DOSB-Präsidium für Olympiabewerbung 2024

28.10.2014

Das Präsidium des DOSB hat sich am heutigen Dienstag in Neu-Isenburg einstimmig dafür ausgesprochen, sich mit Berlin oder Hamburg für 2024 und ggf. auch 2028 um die Olympischen und Paralympischen Spiele zu bewerben.

Die Entscheidung zwischen Berlin und Hamburg soll auf einer außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung am 21. März 2015 fallen. Foto: picture-alliance

Einen entsprechenden Beschlussvorschlag bringt es in die DOSB-Mitgliederversammlung am 6. Dezember 2014 in Dresden ein.

Zugleich verabschiedete das Präsidium einen Zeitplan für den Fortgang der Bewerbung. Danach soll die Entscheidung über die Bewerberstadt auf einer außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung am 21. März fallen. Das DOSB-Präsidium, so heißt es in dem Beschlussentwurf für die Mitgliederversammlung, wird zur Vorbereitung dieser Entscheidung einen Vorschlag vorlegen, den es gemeinsam mit einem Beratungsgremium erarbeiten wird, das sich aus erfahrenen Mitgliedern der Sportfamilie sowie Vertretern aus Politik und Gesellschaft zusammensetzt. Diese Sitzung ist für den 16. März 2015 vorgesehen. Dieses Vorgehen ist sowohl mit Berlin als auch Hamburg abgestimmt.

Das DOSB-Präsidium betonte in seinem Beschlussvorschlag zugleich: „Der Bewerbungsprozess ist transparent und partizipativ zu gestalten, und in Abstimmung mit der Bewerberstadt ist zu geeigneter Zeit ein Bürgerentscheid abzuhalten.“ Der Termin hierfür ist in Abstimmung mit der Bewerberstadt festzulegen.

„Für den deutschen Sport sind die Olympischen und Paralympischen Spiele das wichtigste Ereignis überhaupt“, sagt DOSB-Präsident Alfons Hörmann. „Olympische und Paralympische Spiele, nachhaltig angelegt, sind eine Chance für das ganze Land und besonders für die Ausrichterstadt und -region. Von München 1972 bis London 2012 wird deutlich, was sie, richtig konzipiert und durchgeführt, in Wirtschaft und Gesellschaft und vor allem im Sport eines Landes auslösen können.“

Von der "schmerzvollen" Niederlage um die Olympischen Winterspiele 2022 in München habe man gelernt, betont Hörmann. "Rückblickend war es eine der Erkenntnisse, dass dort nicht in der notwendigen Klarheit und Intensität kommuniziert worden ist. Das hatte auch viel mit den Wahlkämpfen in der Region, in Bayern zu tun. Das ist auch eine der Gründe warum wir jetzt gesagt haben, sowohl Berlin als auch Hamburg werden aus unserem Verständnis heraus davon profitieren, wenn die Entscheidung über die neuen Regierungen erst einmal getroffen ist." Hörmann sprach beiden Bewerberstädten ein großes Kompliment für ihre Aktivitäten aus, die in vielen Informations- und Diskussionsforen ihren Niederschlag fänden. "Heute ist man in Berlin und Hamburg deutlich weiter als vergleichbar damals in München." Die Politik und der Sport seien lernfähig, so Hörmann.

Einer vom DOSB in Auftrag gegebenen repräsentativen Forsa-Umfrage von Anfang September 2014 zufolge würden es mehr als drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger in den beiden Städten begrüßen, wenn Olympische und Paralympische Spiele wieder in Deutschland stattfänden: In Hamburg sind es 80 Prozent und in Berlin 79 Prozent. Dies entspricht auch dem Ergebnis anderer repräsentativer Umfragen in ganz Deutschland. DOSB-Generaldirektor Michael Vesper wertet dies als große Zustimmung: „Wann bekommt man in Deutschland mit 70 bis 80 Prozent noch so eine positive Haltung wie bei einem solchen Projekt?“ „Diese Zahlen“, sagt Alfons Hörmann, „verstehen wir sozusagen als Arbeitsauftrag, das Thema weiter professionell und mit aller Kraft zu verfolgen“.

„Dass im jetzigen Vorstadium einer möglichen Bewerbung die Bürger/innen noch unentschieden sind, was die Durchführung von Olympischen Spielen in der eigenen Stadt – also gewissermaßen vor der Haustür – angeht, ist nicht überraschend, denn die konkreten Rahmenbedingungen und z. B. auch die Kosten sind noch nicht im Einzelnen bekannt“, erklärt DOSB-Generaldirektor Michael Vesper. In Berlin ist die Situation derzeit noch pari-pari (48 Prozent der Bürger/innen sind für eine Bewerbung Berlins, 49 Prozent dagegen), in Hamburg ist schon heute eine Mehrheit festzustellen (53 Prozent dafür, 44 Prozent dagegen). In beiden Städten sprechen sich knapp 70 Prozent der Befürworter für eine Bewerbung für das Jahr 2024 aus; die anderen haben keine oder eine Präferenz für das Jahr 2028. In beiden Städten ist die Zustimmung bei den Jüngeren deutlich höher als bei den Älteren. Während 62 Prozent (Hamburg) bzw. 57 Prozent (Berlin) der unter 30-Jährigen sich für eine Bewerbung ihrer jeweiligen Stadt aussprechen, sinkt dieser Anteil bei den über 60-Jährigen auf 44 Prozent (Hamburg) bzw. 42 Prozent (Berlin).

„Die Lücke zwischen der allgemeinen Zustimmung zur Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele und der konkreten Befürwortung einer Bewerbung der eigenen Stadt zu schließen, ist eine Herausforderung, der der organisierte Sport sich gemeinsam mit den beteiligten Städten stellt“, sagt Hörmann. Dass dies möglich sei, zeige die Einstellung der Bürger/innen zum Einfluss von Olympischen und Paralympischen Spielen auf die Entwicklung und den Ruf ihrer jeweiligen Stadt. Die Mehrheit der Hamburger (60 Prozent) und auch der Berliner (55 Prozent) meint, die Spiele könnten die Entwicklung ihrer Stadt positiv beeinflussen. Und 79 Prozent der Hamburger bzw. 74 Prozent der Berliner sind der Ansicht, dass die Spiele sich auf den Ruf ihrer Stadt positiv auswirken würden; diese Ansicht teilen sogar zwei Drittel (in Hamburg) bzw. 48 Prozent (in Berlin) der Gegner/innen einer Bewerbung.

Initiates file downloadBeschluss des DOSB-Präsidiums zur Olympiabewerbung >>>

(Quelle: DOSB)


 
 

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