DOSB und Lesben- und Schwulenverband im Gespräch

07.10.2013

DOSB und LSVD haben am vergangenen Mittwoch in Frankfurt/Main die Positionierung des Sports zur russischen Gesetzgebung gegen "Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen" erörtert.

DOSB und LSVD erörterten die Positionierung des Sports zur russischen Gesetzgebung gegen "Propaganda nicht-traditioneller sexueller Beziehungen". Foto: picture-alliance

Das Thema wird vor dem Hintergrund der im Februar 2014 stattfindenden Olympischen Winterspiele derzeit weltweit diskutiert. Der LSVD, der durch seine Bundesvorstandsmitglieder Eva Henkel, Günter Dworek und Axel Hochrein sowie Bundesgeschäftsführer Klaus Jetz vertreten war, schilderte die Situation russischer Homosexueller. Er verwies auf die weit über Russland hinausgehende Dimension: Zwar werde die Diskriminierung aufgrund sexueller Identität in vielen Ländern zunehmend geächtet, einigen Regierungen biete die gegenläufige Entwicklung in Russland jedoch einen Vorwand, ebenfalls die Rechte der eigenen Bürgerinnen und Bürger einzuschränken.

Der LSVD begrüßte deshalb den Beschluss des DOSB-Präsidiums vom 16. September 2013, der das Gesetz als Widerspruch zu den eigenen Werten bezeichnet hatte. Zugleich bot der LSVD an, für alle Athletinnen, Athleten und Betreuer, die von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch machen und für Freiheit und Respekt eintreten wollen, als Experte für das Thema Menschenrechte von Lesben, Schwulen und Transgender in Russland zur Verfügung zu stehen. Er hoffe, dass das Thema Menschenrechte in Russland durch die Olympischen Winterspiele mehr Beachtung erfahre.

DOSB-Generaldirektor Michael Vesper informierte über die Zusicherung der Gastgeber der Winterspiele Sotschi 2014, dass die Veranstaltung entsprechend der IOC-Charta diskriminierungsfrei für Athletinnen und Athleten, Betreuer, Medien und Fans stattfinden werde. Vesper erläuterte, selbstverständlich gelte für die Deutsche Olympiamannschaft und alle anderen Athletinnen und Athleten in Sotschi grundsätzlich das Recht der freien Meinungsäußerung. Beachtet werden müsse lediglich ein eigens für die Wettkampfstätten und Olympischen Dörfer zum Schutz der Veranstaltung geltendes Neutralitätsgebot, das helfe, die Spiele nicht zur Bühne für die zahllosen weltweiten politischen, religiösen oder ethnischen Konflikte werden zu lassen und deshalb demonstrative Gesten, Bekleidung oder Banner untersage.

Beide Seiten vereinbarten ein Folgetreffen nach den Olympischen Winterspielen, um die in Russland gemachten Erfahrungen auszuwerten und die bereits bestehenden Aktivitäten gegen Homophobie im Sport zu vernetzen.

(Quelle: DOSB/LSVD)

 
 

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