dass naturverträgliche Sportausübung einen Beitrag zum Naturbewusstsein der Bevölkerung und gleichzeitig einen Mehrwert für deren Gesundheit leisten kann. 

Genauere Informationen finden Sie unter den folgenden Kapiteln:

Ausgangslage und Hintergrund

Die COVID-19-Pandemie hat viele Selbstverständlichkeiten in unserer Gesellschaft und damit auch den Sport in Deutschland ins Wanken gebracht und stellt in vielen Bereichen sogar die Zukunftsfähigkeit des organisierten Sports in Frage. Neben dem ehrenamtlichen Engagement und finanziellen Herausforderungen bereitet insbesondere die Mitgliederentwicklung in allen Altersklassen Sorge, vorrangig im Kinder- und Jugendsport. Besonders die vorübergehende Aussetzung des Wettkampfgeschehens sowie eingeschränkte Trainingsmöglichkeiten haben sich negativ ausgewirkt. Damit einhergehend hat sich das Interesse und die Hinwendung zu Individual- und Trendsportarten in der Folge der Corona-Krise nochmals verstärkt. Sporttreiben ist jedoch trotz der Pandemie „in“ – insbesondere draußen, in der Natur und freien Landschaft, im Wald und in städtischen Grünräumen. 

Hinzu kommen die Nutzungseinschränkungen von Sportstätten durch die Pandemie, die Verwendung von Sporthallen als Flüchtlingsunterkünfte, ein dringender Sanierungsbedarf der Turnhallen, die Schließung von Sportstätten aufgrund der Energiekrise und ein grundsätzlich unzureichendes Sportstättenangebot. 
Es gibt viele Gründe, warum Sportvereine Sportangebote „im Freien“ anbieten können oder auch müssen. Oftmals stehen sie vor der Herausforderung alternative Möglichkeiten des gemeinsamen Sporttreibens zu entwickeln bzw. ihre Sportangebote an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen.

Daneben stehen wir zu Beginn des 21. Jahrhunderts vor vielfältigen gesundheitlichen Herausforderungen. Unter anderem die Zunahme lebensstilbedingter Erkrankungen, die Alterungsprozesse der Gesellschaft und das mit Lebensraumzerstörung in Verbindung gebrachte Auftreten von Pandemien. Die menschliche Gesundheit steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Natur. Aus diesem Grund ist das Thema Schutz der Natur und der menschlichen Umwelt gerade in Verbindung mit der Klimakrise und dem Verlust der biologischen Vielfalt von existentieller Bedeutung. Gesunde Natur & intakte Landschaft wirken positiv auf den Menschen, insbesondere in Kombination mit Sport und Bewegung. Ein Mensch, der diese positive Wirkung spürt, ist eher bereit sich für den Erhalt einzusetzen.

Genau hier setzt das SPORTOUT Projekt an.

Ziele des Projekts SportOUT

Übergeordnetes Ziel ist die Mitgliederbindung und -gewinnung in Sportvereinen durch situationsangepasste, gesundheitsorientierte und innovative Sportangebote „im Freien“. Darüberhinaus sollen Sportvereine zukunftsfähig und resilient aufgestellt werden, um auch auf zukünftige Herausforderungen reagieren können. 
 

  • Bestehende Sportstätten im Freien werden alternativ, kreativ und innovativ genutzt.
  • Natur, freie Landschaft, Wald sowie Grün- und andere Freiflächen werden als ergänzende Sporträume vermehrt genutzt. Dabei sind sich die Ausübenden der Möglichkeiten und der Einschränkungen bewusst.
  • Die vielfältigen gesundheitlichen Wirkungen sowie der Mehrwert (insbesondere auf die psychische Gesundheit) von Sport „im Freien“ werden verdeutlicht und vermehrt genutzt.
  • Die Natur als Sportraum ist für viele Zielgruppen attraktiv und wird insbesondere für intergenerationale Aktivitäten und Familienangebote genutzt.
  • Das Naturbewusstsein wird geschärft.
  • Die Bedeutung der Natur u.a. für die Bewältigung der Klimakrise wird vermittelt und dafür sensibilisiert.

Die vermehrte sportliche Nutzung der Natur wird nicht von allen Interessengruppen positiv wahrgenommen. Im Projekt werden daher Dialogformen entwickelt, um gegenseitiges Verständnis zu fördern und Konflikte proaktiv zu vermeiden.

  • Für die positive Wirkungen von Sport “im Freien” wird sensibilisiert – sei es im Gesundheitssektor, Umwelt- und Naturschutz, Flächenmanagement und in der Kommunalentwicklung.
  • Es wird deutlich gemacht, wie sportliche Aktivitäten “im Freien” andere Interessen respektieren und einbeziehen können.
  • Den Sportvereinen werden die vielfältigen Chancen, aber auch notwendige Einschränkungen von Sportangeboten „im Freien“ vermittelt.

Umsetzung

Essentieller Baustein des SPORTOUT Projekts ist die finanzielle, inhaltliche und fachliche Förderung von 3-5 Pilotprojekten in Sportvereinen. Dabei sollen Sportvereine situationsangepasste, gesundheitsorientierte und innovative Sportangebote „im Freien“ entwickeln und erproben. Sie sollen zeigen, dass naturverträgliche Sportausübung einen Beitrag zum Naturbewusstsein der Bevölkerung und gleichzeitig einen Mehrwert für deren Gesundheit leisten kann. Die Durchführungsphase der Pilotprojekte beträgt 12 Monate. 

Sie fühlen sich als Sportverein angesprochen? Dann bewerben Sie sich jetzt mit Ihren kreativen Ideen.
Alle Informationen zur Ausschreibung sowie den digitalen Bewerbungsbogen finden Sie weiter unten auf der Webseite.  

Innerhalb der Laufzeit der Pilotprojekte wird für ein kontinuierliches Wissensmanagement und einen Austausch gesorgt, indem auf die beim DOSB bereits bestehenden Tools (Collaboration-Plattform „Teamplay“, Wissensmanagement-Plattform „DOSB-Wissensnetz“ und Microsoft Teams) zurückgegriffen wird. Darüber hinaus sind Projekttreffen vorzugsweise in Präsenz geplant. 

Die Ausübung von Sport „im Freien“ erfordert Rücksichtnahme auf alle anderen Nutzergruppen und auch diejenigen, denen der Schutz der Natur ein besonderes Anliegen ist.
Das Projekt legt deshalb einen besonderen Fokus auf Netzwerkarbeit mit den relevanten Stakeholdern. Es soll dabei helfen, neue Netzwerke und Dialogforen aus regionalen, behördlichen und verbandlichen Natur- und Umweltschutzinstitutionen, Gesundheitswesen, Kommunen, Flächenmanagement sowie Sportvereinen und -verbänden zu entwickeln, um gegenseitiges Verständnis zu fördern und Konflikten proaktiv vorzubeugen.

Die Erkenntnisse und Ergebnisse aller Projektbeteiligten sollen in einem webbasierten und interaktiven Online-Tool münden. Zielgruppe des Online-Tools sind Sportvereine sowie andere Stakholder*innen, die Sportangebote „im Freien“ etablieren möchten. In das Tool sollen alle Ergebnisse der Analyse-, Implementierungs- und Auswertungsphase einfließen. Das Tool soll in der Lage sein für eine heterogene Vereinslandschaft individualisierte Ratschläge zu entwicklen und passende Best-Practice Beispiele aufzuzeigen.

  • Ressortübergreifendes Projektteam: zur Durchführung und Implementierung des Projektes arbeitet ein ressortübergreifendes Team, bestehend aus den DOSB-Ressorts „Sportstätten, Umwelt und Nachhaltigkeit“ und „Breiten- und Gesunheitssport“, eng zusammen. 
  • Externe Evaluation: eine systematische und prozessbegleitende Evaluation mit Unabhänges Instit für Umweltfragen (UfU) als Evaluationspartner stellt u.a. eine erfolgreiche Projektumsetzung und dessen Wirkungen sicher.
  • Projektbeirat: zur fachlichen und strategischen Beratung und Begleitung des DOSB-Projektteams bei der 
    Umsetzung des SPORTOUT Projektes wird ein Projektbeirat berufen. 
  • Project-Labs: im Laufe des Projektzeitraums werden verschiedene Workshops mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten auf der Arbeitsebene durchgeführt. Ein erstes Project-Lab dient der Diskussion über die inhaltlichen Förderkriterien der Pilotprojekte. 

Ausschreibung zur Förderung der Pilotprojekte in Sportvereinen

Lassen Sie uns gemeinsam ein neues, immer wichtiger werdendes Thema etablieren und uns an Ihren Maßnahmen und Ideen teilhaben. Nutzen Sie die Gelegenheit und bewerben Sie sich mit Ihren innovativen Ansätzen, die neben der Gewinnung neuer Zielgruppen, dem Ausprobieren neuer Sporträume auch die Verknüpfung von Sport, Gesundheit und Naturerfahrung in den Vordergrund rücken. 

  • Antragsberechtigt sind alle unter dem Dach des DOSB organisierten Sportvereine, folglich alle Sportvereine, die Mitglied von Landessportbünden, Spitzenverbänden oder Verbände mit be-sonderen Aufgaben sind. Sportverbände sind nicht teilnahmeberechtigt.
  • Alle Sportvereine haben mit ihren Ideen die gleichen Chancen, gefördert zu werden. Entscheidend ist nicht die Größe des Sportvereins, sondern die Qualität der Innovation und Bewerbung sowie die Erfüllung der vorgesehehen Kritierien. 
  • Bewerbungsschluss ist der 31. Oktober 2022.
  • Projektbeginn ist der 01. Januar 2023. Die Durchführungsphase der Pilotprojekte beträgt 12 Monate (01. Januar - 31. Dezember 2023). 
  • Innerhalb dieses Zeitraums findet ein kontinuierliches Wissensmanagement und ein Austausch unter den Projektteilnehmer*innen und dem DOSB-Projektteam statt. 
  • Die finanzielle Förderung der Pilotprojekte kann unterschiedlich hoch sein (zwischen 10.000 bis 50.000 Euro). Auch Personalkosten sind förderfähig. 

Sportangebot:

Inwiefern erfüllt Ihr Sportangebot/ Pilotprojekt die folgenden Punkte?

  • schafft Bewegungs-, Spiel- und Sportangebote „im Freien“.
  • eröffnet Bewegungsräume „im Freien“ bei Rücksichtnahme auf andere vorhandene Nutzer- und Interessengruppen.
  • stellt den gesundheitlichen Mehrwert von Sport & Bewegung „im Freien" heraus.

Naturbewusstsein:

Inwiefern verknüpft Ihr Pilotprojekt die Themenbereiche Bewegung, Gesundheit und Naturschutz im Sinne einer Sensibilisierung für die naturverträgliche Ausübung?

Kooperation und Vernetzung:

Inwiefern fördert Ihr Pilotprojekt den interdisziplinären Dialog und eröffnet neue Kooperationsmöglichkeiten zwischen unterschiedlichen Akteur*innen? Zum Beispiel aus dem Bereich Naturschutz, Kommune, Gesundheit Sport.

Im digitalen Bewerbungsbogen(über LimeSurvey) muss die Projektidee skizziert, die Maßnahme zur Umsetzung des Vorhabens beschrieben sowie die Erfüllung der Kriterien beantwortet werden. Der Bewerbungsbogen sowie das Formular zum Kostenplan werden online eingereicht. Damit Sie sich vorab über die Anforderungen und Fragen des Bewerbungsbogens informieren können, stellen wir Ihnen diesen als PDF-Datei zur Verfügung. Bewerbungen werden nur über die Einreichung per LimeSurvey berücksichtigt. 

Die eingereichten Bewerbungen werden von einer Jury, bestehend aus dem ressortübergreifenden Projekt-Team des DOSB geprüft und bewertet und gemeinsam mit dem Projektbeirat ausgewählt. Die Bewertung orientiert sich an den oben genannten Eckpunkten und den im Bewerbungsbogen abgefragten spezifischen und allgemeinen Kriterien.

Anfang Dezember 2022 werden die antragstellenden Sportvereine schriftlich über die Entscheidung informiert.

Innerhalb der 12-monatige Laufzeit sind drei Projekttreffen mit allen Pilotprojekten vorgesehen. 

  • Kick-Off Treffen: erstes Kennenlernen, Vorstellung und Diskussion der einzelnen Vorhaben, Schärfung der Projektziele und -maßnahmen, Bedarfe der Sportvereine werden abgefragt.
  • Zwischenbilanz: der Status Quo der Pilotprojekte wird reflektiert und erste Projekterkenntnisse werden diskutiert und festgehalten. 
  • Abschlusstreffen: das Abschlusstreffen steht ganz im Fokus der Wirkung der Pilotprojekte und wie die Erkenntnisse der Pilotprojekte übertragbar auf andere Sportvereine sind
     
  • Konzipierung neuer innovativer Sportangebote „im Freien“ (altersgemäß und zielgruppenorientiert) bzw. systematisch und zeitgemäße Weiterentwicklung von Angebotsformen/Sportarten 
  • Konzeptionen zur Gewinnung neuer Zielgruppen, z.B. durch die Zusammenarbeit mit anderen gesellschaftlichen Akteuren
  • Konzepte, die eine naturverträgliche Sportausübung fördern und in ihren Angeboten den Wert und die Schutzbedürftigkeit der Natur vermitteln
  • Verknüpfung von Sportaktivitäten mit naturerlebnispädagogischen Konzepten
  • Verbindung von moderaten sportlichen Aktivitäten mit praktischer Naturschutzarbeit (z.B. Pflanzen von Baumen, Mähen von Wiesen, Anlegen von Teichen).
  • Netzwerkbildung Sport – Naturschutz – Gesundheitsvorsorge – Kommunalverwaltung
  • Projekt zur Förderung von ganzjährigem Sport „im Freien“ für vulnerable Gruppen wie insbesondere Kinder und Senioren
  • Integration von Naturbewusstseinsschaffungsangeboten/ Umweltbildungsangeboten im Sport
     
  • Wissensmanagement und -transfer sind ein zentraler Aspekt der Nachhaltigkeit innerhalb des Projektes. Daher werden alle geförderten Pilotprojekte durch den DOSB kontinuierlich begleitet. Die Teilnahme an der Begleitung (z.B. in Form von Projekttreffen und Austauschen) ist Teil des Wissensmanagements im DOSB und somit verpflichtend.
  • Das Projekt wird von einem externen Institut prozessbegleitend evaluiert. Die Teilnahme an der Evaluation (durch qualitative oder quantitative Erhebungsmethoden z.B. Interviews) ist verpflichtend
  • Zudem erstellen alle Projekte eine Projektdokumentation. In der Art und Weise der Dokumentation sind kreative Ansätze willkommen (z.B. Blogeintrag, Podcast, Video etc.). Die genaue Form der Dokumentation wird gemeinsam mit dem DOSB-Projektteam erarbeitet. 
     

FAQs

Der Ausdruck „im Freien“ schließt im Rahmen des SPORTOUT Projektes folgendes ein:

  • naturnahe (Sport-)Räume wie freie Landschaft, Wald sowie Grün- und Freiflächen (z.B. Parkanlagen) und Wasser
  • bereits existierende Sportstätten im Freien – diese gilt es durch alternative und innovative Angebote vermehrt zu nutzen und damit zu beleben 
  • Flächen unter freiem Himmel

Die Pilotprojekte müssen einen neuartigen Ansatz/ Idee enthalten, um gefördert zu werden. Bereits bestehende Projekte müssen entsprechend um etwas Neuartiges erweitert werden.

 

Akteur*innen aus Sport, Natur- und Umweltschutz, Gesundheitswesen, Kommunen und Flächenmanagement. 
Es können sich auch Sportvereine zusammenschließen/ miteinander kooperieren, um ein Pilotprojekt auf die Beine zu stellen. 
 

Der DOSB bekennt sich seit vielen Jahren zum Leitbild des naturverträglichen Sports, welches anerkennt, dass Naturräumen nicht durch sportliche Nutzung überlastet werden dürfen. Gleichzeitig ist es die Grundposition des DOSB, dass sich nur eine Gesellschaft für Naturschutz engagieren kann, die nicht aus der Natur ferngehalten wird, sondern die Natur erlebt und begreift. Daher bleibt die Daueraufgabe die Durchführung einer möglichst natur- und biodiversitätsverträglichen Sportausübung. 

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