Preisverleihung: Sportvereine gegen Gewalt an Frauen

20.11.2017

Der Frankfurter Verein „Frauen in Bewegung - Kampfkunst und Bewegung“ wurde mit dem ersten Preis im Wettbewerb „Starke Netze gegen Gewalt“ ausgezeichnet.

Alle Preisträgerinnen und Preisträger mit DOSB-Vizepräsidentin Petra Tzschoppe (5.v.r).

Die Parlamentarische Staatssekretärin Elke Ferner. Fotos: camera4/Eberhard Thonfeld

Weitere Preisträger sind der Shotokan Karate Verein Zanshin-Siegerland sowie der Turnverein Haibach. Gemeinsam verliehen das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Montag in Berlin die mit insgesamt 10.000 Euro dotierten Preise. Gewürdigt wurden herausragende Projekte von Sportvereinen mit Kooperationspartnerinnen und -partnern im Kampf gegen Gewalt an Frauen.

DOSB-Vizepräsidentin Petra Tzschoppe übergab gemeinsam mit der Parlamentarischen Staatssekretärin des BMFSFJ, Elke Ferner, den mit 5.000 Euro dotierten ersten Preis an den Verein „Frauen in Bewegung Kampfkunst und Bewegung“. Vor 32 Jahren von Sunny Graff gegründet, offeriert der Verein Kampfkunst- und Bewegungsangebote speziell für Frauen und Mädchen und kooperiert dabei mit zahlreichen Partnerinnen und Partnern. Im Wettbewerb beworben hat sich der Verein mit seinem Angebot, mit welchem er seit mittlerweile mehr als sechs Jahren in der Tarik Ben Ziad Moschee insbesondere muslimische Mädchen und Frauen erreicht. Mit Taekwonmoodo werden sie ganzheitlich in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt.

Auf den mit 3.000 Euro dotierten zweiten Platz wählte die Jury unter Leitung von Petra Tzschoppe das Projekt des Shotokan Karate Verein Zanshin-Siegerland. In enger Kooperation mit La Vie, einer Beratungsstelle für Mädchen und junge Frauen mit Essstörungen, hat der Verein ein Kursangebot umgesetzt, das eigens für betroffene, in Intensivwohngruppen betreute Frauen konzipiert wurde. Auf sensible, situationsspezifische Weise wurde diesen jungen Frauen vermittelt, sich selbst zu behaupten und zu verteidigen. Darüber hinaus bietet der Verein eine Vielzahl weiterer Kurse zur Gewaltprävention an.

Über den dritten Platz und 2.000 Euro konnte sich der Turnverein Haibach freuen. Gemeinsam mit dem Notruf- und Beratungszentrum für Mädchen und Frauen veranstaltet er seit 2004 jährlich den Stadtlauf „SEFRA rennt gegen Gewalt“. Mit einem bunten Rahmenprogramm und starker medialer Begleitung rückt das gemeinsame Laufen das oft noch verdrängte Thema „Gewalt gegen Frauen“ wirksam in das öffentliche Bewusstsein.

Mit einem Förderpreis in Höhe von 500 Euro würdigten BMFSFJ und DOSB zudem das Engagement der Interessengemeinschaft Partner Pferd e.V. Seit 2013 hilft der Verein traumatisierten Kindern, ihre Gewalterfahrungen zu verarbeiten. In Kooperation mit dem Frauenhaus in Verden erlernen gerade Jungen im Umgang mit Pferden auf diese Weise einen anderen Umgang mit Konflikten.

Kampf gegen Gewalt kann nur gemeinsam funktionieren

Das BMFSFJ unterstützt den Wettbewerb „Starke Netze gegen Gewalt!“, der Sportvereine, Kommunen und Initiativen im Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu verstärkten Kooperationen anregt.

Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin, erklärt: „Der Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen geht alle an. Wir alle müssen Frauen und Mädchen dabei unterstützen, sich zu behaupten und zu schützen. Dazu leisten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs durch ihre Sportangebote einen wichtigen Beitrag. Ich freue mich sehr, dass dieser Wettbewerb das Empowerment von Frauen und Mädchen und die Kooperation und Vernetzung vor Ort fördert. Denn der Kampf gegen Gewalt kann nur gemeinsam funktionieren. Ich wünsche mir, dass die erfolgreiche Netzwerkarbeit auch in der Zukunft fortgesetzt werden kann. Und ich hoffe, dass die heute ausgezeichneten Projekte viele Nachahmerinnen und Nachahmer finden werden.“

Petra Tzschoppe, Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung im DOSB, zeigte sich von der Beteiligung am diesjährigen Wettbewerb sehr angetan. „In allen Bewerbungen war zu sehen, wie Vereine sehr engagiert mit ganz unterschiedlichen Projekten und vielen verschiedenen regionalen Kooperationspartnern starke Netze gegen Gewalt knüpfen. Auf diese Weise stärken sie das Selbstbewusstsein von Mädchen und Frauen und helfen ihnen so, Gewalt und Übergriffen mit einem deutlichen „Mit mir nicht!“ entgegen zu treten. Gerade in Anbetracht der gegenwärtigen „#Me too“- Debatte muss es unser aller Anliegen sein, dieses Engagement der Sportvereine weiterhin zu fördern und auszubauen!“

Partner/innen der Aktion „Starke Netze gegen Gewalt: Keine Gewalt gegen Mädchen und Frauen!“ sind der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, die Bundesvernetzungsstelle Frauenhauskoordinierung, die Bundesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Frauenbüros und Gleichstellungsstellen, die Bundesvereinigung Lebenshilfe, der Weiße Ring, das UN Women Nationales Komitee Deutschland, der Deutsche Behindertensportverband, der Deutsche Aikido-Bund, der Deutsche Judo-Bund, der Deutsche Ju-Jutsu Verband, der Deutsche Karate Verband, und die Deutsche Taekwondo Union.

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(Quelle: DOSB)


 
 

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