„Der Nachwuchs sieht, wo es hingehen kann“: Maurice Jüngling (Wasserfreunde Spandau)

Foto: Jens Witte

2005 und 2011 wurden die Wasserfreunde Spandau mit dem „Grünen Band“ ausgezeichnet. Maurice Jüngling ist eines der Eigengewächse, dem der Sprung in das Bundesligateam gelang. Inzwischen kümmert sich der A-Nationalspieler selbst um den Nachwuchs.

Was zeichnet die Spandauer Nachwuchsarbeit aus?

Dass wir alle sehr eng zusammenarbeiten. Der Verein ist sehr bedacht darauf, dass wir Bundesligaspieler uns einbringen und den Kiddies unsere Erfahrung weitergeben. Ich bin zum Beispiel Co-Trainer bei der U13, Philipp Gottfried betreut die U11. So sieht der Nachwuchs direkt, wo es mal hingehen kann. Wir haben im Jugendbereich zudem sehr viele, die ein bisschen dicker sind. Ich zeige ihnen gerne mal ein Foto, wie ich in der Jugend aussah. Ich war immer etwas kleiner und dicker - und jetzt bin ich sehr kräftig, aber nicht fett (lacht). Das ist für die Kids ein gutes Beispiel, was sich mit harter Arbeit und weniger Süßigkeiten erreichen lässt.

Sie spielen seit 2002 für den Verein. Haben Sie je überlegt, zu wechseln?

Als ich von der Jugend in die Bundesliga gekommen bin, gab es einen Moment. In der Jugend war ich Führungsspieler, im Herrenbereich war ich dann erst einmal ein kleines Licht. Das war ungewohnt. Daher gab es Überlegungen, ob ich für ein Jahr den Verein wechsele, um Spielpraxis zu sammeln. Aber letztendlich habe ich gesagt: Ich will mich hier durchsetzen - und am Ende hat das geklappt.

Was haben Sie noch für Ziele?

Mein ganz großes Ziel ist es natürlich, zu Olympia zu fahren. Das ist uns bisher verwehrt geblieben. Mit dem Verein will ich wieder Meister werden, Pokalsieger - das haben wir dieses Jahr leider nicht geschafft - und endlich am Final Six in der Champions League teilnehmen.

Wie schwierig ist es in Berlin, Aufmerksamkeit für den Wasserball zu bekommen?

Das ist sehr, sehr schwierig. Die Handballer der Füchse und die Volleys sind oben dabei und Hertha gibt es sowieso. Wasserball kennt hingegen kaum jemand, auch die Regeln werden meist nicht verstanden. Das ist natürlich schade, weil es ein sehr attraktiver Sport ist - anders als beim Fußball fällt ja nicht nur ein Tor pro Spiel (lacht).

Was können Sie dem Nachwuchs für einen Rat mitgeben?

Wichtig ist, dass man nie aufgibt! Mir hat man in der Jugend gesagt: „Aus dir wird eh nix!“ Das hat mich sehr motiviert. Daher: Vollgas geben bei jeder Trainingseinheit, sich nie ausruhen und - auch, wenn man das als Kind nicht glaubt - auf die Ernährung achten!