Für die Stärkung der Unabhängigkeit der Anti-Doping-Arbeit

14.02.2018

NADA Deutschland und NADA Austria bezeichnen Start von „Olympischen Athleten aus Russland“ als „die falsche Antwort“.

Andrea Gotzmann und Michael Cepic (v.l.) bei der Pressekonferenz in PyeongChang im Deutschen Haus. Foto: picture-alliance

Die nationale Anti-Doping-Arbeit, die Zulassung russischer Athletinnen und Athleten zu den Olympischen Winterspielen und weitere aktuelle Geschehnisse haben im Mittelpunkt der Pressekonferenz der Nationalen Anti Doping Agentur aus Deutschland (NADA Deutschland) und der Nationalen Anti-Doping Agentur aus Österreich (NADA Austria) im Deutschen Haus in PyeongChang gestanden. Das geht aus einer Meldung der NADA aus Deutschland hervor.

„Wir halten die Entscheidung, das Russische Olympische Komitee für die Winterspiele 2018 zu sperren, für vollkommen richtig. Den Start von über 160 Athletinnen und Athleten unter neutraler Flagge mit dem Namen ˒Olympische Athleten aus Russlandʽ, halten wir allerdings für die falsche Antwort auf ein nachgewiesenes Betrugssystem über viele Jahre hinweg. Der Entscheidungsprozess des IOC hin zur Zulassung der russischen Athleten war aus unserer Sicht nicht transparent und kam viel zu spät“, sagte Andrea Gotzmann, Vorstandsvorsitzende der NADA Deutschland.

„Im gesamten Kontext“, ergänzte sie, „wird zudem der Zeitraum nach den Olympischen Spielen ausgeklammert. Es kann nicht sein, dass einige russische Sportlerinnen und Sportler nicht in PyeongChang teilnehmen dürfen, aber vorher und nachher in Weltcup-Wettbewerben starten. Hier greifen die Sanktionsmechanismen überhaupt nicht und werden letztendlich ad absurdum geführt.“

„Die aktuellen Geschehnisse, dazu gehören neben der Zulassung russischer Sportlerinnen und Sportler die jüngsten Entscheidungen des Internationalen Sportschiedsgerichts sowie die Verschlussproblematik bei Dopingkontrollproben, tragen enorm zur Verunsicherung der Athleten bei", sagte Michael Cepic, Geschäftsführer der NADA Austria. „Wir müssen den Athletinnen und Athleten das Vertrauen in die Anti-Doping-Arbeit zurückgeben. Das funktioniert nur mit unabhängigen Anti-Doping-Organisationen, die außerhalb der Sportverbände agieren. Zudem muss die WADA gestärkt werden, um bei Nichteinhaltung der Vorgaben des Codes nachhaltige Sanktionen umsetzen zu können.“

Zusammen mit Antidoping Schweiz haben NADA Deutschland und NADA Austria im Rahmen der D-A-CH-Kooperation die Olympia-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer aller drei Länder mit einem gemeinsamen E-Learning-Programms geschult. Weiter wurden gezielte Schulungen sowie Infostände bei den Einkleidungen angeboten. „Nur aufgeklärte Sportlerinnen und Sportler können sich aktiv gegen Doping aussprechen. Daher legen wir einen großen Fokus unserer Arbeit auf die Aufklärungsarbeit – auch von Olympiakandidaten“, sagte Cepic.

Zudem wurden im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in PyeongChang umfangreiche Testprogramme durch die NADA Deutschland und die NADA Austria initiiert. Sowohl in der unmittel-baren als auch in der langfristigen Vorbereitung sind unangekündigte Trainingskontrollen wichtiger Bestandteil einer intelligenten und zielgerichteten Anti-Doping-Arbeit.

Die NADA Deutschland hat bei den 156 deutschen Olympiateilnehmern seit April 2017 1049 Pro-ben (657 Kontrollen) genommen, wobei 53 Athletinnen und Athleten aus Sportarten der höchsten Risikokategorie bis zu zehnmal kontrolliert wurden (644 Proben; 313 Kontrollen). Insgesamt wur-den bei den 415 potenziellen Olympiakandidaten 1719 Proben (1111 Kontrollen) genommen. Zudem wurden Proben aller Olympia-Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Langzeitlagerung überführt.

Bei den 105 österreichischen Olympiastartern wurden von der NADA Austria seit Januar 2017 insgesamt 344 Proben gezogen, Athletinnen und Athleten in Risikosportarten wurden bis zu zwölfmal kontrolliert. Bei den potenziellen Olympiakandidaten („Longlist“) wurden rund 550 Proben gezogen.

Zusätzlich wurden die deutschen und österreichischen Athletinnen und Athleten von den jeweils zuständigen internationalen Fachverbänden kontrolliert. Mit der Eröffnung des Olympischen Dorfes am 1. Februar 2018 übernahm das Inationale Olympische Komitee (IOC) die Kontrolltätigkeit bis zum Ende der Spiele. Weiterhin wurden in beiden Ländern spezielle Zusatzanalysen durchgeführt und Analysedaten des Biologischen Athletenpasses (ABP: Athlete Biological Passport) systematisch ausgewertet.

„Man sollte sich nicht nur sportlich für Wettwerbe qualifizieren, sondern auch in der Anti-Doping-Arbeit. Dafür müssen zumindest die gültigen Standards weltweit umgesetzt werden. Wir bezweifeln mit Blick auf die jüngst veröffentlichten Daten, dass dies der Fall ist,“ sagte Andrea Gotzmann: „Wir werden gemeinsam mit den führenden Nationalen Anti-Doping-Organisationen die Umsetzung weiter einfordern und bei Nichterfüllung auf Sanktionen bestehen.“

(Quelle: NADA)

 
 

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