Offene Sitzung "Frauen und Gleichstellung"

17.12.2015

In Vorbereitung der 12. DOSB-Mitgliederversammlung fand am 4. Dezember die „Offene Sitzung Frauen und Gleichstellung“ statt.

Foto: DOSB / Frank May

Trotz zahlreicher, teils zeitlich paralleler Gremiensitzungen am Vortag der Mitgliederversammlung hatte das Treffen hochkarätige Beteiligung. Selbst DOSB-Präsident Alfons Hörmann nahm sich Zeit für die an den Themen Frauen und Gleichstellung im Sport Interessierten. Er dankte insbesondere der Initiative und den Teilnehmenden des „Olympia-Gipfels“ für ihr Engagement von Beginn der Bewerbungsphase an und zeigte sich überzeugt, dass die in dem Zusammenhang geknüpften Netzwerke und Kontakte auch künftig wertvoll sein werden.

Michael Vesper, Vorstandsvorsitzender des DOSB, nahm eine erste Analyse der mit dem Referendum gescheiterten Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele in Hamburg 2024 vor. Nun hieße es für den DOSB und seine Mitgliedsorganisationen, noch stärker als bisher die Werte des Sports für die Gesellschaft zu verdeutlichen. Weiterhin informierte er über die unlängst veröffentlichte Broschüre Good Governance im Sport, die Verhaltensleitlinien zur guten Verbandsführung vermittelt. In Bezug auf die Umsetzung der 2014 beschlossenen Geschlechter-Quote berichtete er, dass diese im DOSB zum Großteil bereits umgesetzt sei. Allerdings bestünde etwa bei der Anzahl der Delegierten zur Mitgliederversammlung noch deutlicher Nachholbedarf. Hierzu wurde angeregt, künftig die Einhaltung der Soll-Quote für die Delegierten verbandsdifferenziert zu erfassen.

Karin Fehres, Vorstand Sportentwicklung, legte dar, dass der DOSB gegenwärtig eine Nachhaltigkeitsstrategie erarbeitet, die sowohl auf ökologische, wie auch auf soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit ziele. Der Prozess sei über die nächsten drei Jahre konzipiert. Zudem erläuterte sie den Antrag "Flüchtlinge in Sportdeutschland“. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass in der Umsetzung des Antrags ganz ausdrücklich Mädchen und Frauen berücksichtigt werden müssen.

Die DOSB-Präsidiumsmitglieder Gudrun Doll-Tepper, Vizepräsidentin Bildung und Olympische Erziehung und Mitglied der IOC-Kommission „Women in Sport“, sowie Claudia Bokel, Vorsitzende der Athletenkommission des IOC, informierten die Teilnehmenden auch über aktuelle Aktivitäten und Entwicklungen zur Gleichstellungsarbeit im internationalen Sport. Bokel nannte aktuelle Zahlen zum Anteil von Frauen in internationalen Gremien. Doll-Tepper verwies u.a. darauf, dass der IOC-Frauensport-Kongress künftig nicht mehr isoliert stattfindet werde, sondern die entsprechenden Themen in den Olympic Congress, der alle vier Jahre stattfindet, integriert werden sollen. Das Themenfeld „Schutz vor Gewalt im Sport“ werde auch in der Kommission „Women in Sport“ intensiv diskutiert, weitere Informationen hierzu unter http://safesportintl.org.uk/

Petra Tzschoppe, Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung, ging in ihren Darlegungen auf Aktivitäten des DOSB zur Gleichstellung im zurückliegenden Jahr ein und präsentierte ausgewählte  Ergebnisse des aktuellen DOSB-Gleichstellungsberichts. Der in den Unterlagen zur Mitgliederversammlung enthaltene Bericht nimmt die Beteiligung von Frauen an Führungspositionen in den Blick. In den Präsidien bzw. Vorständen der Mitgliedsorganisationen seien Frauen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Auch wenn der Anteil von Frauen in Führungspositionen in allen Verbändegruppen im Vergleich zu den Vorjahresergebnissen geringfügig angestiegen sei, liege er im Gesamt-Durchschnitt unter 20 Prozent. Hauptberuflich seien in den Mitgliedsorganisationen relativ viele Frauen beschäftigt, dies setze sich jedoch nicht auf der Führungsebene fort. Gleichstellungspolitische Maßnahmen zur Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen wurden im Zeitraum 2014-2015 von knapp 30 Prozent der Mitgliedsorganisationen initiiert. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse werde der DOSB seine Maßnahmen wie Organisationsberatung, Mentoring-Programm und Führungstalente-Camps fortsetzen bzw. weiter entwickeln. Darüber hinaus wird im Oktober 2016 im Rahmen der Frauen-Vollversammlung ein Fachforum „Umsetzung der Gender-Quote“ stattfinden. Die nächsten Frauen-Treffen der Verbändegruppen sollen genutzt werden, um ausführlich über die anstehenden Aktivitäten zu informieren. Schließlich betonte Petra Tzschoppe, dass immerhin 60 Prozent der an der Befragung beteiligten Präsident/innen der Mitgliedsorganisationen zu Veränderungsbedarf hinsichtlich der Situation von Frauen in Führungspositionen sehen, in dieser Einschätzung liege zugleich die Chance für Veränderungen. In diesem Sinne forderte sie alle Teilnehmenden auf, Verantwortung für diese Veränderungen zu übernehmen und wünschte viel Erfolg für die weitere gleichstellungspolitische Tätigkeit.


 
 

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