Fruchtbare Diskussionen beim Europäischen Abend des Sports

01.03.2013

Mehr als 300 Gäste aus Sport und Politik haben am Mittwoch beim „Europäischen Abend des Sports“ in Brüssel eindringliche Plädoyers zur Förderung und Integrität des Sports gehört.

Gastgeber Patrick Hickey (li.) diskutiert mit (v.li.) Bernd Neuendorf, Dr. Detlef Fechtner, Jan Truszczynski, Michael Ring und Doris Pack über die Förderung und Integrität des Sports in Europa. Foto: Alexander Louvet

Claudia Bokel im Gespräch mit (v.li.) Christophe de Kepper, Dr. Detlef Fechtner (Moderator), Harri Syväsalmi, Friedhelm Althans; Foto: Alexander Louvet

Patrick Hickey, Präsident des Europäischen Olympischen Komitees (EOC), begrüßte in den Räumen der Nordrhein-Westfalen-Vertretung bei der Europäischen Union Mitglieder des Europäischen Parlaments (EP), Vertreter der Europäischen Kommission und von Regierungen ebenso wie Athleten und Offizielle des Sports. Angesichts der aktuellen Haushaltsberatungen erinnerte er daran, dass es der Sport verdiene, „im nächsten EU-Budget voll berücksichtigt zu werden“. Hickey ergänzte, er hoffe, in zwei Jahren an dieser Stelle auch von der Anerkennung des Sports in der Europapolitik und von konkreten Zahlen berichten zu können „und dass unsere Erwartungen voll erfüllt wurden“.

Der Hauptredner des Abends, IOC-Vizepräsident und DOSB-Präsident Thomas Bach, sprach vor allem über das Verhältnis zwischen EU, Sport und Athleten. Er legte den EU-Entscheidungsträgern im Saal nahe, die Sportlerinnen und Sportler bei Themen zu Rate zu ziehen, die deren Leben beeinflussten, beispielsweise bei der Dualen Karriere. Darüber hinaus forderte er die EU auf, die Autonomie des Sports zu sichern und Sportverbände in deren Kampf gegen Wettbetrug zu unterstützen.

Wettbetrug und die EU-Sportförderung über 2014 hinaus waren auch Themen zweier Podiumsdiskussionen mit hochkarätigen Teilnehmern.

Patrick Hickey, Bernd Neuendorf, Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, der irische Sportminister Michael Ring, Doris Pack, Vorsitzende des Ausschusses für  Kultur und Bildung des Europäischen Parlaments und Jan Truszczynski, für Sport zuständiger Generaldirektor der EU-Kommission, stimmten darin überein, dass der Sport mit ausreichenden Mitteln und einem eigenen Kapitel im künftigen EU-Haushalt berücksichtigt werden müsse. Doris Pack und Michael Ring bekräftigten vor allem ihre volle Unterstützung für den Breitensport und forderten abermals, hierfür mehr Mittel zur Verfügung zu stellen. Mit dem Hinweis auf die Europäischen Strukturfonds  betonte Jan Truszczynski, dass das Sportkapitel „nicht das einzige Programm mit sportbezogenen Projekten“ bleiben werde.

Über Wettbetrug, eine der größten Gefahren für Integrität des Sports und faire Wettbewerbe, diskutierten Claudia Bokel, IOC-Exekutivmitglied und Vorsitzende der IOC-Athletenkommission, IOC-Generaldirektor Christophe De Kepper, Harri Syväsalmi, Vorsitzender der Ratsexpertengruppe „Spielmanipulationen“, und Friedhelm Althans, Hauptkommissar der Polizei Bochum. Claudia Bokel erklärte, entscheidend sei, Athleten und deren Umfeld umfassend und frühzeitig weiterzubilden, um gegen die Gefahren des Wettbetrugs besser gewappnet zu sein. Christophe De Kepper erinnerte an die internationale Dimension des Wettbetrugs und die zahlreichen Initiativen des IOC und anderer Sportorganisationen zur Prävention und Überwachung. Friedhelm Althans and Harri Syväsalmi betonten die wichtige Rolle der Aufsichtsbehörden und forderten geeignete gesetzliche Bestimmungen gegen Korruption im Sport.

Die nach allgemeiner Ansicht sehr fruchtbare Diskussion habe wieder gezeigt, dass es im Kampf gegen die Bedrohung „Wettbetrug“ der Zusammenarbeit aller Beteiligter bedürfe: Sportorganisationen ebenso wie Athleten, öffentlicher Einrichtungen und Polizei, hieß es anschließend.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die eindrucksvolle Tischtennis-Vorführung des siebenmaligen Olympiateilnehmers Jean-Michel Saive. Der Belgier forderte die vielen Sportfreunde im Saal auf, gegen ihn anzutreten.

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(Quelle: EOC EU-Büro / DOSB)

 
 

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