Kopf voraus zu Silber und Bronze

19.02.2016

Bei den zweiten Olympischen Jugendspielen in Lillehammer gewannen die deutschen Skeletonfahrer Silber und Bronze. Das Nordic Mixed Team sprang und lief auf Rang drei.

Das erfolgreiche deutsche Skeleton-Team: v.l. Anja Selbach, Robin Schneider, Florian Heinrich, Hannah Neise und Dr. Christian Schneider. Foto: DOSB

Hannah Neise und Trainerin Anja Selbach am Start der Skeletonstrecke. Foto: DOSB

Das deutsche Nordic Mixed Team: v.l. Anna-Maria Dietze, Philipp Unger, Tim Kopp, Agnes Reisch und Jonathan Siegel. Foto: DOSB

Christoph Lechner während des Snowboard Slopestyle Finals. Foto: DOSB

Lea Scholz stürzt im Massenstart der Eisschnellläufer. Foto: YIS/IOC

Im Lillehammer Sliding Center schrieb die deutsche Mannschaft auch in den Skeleton-Wettbewerben ihre Erfolgsgeschichte fort. Hannah Neise (BSC Winterberg) gewann Silber, Robin Schneider (RC Ilmenau) Bronze. Florian Heinrich (BSC Oberbärenburg) rundete das gute Resultat mit einem fünften Platz ab. Trainerin Anja Selbach, die als Aktive in Vancouver Olympia-Bronze holte, war in erster Linie „enorm stolz auf ihre Truppe“ und empfand vergleichbare Freude wie bei ihrem Erfolg bei den Olympischen Winterspielen 2010. „Wolfram (Wolfram Lösch, d. Red.) und ich haben uns tierisch gefreut. Medaillen mit der Mannschaft zu gewinnen, ist genau so schön, wie im Einzel als Fahrerin“, sagte Selbach. „Es ist großartig, dass alle drei ihre gute Trainingsleistung auch im Wettkampf bestätigt haben.“

Für Neise, die hinter ihrer guten Freundin Ashleigh Fay Pittaway aus Großbritannien auf Rang zwei fuhr, ist die Medaille bei den Olympischen Jugendspielen zusätzliche Motivation. „Ich würde schon total gerne mal bei den großen Spielen starten. Durch die Jugendspiele hier habe ich nicht nur viele neue Freunde gewonnen, sondern bin auch ein bisschen selbstbewusster geworden“, sagte die 15-Jährige.

Bei Schneider und Heinrich war vor dem zweiten Lauf für Spannung gesorgt. Zwischen dem führenden Russen und Schneider auf Rang drei und Heinrich auf Rang fünf lagen nur 0,10 bzw. 0,40 Sekunden, doch der zweite Lauf brachte keine Veränderung mehr im Klassement. „Ich bin vollkommen zufrieden. Ich wollte im Wettkamof meine beiden besten Läufe hier zeigen und das habe ich geschafft. Schön, dass dabei eine Medaille rausgekommen ist“, sagte Schneider nach dem Rennen.

Nordisches Teamwork leisteten die Skispringer Agnes Reisch (WSV Isny) und Jonathan Siegel (SV Baiersbronn), die Langläufer Philipp Unger (SV Stützengrün) und Anna-Maria Dietze (Pulsschlag Neuhausen) und der Kombinierer Tim Kopp (VSC Klingenthal), die sich im Nordic Mixed Teamwettbewerb gemeinsam die Bronzemedaille erkämpften. Im Foto-Finish setzte sich Schlussläufer Unger gegen den Slowenen Luka Markun durch und sicherte der deutschen Mannschaft die Medaille. „Ich war völlig am Ende. Ich habe nichts mehr wahrgenommen, sondern einfach nur noch alles gegeben“, berichtete Unger. Für die Kollegen waren es nervenaufreibende Momente. „Es war so spannend am Ende, wir konnten fast nicht hingucken“, erzählte Dietze und Siegel meinte: „Es ist echt cool, dass wir eine Medaille gewonnen haben. Das war ein richtig spannender Wettbewerb. Vor allem die Langläufer haben ihren Job heute richtig gut gemacht.“ Während Russland souverän gewann, war der norwegische Schlussläufer, Vebjoern Hegdal, erst am letzten Anstieg davon gezogen.

Im Springen am Morgen hatten Reisch, Siegel und Kopp den zweiten Platz hinter Slowenien belegt. Reisch war vor ihrem Sprung viermal vom Balken gewunken worden, weil der Wind außerhalb des festgelegten Korridors war. „Mir sind da oben fast die Beine eingeschlafen, das ist natürlich nicht optimal, wenn man sich immer wieder auf Spannung bringen muss und dann geht es doch nicht los. Dafür war der Sprung aber ganz okay“, sagte die 16-Jährige unmittelbar nach ihrem Sprung. Springer-Kollege Siegel zeigte sich mit seinem Sprung ebenfalls zufrieden und war voller Vorfreude auf den Staffellauf am Nachmittag „Jetzt bin ich heiß darauf, die anderen in der Loipe anzufeuern. Wir werden schreien, was das Zeug hält“, erklärte er. Im Birkebeineren Cross Country Stadion gingen die Deutschen dann mit einem Rückstand von 26 Sekunden auf Slowenien und neun Sekunden vor Russland und 25 Sekunden vor den starken Langläufern aus Norwegen in die Loipe. Angefeuert wurden sie von zahlreichen deutschen Betreuern, die sich entlang der Strecke verteilt hatten. „Ich habe nur noch Glühwürmchen gesehen“, meinte Tim Kopp schmunzelnd in Anspielung auf die neonfarbenen deutschen Team-Jacken.

Das neue Wettkampfformat gefiel den deutschen Nachwuchsathleten durchweg gut. „Ein Erfolg im ganzen Team ist umso schöner“, meinte Kopp und Reisch sagte: „Den Wettbewerb sollte es gerade bei Großereignissen, wo sowieso alle Sportarten dabei sind, öfter geben.“ Florian Aichinger, Trainer in der Nordischen Kombination, äußerte sich ähnlich. „Ich bin von dem Format begeistert, besonders im Jugendbereich funktioniert das gut. Es waren auch Mannschaften vorne, die über alle drei Disziplinen ausgeglichen besetzt sind“, erklärte er und fügte hinzu: „Team-Wettbewerbe sind immer toll und gerade für die jungen Athleten eine riesige Motivation.“ Von der Vorstellung der deutschen Mannschaft zeigte er sich begeistert. „Die war heute eine sehr starke Teamleistung. Man sieht, dass wenn der Verband zusammensteht, alles möglich ist“, sagte Aichinger.

Für die deutschen Eisschnellläufer stand in Hamar zum Abschluss der Massenstart auf dem Programm. Bei einem südkoreanischen Doppelsieg durch Min Seok Kim und Jae Woong Chung wurden Ole Jeske (EV Dresden) und Lukas Mann (ESC Berlin) Fünfter und Sechster. „Die Strategie bei den Jungs war, zum Zwischensprint das Tempo anzuziehen, Punkte mitzunehmen und das Feld etwas auseinanderzureißen“, erklärte Trainer Jan Coopmans und ergänzte: „Der erste Teil des Plans hat super funktioniert, der zweite leider nicht – da hat mich die Passivität der anderen Nationen schon überrascht. Es war eigentlich klar, dass die Koreaner im Endspurt nicht zu schlagen sind.“ Die Plätze fünf und sechs seien allerdings ein „riesen Erfolg“.

Bei den Juniorinnen musste Pia-Leonie Kirsakal (TSC Berlin) aufgrund einer Verletzung erneut passen. Lea Scholz (TSC Berlin) kam zu Sturz und wurde am Ende 23. „Lea ist sehr gut ins Rennen gekommen und hat die ausgegebene Taktik umgesetzt. Leider wurde sie dann in eine Kollision verwickelt und kam zu Sturz, damit war das Rennen natürlich gelaufen“, sagte Coopmans. Gold ging an Ji Woo Park aus Südkorea vor der Chinesin Mei Han und Min Sun Kim aus Südkorea.
Coopmans Gesamt-Fazit der Wettkämpfe von Hamar ist durchaus positiv. „Insgesamt lief es besser als erwartet. Wir haben mit einer jungen Truppe eine Bronzemedaille und vier Plätze unter den besten sechs erreicht“, bilanzierte er. „Die Sportler haben sich richtig gut verkauft, wir sind zufrieden.“

Im Hafjell Freepark standen heute die Finals im Ski- und Snowboard Slopestyle auf dem Programm. Snowboarder Christoph Lechner, mit 15 Jahren der Jüngste im deutschen Team, steigerte sich im zweiten Lauf und wurde am Ende mit 53,0 Punkten 13. Im Ski Slopestyle Finale konnte Anna-Maria Wocher (SC Prien) auf Grund einer Verletzung nicht starten. Damit blieb Moritz Neuhauser (TV Kempten) einiziger deutscher Starter. Er beendete das Finale mit 56,2 Punkten auf Rang 12.

Auf der Alpinen Strecke in Hafjell fuhr Jonas Stockinger (SC Herzogsreut) im Slalom der Junioren auf Platz neun. Anton Grammel (Skiclub Kressbronn) schied im ersten Durchgang aus. Der Sieg ging an den Österreicher Manuel Traninger.

(Quelle: DOSB)


 
 

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