Gipfeltreffen unterm Gipfel

Auch DOSB-Maskottchen Trimmy hatte die 332 Stufen zum Schanzentisch erklommen, um sich mit den Eliteschülern des Sports, Thomas Bach und Heinrich Haasis ablichten zu lassen. Copyright: Marc Gilsdorf

Ein verlorener Wettkampf, geplatzte Träume – und ein enttäuschter Sportler, auf den kritische Journalisten und blitzende Kameras warten. Ein Szenario, dass die 14 Teilnehmer während des Workshops für die Eliteschüler des Sports 2010 nicht nur theoretisch erlebt haben. Beim Herren-Slalom der Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen lieferte Felix Neureuther das Praxisbeispiel.

„Mir fehlen die Worte. Ich weiß nicht, wieso mir das passiert ist. Ich muss das erst mal verdauen.“ Nach einem ängstlichen ersten Lauf und dem Ausscheiden im zweiten war der 26-jährige Lokalmatador genau jener Situation ausgesetzt, für die DOSB-Pressesprecher Christian Klaue die Eliteschüler des Sports 2010 am Abend zuvor in einem Medienseminar sensibilisieren wollte. Neureuthers Reaktion, nach Meinung von Klaue und den Schülern vorbildlich. „Gerade in derart emotionalen Situationen wie einer Niederlage ist der Umgang mit Journalisten bestimmt nicht immer leicht. Aber ,kein Kommentar‘ ist keine Option.“

Das Seminar war Bestandteil eines Workshops, zu dem der DOSB und die Sparkassen-Finanzgruppe erstmals die besten Eliteschüler des Sports 2010 der jeweiligen Standorte eingeladen hatten. Auf dem Programm standen der Besuch des Damen- und Herren-Slaloms der FIS Alpinen Ski-Weltmeisterschaft sowie ein Treffen mit Thomas Bach und Heinrich Haasis, den Präsidenten von DOSB und Deutschem Sparkassen- und Giroverband (DSGV).

„Die Förderung des Sports ist in den vergangenen Jahren immer besser geworden. Ihr seid die besten Beispiele dafür.“ Mit diesen Worten lobte Bach nicht nur die Leistungen der Nachwuchsathleten, sondern auch das Engagement des DSGV, der die Eliteschulen des Sports schon seit 1997 unterstützt. „Als wir früher zu Wettkämpfen gefahren sind, gab es einen Ring Fleischwurst vom Metzger für die Fahrt, das wars“, erinnerte sich Bach am Schanzentisch des Gudiberges. Heute dagegen hätten sowohl die Leistungen des Sponsors als auch die des Sportlers einen völlig anderen gesellschaftlichen Stellenwert erlangt.

Für DSGV-Präsident Haasis ist das Engagement für den Sport eine Selbstverständlichkeit. „Wir wollen uns einfach in der Umgebung, in der wir leben, engagieren. Und Sport gehört dazu. Die Unterstützung seiner Elite ist eine wichtige Aufgabe.“ Das System der dualen Karriere ermögliche es dem Nachwuchs an den 39 Eliteschulen des Sports, trotz des leistungssportlichen Erfolgs den schulischen nicht außer acht zu lassen. Beispiel ist der ehemalige Kanute Andreas Dittmer, Olympiasieger und 46-maliger Deutscher Meister, der sich seit seinem Karriereende 2008 bei der Sparkassen-Finanzgruppe um das gesellschaftliche Engagement im Sport kümmert. „Es gibt auch ein Leben nach dem Sport. Es ist wichtig, dass ihr auch noch ein anderes Standbein habt“, appellierte der Sparkassen-Betriebswirt an die Jugendlichen.

Gerade am Anfang einer Spitzensportkarriere steht Ruderer Felix Bach. Bei den Olympischen Jugendspielen in Singapur holte er die Silbermedaille, in Brandenburg ist er 2009 und 2010 Nachwuchssportler des Jahres geworden. Zeit für andere Hobbys ist bei zwölf bis 14 Trainingseinheiten in der Woche kaum, sollte man meinen. Aber sie bleibt doch - auch dank der Institution Eliteschule des Sports. „Mein Tag ist gut durchorganisiert mit Training und Schule, aber auch mit dem nötigen Anteil an frei verfügbarer Zeit. Mit steigendem Alter wird man außerdem flexibler, fährt mit dem Auto und so weiter. Da kann man die wenige Freizeit, die bleibt, ganz gut nutzen.“

Zu den Workshop-Teilnehmern:

undefinedEliteschüler des Sports 2010 bei der Ski-WM in Garmisch