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6. Bundeskonferenz der Eliteschulen des Sports

24.04.2015

KMK, Sportsystem und Eliteschulen des Sports verständigen sich zu Bedarf an Möglichkeiten zur effektiveren Förderung und individuelleren Konzepten.

Der inhaltliche Schwerpunkt der Konferenz richtete sich auf die Anforderungen an die Eliteschulen des Sports der Zukunft in Kooperation von Bildungssystem und Spitzensport. Alle Bilder: picture-alliance

Auch die Vorsitzende der KMK, Frau Brunhilde Kurth, Sächsische Staatsministerin für Kultus und selbst ehemalige Schulleiterin, bestätigte den hohen Stellenwert der Eliteschulen des Sports für die Förderung von Sporttalenten in Deutschland.

Am 16. und 17. April richtete der DOSB in Partnerschaft mit der Kultusministerkonferenz und mit Unterstützung der Sparkassen-Finanzgruppe  die 6. Bundeskonferenz der Eliteschulen des Sports aus.

Dr. Michael Ermrich, Geschäftsführender Präsident des Ostdeutschen Sparkassenverbandes, blickte bei seiner Begrüßung noch einmal zurück auf die Olympischen Spiele in Sotschi. Dort waren 83 der 153 nominierten Sportler aktuelle oder ehemalige Eliteschüler des Sports und zudem an allen Medaillengewinnen der Deutschen Olympiamannschaft beteiligt. Gleichzeitig machte er aber auch deutlich: „Die Eliteschulen des Sports sind dabei eine Erfolgsgeschichte. Aber keine Erfolgsgeschichte ist so gut, dass man sie nicht noch weiterentwickeln kann. […] Ich bin überzeugt: Wenn man an der Spitze bleiben möchte, muss man sich regelmäßig auf den Prüfstand stellen.“

Die Vorsitzende der KMK, Frau Brunhilde Kurth , Sächsische Staatsministerin für Kultus und selbst ehemalige Schulleiterin, bestätigte den hohen Stellenwert der Eliteschulen des Sports für die Förderung von Sporttalenten in Deutschland: „Politik und Sport in Deutschland bekennen sich zur herausragenden gesellschaftlichen Bedeutung des Spitzensports und streben auch zukünftig eine führende Position  im Weltsport an. Um diese langfristig zu sichern, bedarf es der Entwicklung von sportlichen Spitzenleistungen durch eine systematische Nachwuchsförderung. Eliteschulen des Sports sind fester Bestandteil der leistungssportlichen Förderstrukturen in Deutschland.“ Sie fügte hinzu: „Wir sind optimistisch, dass wir aufeinander zugehen und gemeinsame Wege finden werden.“

Neben Vorträgen zur Zielstellung (Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport im DOSB), zur Neuausrichtung der Eliteschulen (Dr. Sven Baumgarten, Projektleiter Duale Karriere im DOSB) und zu den Anforderungen des Spitzensports (Dr. Antje Hoffmann aus Sicht des IAT Leipzig sowie aus der Sicht von drei exemplarischen Spitzenverbänden) standen für die hochrangigen Vertreter aus Sport, Politik und der 43 Eliteschulen des Sports intensive Diskussionen in verschiedenen Foren auf dem Programm. Die Flexibilisierung des Schulalltages wie auch die Synchronisierung im Jahres- und Wochenplan von Schule, Training und Wettkampf wurden thematisiert. Der inhaltliche Schwerpunkt richtete sich auf die Anforderungen an die Eliteschulen des Sports der Zukunft in Kooperation von Bildungssystem und Spitzensport.

Auch die in die Diskussionen einbezogenen Sportler wie einer der vielseitigsten Wasserspringer der Welt, Patrick Hausding, oder der Judoka Philipp Galandi (Abitur mit 1,0!) sowie die Vertreterin der Athletenkommission, Karina Winter, die sich als Bogenschützin auf die Spiele von Rio vorbereitet, machten deutlich, dass die Eliteschulen des Sports aus dem deutschen Sportfördersystem nicht mehr wegzudenken sind. Dennoch oder gerade deswegen wurde es im Konsens als notwendig gesehen, in den gemeinsamen Austausch zu treten, um das bestehende System weiter zu optimieren und an die von der Weltspitze abgeleiteten Bedarfe bestmöglich anzupassen. Hierfür sollen auch die Erfahrungen der „best practice“ Modelle, wie beispielsweise aus dem Schulversuch des additiven Abiturs in Potsdam, für andere Schulen und Länder genutzt werden. Dirk Loßack, Vorsitzender der Kommission Sport der KMK , machte deutlich: „Wir arbeiten gemeinsam daran und werden schauen, wie wir die Ergebnisse von Potsdam nutzen können –für eine länderübergreifende gemeinsame Initiative. […] Im Vorfeld der 6. Bundeskonferenz gab es schon diverse Gespräche zwischen DOSB und KMK. Wir haben bereits konkrete Schritte angedacht, die nun aufgrund der Ergebnisse der Konferenz präzisiert und umgesetzt werden sollen.“

Es wurde deutlich, dass durch die guten und vor allem auch offenen Gespräche und Diskussionen während der Konferenz der Grundstein für die geplante Neuausrichtung der Eliteschulen des Sports gelegt werden konnte. Auch für Dirk Schimmelpfennig, Vorstand Leistungssport des DOSB, war die Konferenz ein Erfolg: „Ich habe wahrgenommen, das wir hier miteinander gesprochen haben und nicht übereinander. […] Es waren offene Diskussionen. Es sind viele Perspektiven aufgetan worden. Wir müssen uns über Rahmenbedingungen unterhalten, wir müssen sie unserer Zielstellung anpassen, wir müssen sie gemeinsam optimieren. Und wir müssen uns auch Berufsfelder für Leistungssportler anschauen und perspektiven schaffen“, betonte Dirk Schimmelpfennig.

Die Ergebnisse der Konferenz werden nun durch ein Arbeitsgremium, bestehend aus Vertretern der KMK, des DOSB sowie den Eliteschulen des Sports, zusammengetragen, um auf dieser Basis die nächsten Schritte zu fixieren. Gleichzeitig wird der DOSB in Zusammenarbeit mit den beteiligten Partnern aus Bildung und Sport bis Ende 2016 Zielprofile für alle Eliteschulen erarbeiten, bis Mitte 2017 erfolgt dann die Entwicklung eines Stufenplans für die Umsetzung im Olympiazyklus 2016 bis 2020.