38 Vereine, 57 Fachübungsleiter und 350 Menschen mit Behinderung - Lingen integriert natürlich alle Sportler (LinaS)

Torjubel beim Fußball
Foto LinaS

LinaS bewegt Lingen und den gesamten Altkreis. LinaS baut Brücken und überwindet Grenzen. Im Landkreis Emsland findet LinaS seine Fortsetzung über das Projekt "InduS" - Inklusion im Sport im Emsland.

Was für Menschen mit Behinderung lange Zeit unerreichbar schien, ist in Lingen möglich geworden. Denn „Lingen integriert natürlich alle Sportler“, kurz „LinaS“. Das vom Christophorus-Werk initiierte Projekt ist inzwischen deutschlandweit bekannt als Best Practice Beispiel für Inklusion im Sport.

Es begann mit  dem Engagement der Eltern von Kindern mit unterschiedlichsten Behinderungen und einer Idee. Es folgte eine Diplomarbeit mit Bedarfserhebung und einem ersten Konzept, um Menschen mit Behinderung Teilhabe bei Freizeit- und Sportangeboten ihrer Wahl zu ermöglichen.

Das Ziel von LinaS ist, nachhaltig wirkende Sport und Freizeitangebote in Vereinen und Verbänden für Menschen mit Behinderungen in und um Lingen zu ermöglichen.

350 Menschen mit Behinderung sind inzwischen sportlich aktiv und viele sind bereits Vereinsmitglieder. Sie reiten, klettern, rudern, schwimmen, tauchen, tanzen, musizieren, spielen Boule und vieles mehr. Zu den etwa 30 Angeboten kommen ständig neue hinzu.

Unter dem Dach von LinaS wird das Integrationspotenzial eines jeden Einzelnen Sportlers gefördert. Abhängig von den Sportarten und den Voraussetzungen, die die Sportler mitbringen, werden diese entweder direkt in die bestehenden Angebote integriert oder sie werden zunächst einmal nach ihren eigenen Bedürfnissen gefördert. Ein Judoverein in Lingen hat inzwischen alle Menschen mit Behinderung vollumfänglich in das normale Trainingsangebot integriert und macht damit sehr gute Erfahrungen.

LinaS hat viele Unterstützer

Im Jahr 2010 ist LinaS als mustergültiges (Hubert Hüppe, ehemaliger Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung), von der Aktion Mensch gefördertes Pilotprojekt des Christophorus-Werk an den Start gegangen und wurde bis 2013 gefördert. Zusätzlich zu dieser dreijährigen Förderung flossen insgesamt 80.000 Euro von der Lingener Bürgerstiftung in das Projekt. Auch die politischen Vertreter in Lingen sehen den Bedarf einer nachhaltigen Fortsetzung von LinaS und haben daher die finanzielle Förderung des Projektes bis Ende 2016 zugesagt.

Projektleiter Frank Eichholt ist hauptamtlich für das Projekt angestellt. Er informiert und berät Vereine und Verbände, begleitet sie bei der Planung ihrer Angebote, initiiert Fortbildungen und stellt Kontakte zwischen Vereinen und Interessierten her: „Ein Erfolgsfaktor für das Gelingen von Inklusion ist es, die Menschen mit Behinderung zunächst einmal nach ihren Bedürfnissen zu fragen. Wir wollen einen Austausch auf Augenhöhe. Nur so kann bedarfsorientiert geplant werden.“

Fachübungsleiter auszubilden gehörte von Anfang an zu den wichtigsten Aufgaben. Etwa 57 größtenteils ehrenamtlich tätige Fachübungsleiter sind inzwischen in umfangreichen Fortbildungen u. a. zu Unterstützter Kommunikation und Sportorientierter Sozialarbeit zu Spezialisten der Inklusion und damit zu aktiven Brückenbauern geworden. Auch die C-Lizenz Breiten/Behindertensport wurde von vielen Interessenten absolviert.

Die Stadt Lingen, der Behindertensportverband Niedersachsen (BSN), der Deutsche Behindertensportverband (DBS) mit der gleichnamigen Sportakademie und viele Unternehmen in der Region haben LinaS von Beginn an unterstützt und tun es weiterhin. Darüber hinaus engagieren sich viele Ehrenamtliche in den Vereinen und der Arbeitskreis „Mittendrin“, ein Zusammenschluss von engagierten Eltern, steht den Akteuren beratend zur Seite.

LinaS findet Nachahmer

Für den Landessportbund Niedersachsen und den Kreissportbund (KSB) Emsland ist LinaS ein bedeutender Impulsgeber. Der KSB hat die Idee aufgegriffen, um sie aufs gesamte Emsland zu übertragen und das hat das Projekt InduS (Inklusion durch Sport im Emsland), in Kooperation mit dem Christophorus-Werk Lingen e.V, dem Lukasheim in Papenburg und dem VitusWerk in Meppen, ins Leben gerufen.

Das Projekt InduS soll zunächst über drei Jahre laufen und wird insbesondere vom Landkreis Emsland  unterstützt und gefördert. Weitere finanzielle Unterstützung erhält das Projekt von der emsländischen Sparkassenstiftung, der Sporthilfe Emsland,  der Lotto- Sportstiftung  dem Landessportbund Niedersachsen sowie den drei großen emsländischen Städten Lingen, Meppen und Papenburg.

Die Schaffung sowie Weiterentwicklung von Netzwerken und Kooperationen ist für die Projektumsetzung von besonderer Bedeutung. So wird die fachliche Auswertung der Bedarfserhebung sowie die wissenschaftliche Betreuung von dem Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport e.V. (FiBS) in Köln begleitet. Im Fachausschuss Inklusion vom Behindertensportverband Niedersachsen (BSN) sowie am "Runden Tisch" Bildung - ein Arbeitskreis zur Entwicklung von inklusiven Ausbildungsstrukturen vom Landessportbund Niedersachsen, dem Behindertensportverband Niedersachsen und diversen Sportfachverbänden  -  sind wir mit Frank Eichholt, direkt vertreten. Die langjährige Zusammenarbeit mit der DBS-Akademie gGmbH in Steinfurt eröffnet uns weitere Möglichkeiten im Bereich Aus- und Weiterbildung von Fachübungsleitern.

In und um Lingen wird Inklusion bereits gelebt - ein Qualitätsmerkmal der Region. Mit InduS im Emsland bekommt die Brücke, die Menschen mit und ohne Behinderung gebaut haben, eine höhere Reichweite.

 
 

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