Christian Breuer: "Wir werden jetzt noch mehr informieren"

31.10.2013

Christian Breuer ist DOSB-Athletensprecher und Mitglied des Präsidiums. In dieser Eigenschaft verfolgt er die von Claudia Pechstein angestoßene Diskussion über die Athletenvereinbarung aus der ersten Reihe.

Christian Breuer ist Vorsitzender der Athletenkommission im DOSB. Foto: picture-alliance

Mit der Athletenkommission will Breuer nun von einer unabhängigen Stelle die Athleten informieren lassen, "damit auch gar nicht erst unterstellt werden kann, dass es aus irgendeiner Richtung gesteuert wird". Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) sagt Breuer warum er Pechsteins Unterschriftenaktion grundsätzlich kritisch sieht:

SID: "Herr Breuer, Sie sind Vorsitzender der DOSB-Athletenkommission und Mitglied des DOSB-Präsidiums. Nun gibt es die Athletin Claudia Pechstein, die mobil macht gegen die Athletenvereinbarung, und das Präsidium, das diese vehement verteidigt - auf wessen Seite stehen Sie?"

Christian Breuer: "Ich stehe logischerweise auf der Position, dass ich sage, liebe Leute, es gibt eine Athletenvereinbarung, aber dadurch wird nicht alles andere ausgehebelt. Man muss differenzieren zwischen Athletenvereinbarung und einer Schiedsvereinbarung, die nur Anti-Doping betrifft. Der Unterschied ist nicht allen klar, aber da gibt es einen ständigen Informationsprozess. Wir werden jetzt noch mehr informieren als zuvor.

"Heißt das im Umkehrschluss, ihr Verständnis für die Aktion von Claudia Pechstein hält sich in Grenzen?"

"Ich habe Verständnis dafür, dass andere Sportler mit unterschreiben. Damit sagen sie, mir ist nicht klar, wofür die Athletenvereinbarung steht. Was ich von der Aktion einer Einzelperson oder eines Managements halte, steht auf einem anderen Blatt."

"Was halten Sie denn davon?"

"So lange das für Aufklärung steht, ist das völlig okay. Wenn aber diese Unterschriften dafür eingesetzt werden, um eigenen Dingen zu dienen oder um irgendwas zu belegen, was damit nicht belegbar ist, finde ich das schade."

"Claudia Pechstein sieht sich ungerecht behandelt und bemängelt unter anderem, dass sie keine Chance hat, trotz vermeintlich berechtigter Zweifel in ihrem Fall ein deutsches Gericht anzurufen. Haben Sie Verständnis für ihren Unmut?"

"Ich finde es spannend, dass man das Schweizer Bundesgericht als nicht unabhängig darstellt. Diese Sichtweise vertritt sie. Sie klagt momentan auf Schadenersatz vor dem Landgericht München, um damit auch ihr Verfahren wieder aufzurollen. Wie dies ausgeht, werden wir sehen, es hat aber nichts zu tun mit ihrem Verfahren vor einem internationalen Gerichtshof. Da hat es sich nie um deutsches Recht gedreht."

"Was für Konsequenzen zieht die Athletenkommission aus Pechsteins aktueller Initiative?"

"Die Athletenvereinbarung ist ja ständig auf unserer Tagesordnung, weil sie nicht nur Anti-Doping umfasst, sondern auch viele andere Themen bis zu Sponsoren-Logos und Rechte der Athleten gegenüber dem Verband. Wir werden noch mal einen Fragen- und Antwortenkatalog erstellen, der auch von einer neutralen Instanz durchgeführt wird, damit auch gar nicht erst unterstellt werden kann, dass es aus irgendeiner Richtung gesteuert wird, um nochmal zu erklären, warum es eine Athletenvereinbarung gibt oder eine Schiedsvereinbarung in Sachen Anti-Doping, wo sind Hürden, warum ist das so geregelt..."

"Welche Instanzen schweben Ihnen vor?"

"Wir werden zeitnah mit zwei, drei Instanzen reden und dann sehen, wer dann am besten dazu passt."

"Können Sie Namen nennen?"

Breuer: "Nein, man kann es dann ja sehen, wer den Katalog erstellt hat."

(Quelle: SID / Jörg Mebus)

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