Vesper: Offen für alles, was „strict liability“ nicht gefährdet

17.06.2013

Die Justizministerkonferenz hat beschlossen, die gesetzlichen Instrumente gegen Doping im Sport zu schärfen. Dazu erklärt DOSB-Generaldirektor Michael Vesper:

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper ist dafür, die staatlichen Instrumente gegen die Hintermänner des Dopings weiter zu schärfen Foto: picture-alliance

„Der DOSB ist jederzeit offen für weitergehende Maßnahmen, seien dies Gesetze oder praktische Verbesserungen wie die Einrichtung zusätzlicher Schwerpunktstaatsanwaltschaften und ein verbesserter Informationsaustausch zwischen Sportverbänden, NADA und Staatsanwaltschaften - solange der gut gemeinte Ruf nach einem ‚Anti-Doping-Gesetz‘ nicht das sportrechtliche Sanktionssystem im Ergebnis aushebelt und damit die Sanktionierung von Dopingsündern schwächt.

Die Grenzlinie ist für uns die Beibehaltung der ‚strict liability‘, also der Verantwortung des/r Sportlers/in für alle Stoffe, die sich in seinem/ihrem Körper befinden. Auf dieser Grundlage kann das sportrechtliche Sanktionssystem einen Sportler nach einer positiven Probe oder einem indirekten Beweis eines Dopingvergehens unverzüglich für in der Regel zwei Jahre sperren, ohne aufschiebende Wirkung und mit weltweiter Gültigkeit. Hier ist das sportrechtliche Verfahren dem staatlichen überlegen, weil letzteres auf der Unschuldsvermutung aufbaut, langwierige, eine Sanktion aufschiebende Ermittlungen umfasst, nach einer Verurteilung wiederum langwierige Rechtsmittel auslösen kann und bei Ersttätern regelmäßig nicht über Bewährungsstrafen oder Geldbußen hinausgeht.

Der DOSB ist ausdrücklich dafür, die staatlichen Instrumente gegen die Hintermänner des Dopings wie Händler, Ärzte und Betreuer, ohne die Doping gar nicht möglich wäre, weiter zu schärfen. Er begrüßt daher die gerade vom Deutschen Bundestag beschlossenen Verbesserungen. Wir sind für alle weiteren Vorschläge offen, die das Sportrecht und die ‚strict liability‘ nicht gefährden.“

(Quelle: DOSB)

 
 

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