Neue Lösungen für die Förderung des Sports finden

29.09.2014

Die sportpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der CDU-Landtagsfraktionen haben sich mit dem Verfall von Sportstätten und mit der Unterfinanzierung des organisierten Sports befasst.

In der Rangliste der höchsten Investitionsbedarfe nimmt der Sport einen der vorderen Plätze ein. Foto: picture-alliance

Nach der zweiten Sprechertagung in Kiel vom 22.  bis 23. September 2014 gaben die sportpolitischen Sprecherinnen und Sprecher folgende Erklärung ab:

Demografischer Wandel als Chance für die Sportentwicklung

Bedingt durch den demografischen Wandel, einem grundsätzlich veränderten gesellschaftlichen Freizeitverhalten sowie einer sich wandelnden Bevölkerungsstruktur müssen auch in der Sportpolitik neue Lösungen gefunden werden. Aus Sicht der sportpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der CDU-Landtagsfraktionen muss hierauf mit einer abgestimmten, flächendeckenden und bedarfsorientierten Sportentwicklungsplanung in ganz Deutschland reagiert werden. Um den vielfältigen Herausforderungen im Sport möglichst zielgenau begegnen zu können, sind in den nächsten Jahren folgende politische Handlungsfelder verstärkt von den Kommunen und den Ländern in Angriff zu nehmen:

Die Förderung des Gesundheits- und Breitensports – insbesondere auch des Sports für ältere Menschen und Menschen mit Behinderung – innovative sowie zielgruppenorientierte Angebote im Bereich des Kinder- und Jugendsports. Darüber hinaus gilt es die Integrationsleistungen des Sports weiter zu stärken. Eine effektive Sportentwicklungsplanung kann aus Sicht der CDU-Fraktionen nur gemeinsam mit den Sportvereinen und –verbänden sowie den Erkenntnissen sportwissenschaftlicher Untersuchungen gelingen. Bei der kommunalen Sportentwicklungsplanung kann es sich aufgrund der Autonomie des Sportes und der selbstständigen kommunalen Einheiten nur um eine Orientierungshilfe handeln. Allerdings erkennen die sportpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der Union die Notwendigkeit, in diesem wichtigen sportpolitischen Handlungsfeld frühzeitiger zu agieren. Eine sozialraumorientierte Sportentwicklungsplanung kann nur als ein kontinuierlicher Abstimmungsprozess mit allen relevanten Interessensgruppen Erfolg haben.

Den Sanierungsstau bei Sportstätten endlich auflösen

Der Sport als Wirtschaftsfaktor trägt 90 Mrd. Euro jährlich zur Bruttowertschöpfung bei. Dieser Wert ist vergleichbar mit der Wertschöpfung der gesamten chemischen Industrie in der Bundesrepublik Deutschland. Dem steht laut Deutschem Olympischen Sportbund (DOSB) ein Sanierungsstau in Höhe von mehr als 42 Mrd. Euro in den deutschlandweit mehr als 230.000 Sportstätten gegenüber. Laut Deutschem Institut für Urbanistik (DIFU) besteht in Deutschland bis zum Jahre 2020 ein kommunaler Investitionsbedarf, zum Beispiel für Straßenbau und Sanierung von Schulen etc., von etwa 704 Mrd. Euro. In der Rangliste der höchsten Investitionsbedarfe nimmt der Sport hier einen der vorderen Plätze ein. Aus Sicht der CDU-Sportpolitiker werden Sportstätten bei der Sanierung, der Grundinstandsetzung und der ökologischen Modernisierung zunehmend vernachlässigt. Dies macht deutlich, dass Bund, Länder und Gemeinden die Sportstätten stärker in den Fokus ihrer Förderung nehmen müssen. Dieser Handlungsbedarf muss als Bestandteil der Daseinsfürsorge von allen institutionellen Ebenen des Staates verstanden werden.

Gegenwärtig werden über 90 Prozent der Leistungen im Sport von ehrenamtlich tätigen Menschen erbracht. Dieses hohe bürgerschaftliche Engagement stellt einen enormen Beitrag für unsere Gesellschaft dar. Deshalb muss die Förderung sowie die Anerkennungskultur des Ehrenamtes verbessert werden.

Vor dem Hintergrund der angespannten Lage der Haushalte von Länder und Kommunen und der anstehenden Schuldenbremse müssen neue Wege der Finanzierung des organisierten Sportes und zur Auflösung des Sanierungsstaus bei Sportstätten gefunden werden.  Im Interesse einer auskömmlichen finanziellen Ausstattung des Breiten- und Vereinssports in Deutschland ist zu prüfen, inwieweit der gültige Glücksspielstaatsvertrag optimiert werden kann.

Bewerbung um Olympische Spiele als Antrieb für ein Sanierungsprogramm nutzen

Die sportpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der CDU-Landtagsfraktionen unterstützen das Vorhaben des DOSB, Olympische und Paralympische Sommerspiele nach Deutschland holen zu wollen. Von dieser Sportgroßveranstaltung muss das ganze Land nachhaltig profitieren. Aus diesem Grund fordern wir den Bund auf, in ein Sanierungsprogramm für Sportstätten und somit in den gesamten Breitensport zu investieren.

Wir wollen die 20er-Jahre zu einer Dekade des Sports in Deutschland machen. Der DOSB und der Deutschen Fußballbund (DFB) sind angehalten Einigkeit zu erzielen, mit welcher nationalen Bewerbung sie für 2024 und 2028 antreten wollen.

(Quelle: Kieler Erklärung der sportpolitischen Sprecherinnen und Sprecher der CDU-Landtagsfraktionen)

 
 

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