WM-Doppelsieg beim Workshop der Eliteschüler des Sports

In diesem Jahr ging es für die Eliteschüler des Sports beim Workshop zur Bob und Skeleton WM nach Winterberg. Bild: Picture-Alliance/Frank May
Selfie der Eliteschüler der Sports beim der Medaillenzeremonie der Bob und Skeleton WM in Winterberg. Bild und Post: Max Lemke
Olympiasiegerin Sandra Kiriasis begleitete die Teilnehmer/innen des Workshops auch zu Bob und Skeleton WM. Bild: Picture-Alliance/Frank May

Erfolgreiches Wochenende bei der Bob und Skeleton WM in Winterberg.

Was machen Boxer, Kanuten, Leichtathleten und Talente aus vier weiteren Sportarten gemeinsam im verschneiten Winterberg? - Sie besuchen auf Einladung des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Sparkassen-Finanzgruppe die Bob und Skeleton WM. Denn dort fand vom 6. bis 8. März der diesjährige Workshop der Eliteschüler des Sports statt. Die  Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren im vergangenen Jahr von ihrer Schule als Eliteschüler des Sports ausgezeichnet worden und daraufhin als Belohnung für ihre sportlichen und schulischen Leistungen nach Winterberg eingeladen worden.

Die rasanten Abfahrten der Weltelite durch den Eiskanal kannten die Nachwuchssportler bisher nur aus dem Fernsehen. „Wenn man das live sieht, merkt man erstmal, wie schnell das wirklich ist. Ich liebe die Geschwindigkeit. Einmal in einem Bob mitzufahren, das wäre großartig“, sagte Laura Jokeit, Kugelstoßerin und Eliteschülerin des Sports 2014 aus Bochum-Wattenscheid, begeistert (Zum Interview).

Schon in den vergangenen Workshops (z.B. anlässlich der Kanu-WM 2013 in Duisburg) zeigte sich, dass die Eliteschüler des Sports wahre Glücksbringer für die deutschen Teams sind. Unter Anfeuerung der Workshopteilnehmer im ersten und zweiten Lauf, gaben die Piloten richtig Gas. Maximilian Arndt fuhr mit seinem Team im Viererbob dann im vierten Lauf zu Gold. „[…]Saustark! Das war es aber noch nicht: Das Bobteam um Nico Walther fuhr auf den zweiten Platz und sorgte somit für den ersten deutschen WM-Doppelsieg in der Königsdisziplin seit 2011! Applaus dafür!“, schrieb die Deutsche Olympiamannschaft auf Facebook.

Applaus gab es natürlich auch von den Eliteschülern des Sports – hinzu kamen noch einige Selfies der Nachwuchssportler in den sozialen Medien. Denn diese Netzwerke waren auch eines der Themen, die die jungen Sporttalente an diesem Wochenende begleiteten. Im Workshop wurden sie dafür sensibilisiert, wie wichtig es für Sportler ist, die in der Öffentlichkeit stehen, ihr öffentliches Profil professionell zu pflegen. Neben verschiedenen positiven und negativen Beispielen von bekannten Sportlern, kam auch die Praxis nicht zu kurz. Die Aufgabe, ein Gruppenselfie zu machen, hätte es bei der Generation Social Media wahrscheinlich gar nicht gebraucht.

Besonders wichtig und interessant ist der Auftritt der Sportler in sozialen Netzwerken auch für potentielle Partner. Neben Sponsorenverträgen bieten zudem viele Wirtschaftspartner auch leistungssportkompatible Praktika, Ausbildungs- und Arbeitsplätze an. Das weiß auch Andreas Dittmer, dreifacher Olympiasieger im Kanu und heute Abteilungsdirektor Gesellschaftliches Engagement beim Deutschen Sparkassen- und Giroverband. „Wenn ihr wisst, wo ihr hinwollt, ist das schon die halbe Miete. Ihr solltet Euch jetzt ein gutes Umfeld aufbauen, denn mit den ganz großen Erfolgen öffnen sich für Euch viele Türen“, erzählte Sandra Kiriasis, Olympiasiegerin im Zweierbob von 2006. Die 40-Jährige berichtete den Schülern beim Workshop von ihren Erfahrungen zum Thema Duale Karriere und traf die Teilnehmer auch an der Bobbahn wieder. Im vergangen Jahr, nach Beendigung ihrer Sportkarriere, hat sie ein Studium im Bereich Gesundheitssport und Prävention angeschlossen und sich vorher komplett auf den Leistungssport konzentriert. Denn Bobpilotin zu sein, bedeutet weit mehr, als nur den Eiskanal hinunterzufahren, wie die Eliteschüler des Sports von ihr erfuhren. Sponsorentermine und –aquise, Materialpflege sowie Videoanalysen sind nur einige Aufgaben, die über den eigentlichen Sport hinausgehen. In vielen Sportarten ist dies aber anders, wodurch die Sicherung einer Dualen Karriere im Hinblick auf die Zeit nach dem Sport besonders wichtig ist, wie Sven Baumgarten, Projektleiter Duale Karriere des DOSB, den Sportlern im Rahmen des Workshops nochmal verdeutlichte.

Am Abend kam bei der Siegerehrung der Skeletondamen noch einmal richtig Feierstimmung auf. 2011 noch selbst beim Workshop dabei, konnte Tina Hermann (Eliteschülerin des Sports 2010 aus Berchtesgaden) über den fünften Platz jubeln. Der ganz große Clou gelang Jaqueline Lölling. Die 20-Jährige Eliteschülerin des Sports 2012 aus Berchtesgaden wurde überraschend neue Vize-Weltmeisterin im Skeleton.

Ende des Jahres werden die Eliteschüler des Sports des Jahres 2015 der 43 Eliteschulen des Sports Schulen bekanntgegeben. Auch sie dürfen sich wieder auf die Einladung zu einem außergewöhnlichen Workshop freuen. Wohin es diesmal dann hingehen wird, bleibt bis zur Auszeichnung noch eine Überraschung.

Die teilnehmenden Eliteschüler des Sports im Überblick

Interview mit Laura Jokeit (Eliteschülerin des Sports 2013 und 2014 aus Bochum-Wattenscheid)

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