adh nominiert deutsches Universiade-Team

11.08.2017

Vom 19. bis zum 30. August 2017 wird Taiwan das Zentrum des studentischen Spitzensports - die 29. Sommer-Universiade findet in Taipei statt.

Die Mannschaftsleitung des deutschen Universiade-Teams hat den Generaldirektor der Taipeh-Vertretung in Deutschland und drei Athleten zur Pressekonferenz eingeladen (v.li.): Philip Chi-Chung Che, Christoph Fischer, Anna-Lena Frömming, Martin Grau, Anna Limbach, Katrin Werkmann,Thorsten Hütsch; Foto: DOSB

Anna-Lena Frömming, Martin Grau und Anna Limbach (v.li.) verraten auf einer Pressekonferenz gut gelaunt ihre sportlichen Ziele für die Universiade in Taipeh. Foto: DOSB

Die Weltspiele der Studierenden sind mit rund 13.000 Teilnehmenden aus über 150 Nationen die weltweit größte Multisportveranstaltung nach den Olympischen Spielen. Der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh) entsendet ein etwa 180-köpfiges Team zur Universiade, deren "Wettkämpfe sich auf höchstem internationalem Niveau bewegen", wie Thorsten Hütsch, adh-Sportdirektor und Sportlicher Leiter des Teams bei einer Prssekonferenz heute in den Räumlichkeiten der Deutschen Sporthilfe in Frankfurt betonte.

Die junge deutsche Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von 22,8 Jahren wird aus 127 studentischen Spitzensportlerinnen und -Sportlern bestehen, die in 14 Sportarten an den Start gehen. Dies sind: Badminton, Basketball, Bogenschießen, Fechten, Gerätturnen, Gewichtheben, Golf, Judo, Leichtathletik, Rollersports, Schwimmen, Taekwondo, Tischtennis und Wasserspringen. 88 Prozent der deutschen Athletinnen und Athleten, die für Taipeh nominiert sind, seien mit knapp 1,4 Millionen Euro von der Deutschen Sporthilfe gefördert, erläuterte deren Kommunikationsverantwortlicher Florian Dubbel. 

Insgesamt umfasst das deutsche Team mit der Delegationsleitung, dem Trainer- und Betreuerstab, der medizinischen Betreuung und dem Büroteam rund 180 Personen. Zum zweiten Mal nach der Winteruniversiade in Kazan 2015 wird die adh-Vorstandsvorsitzende Dr. Katrin Weckmann von der Uni Frankfurt die deutsche Delegation in Taipeh leiten.

Knapp 300 Entscheidungen in 22 Sportarten

An zwölf Wettkampftagen stehen in Taipeh diverse Entscheidungen auf dem Programm. Neben den 14 Kernsportarten Basketball, Fechten, Fußball, Judo, Gerätturnen, Leichtathletik, Rhythmische Sportgymnastik, Schwimmen, Taekwondo, Tennis, Tischtennis, Volleyball, Wasserspringen sowie Wasserball sind in Taipei sieben weitere optionale Sportarten vertreten. Dazu zählen die in Asien sehr populären Sportarten Baseball, Bogenschießen, Badminton, Gewichtheben, Golf, Rollersports und Wushu. Außerdem wird Billiard als Demonstrationssportart erstmals Teil des Universiade-Wettkampfprogramms sein.

Auch wenn der Spitzensport absolut im Vordergrund stehe, habe sich die Universiade ihren besonderen Charakter einer internationalen Studierenden-Veranstaltung bewahrt, sagte Katrin Werkmann. Die Verbindung von Spitzensport und persönlichem Austausch mache die besondere Atmosphäre und Anziehungskraft der Universiaden aus, die auch von etablierten Sportstars sehr geschätzt werde. "Und für Taiwan bedeutet die Ausrichtung des Großereignisses die Chance, sich als offene, gastfreundliche Nation zu präsentieren", sagte Werkmann, womit sie ein zustimmendes Kopfnicken des anwesenden Generaldirektors der Taipeh-Vertretung in Frankfurt, Philip Chi-Chung Chen bewirkte.

Deutsche Mannschaft nominiert - Nachwuchsathleten stehen im Fokus

Zur Nominierung erläuterte adh-Sportdirektor Thorsten Hüsch: „Viele Länder entsenden erfahrungsgemäß ihre Top-Athietinnen und -Athleten zur Universiade. Speziell aus Asien und Osteuropa treten viele Sportarten mit A-Kadern an. Das deutsche Team ist in diesem Jahr ein sehr junges Team, wir wollen vor allem Nachwuchstalenten eine Chance geben. Bei der Universiade sollen sie die Möglichkeit haben, internationale Erfahrung zu sammeln und so Motivation für die Zukunft zu schöpfen. Damit ebnen wir den Weg für spätere Teilnahmen bei Weltmeisterschaften und Olympische Spiele."

Trotz des extrem jungen Teams blickt Hütsch optimistisch auf die Universiade, auf mögliche Medaillenchancen sowie auf die Aussicht auf Platzierungen unter den Top Acht: „Wir stehen, was unsere Nominierungskriterien angeht, in enger Abstimmung mit den jeweiligen Disziplinchefinnen und Disziplinchefs sowie den nationalen Fachverbänden. Damit stellen wir sicher, dass unser Team international konkurrenzfähig ist." Dabei sieht er vor ailem in den Sportarten Judo, Leichtathletik, Schwimmen und Taekwondo die größten Chancen auf Podestplatzierungen. "Überraschungen sind jedoch in so gut wie allen
Sportarten möglich und wir müssen abwarten, wie die Konkurrenz aufgestellt ist." Hütsch rechnet mit einer ähnlichen Anzahl von Finalplatzierungen wie vor zwei Jahren. "In Gwangjou waren es sehr gute 83 Prozent. Mein Wunsch ist es, in diesem Jahr bis zu 70 Prozent zu erreichen." Der Sportdirektor hält zehn bis 20 Medaillen für realistisch.

Am Podium in Frankfurt saßen auch drei erfolgreiche Spitzensportler und -sportlerinnen: die Fechterin Anna Limbach, der Leichtathlet Martin Grau und die Taekwondokämpferin Anna-Lena Frömming. Alle drei freuen sich unisono auf Land und Leute, das Gemeinschaftsgefühl unter den Athleten aus vielen Nationen und natürlich auf ihre Wettkämpfe.

Sportler/innen freuen sich auf Wettkampf und Gemeinschaftsgefühl

Anna Limbach, die gerade mit einem 5. Platz von der Fecht-WM in Leipzig zurückkehrte, studiert an der Uni Köln BWL. In ihrem letzten Studienjahr hat es die mehrfache Deutsche Meisterin "endlich geschafft einmal bei einer Universiade dabei zu sein". Sie startet nur im Einzel, "aber ich hätte mir auch gerne eine Mannschaft gewünscht". Limbach hat die Olympischen Spiele 2020 in Tokio als ihr großes sportliches Ziel im Blick. "Die Universiade ist für mich ein wichtiger Meilenstein bis dahin."

Der 3.000m-Hindernisläufer Martin Grau kann sogar auf eine Goldmedaille verweisen, die er bei der Universiade vor zwei Jahren im koreanischen Gwangjou gewonnen hat. Er sieht gute Chancen seinen Titel zu verteidigen: "Ich weiß aber auch, dass es diesmal schwerer sein wird. Damals war ich zum ersten Mal bei einer Universiade und ganz locker." Der Bachelor-Absolvent für Internationales Management an der Hochschule Ansbach hatte die Norm für die Leichtathletik-WM in London verpasst und konzentriert sich nun ganz auf seinen Start in Taipeh.

Anna-Lena Frömming, die im Alter von sechs Jahren durch ihre ältere Schwester zum Taekwondo kam, strebt in ihrer Disziplin eine Medaille an: "Ich bin gut drauf, denn unsere WM hatten wir gerade im Juni." Frömming studiert im zweiten Semester Psychologie an der Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen. Sie muss sich "an die Doppelbelastung Studium und Training erst noch gewöhnen".

Sport und Studium ist schwer in Einklang zu bringen

Wie schwer es für studentische Spitzensportler ist, ihr Studium und den Hochleistungssport in Einklang zu bringen, schilderte auch adh-Generalsekretär Christoph Fischer. "Studenten wird während ihres Studiums ein Leistungspensum abverlangt, dass sie parallel zu ihrem Sport erfüllen müssen." Das sei nicht leicht, wie ein Beispiel zeige: "Zwei unserer nominierten Athleten nehmen ihr Klausuren mit nach Taipeh und müssen sie dort umsetzen." Immerhin sei in Deutschland die öffentliche Wahrnehmungfür den Hochschulspitzensport gestiegen. "Eurosport hat angekündigt, von der Universiade in Taipeh insgesamt 120 Stunden zu übertragen.

Gute Mischung aus jungen und erfahrenen Aktiven

Neben vielen jungen Talenten, kann die Deutsche Studierenden-Nationalmannschaft auf mehrere bereits erfahrene Sportlerinnen und Sportler zurückgreifen. So fahren Aktive mit nach Taipei, die bereits 2015 bei der Universiade in Gwangju dabei waren und teilweise auch Medaillen sammeln konnten: Die Judoka Nadja Bazynski (FHÖV Köln) und Maike Ziech (Fernuni Hagen) holten in Korea in ihren Gewichtsklassen jeweils Bronze und mit Lena Urbaniak (Kugelstoßen, HS Ansbach) und Martin Grau (3000m Hindernis, HS Ansbach) sind sogar zwei Goldmedaillengewinner der letzten Universiade dabei. Silber gewannen die Basketballer der Deutschen Studierenden-Nationalmannschaft, die auch in diesem Jahr wieder die Chance haben, die K.O.-Runde der besten acht Teams zu erreichen. Auch auf Europa- und Weltmeisterschaftsniveau waren viele Sportlerinnen und Sportler bereits erfolgreich, die in Taipei zur Deutschen Studierenden-Nationalmannschaft gehören.

Opens external link in new windowAlle Nominierten auf www.adh.de >>>
Opens external link in new windowAllgemeine Infos zur Universiade >>>

(Quelle: adh / DOSB)


 
 

Top Partner Team Deutschland

Sport für Alle Partner

Top Partner Team Deutschland

Sport für Alle Partner