Der DOSB trauert um Martin Roth

07.08.2017

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) trauert um sein Persönliches Mitglied Prof. Dr. Martin Roth, früherer Direktor des Londoner Victoria and Albert Museums und zahlreicher deutscher Museen.

Martin Roth war Persönliches Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund. Foto: picture-alliance

Der 62-Jährige starb am Sonntag nach schwerer Krankheit.

Der Kulturwissenschaftler, einer  der erfolgreichsten und umtriebigsten Museumsmacher der vergangenen Jahrzehnte, war dem Sport eng verbunden und sah sich als einen  Kulturbotschafter im Sport. Seine Rolle in der Kultur hatte er immer auch als politische Intervention verstanden. Jeder öffentliche Ausdruck habe eine Botschaft, sagte Roth in einem Interview mit der DOSB-Zeitschrift „Faktor Sport“: Es sei die gesellschaftliche Dimension von Sport und Kultur, ein bisschen mehr davon zu erfahren, was der andere mache.

„Ob wir Bilder ausstellen und sich jemanden daran erfreuen lassen, oder ob wir jemanden zum Sport animieren: Es geht zunächst darum, dass man Menschen zusammenbringt. Bei beiden ist es ein Bildungsauftrag. In dem einen Fall nur etwas körperbetonter“, hatte Roth gesagt. Speziell Olympische Spiele stufe er als eine „immer wichtiger werdende Plattform“ ein, sagte er 2015 der TAZ: „Das betrifft ganz klassische Themen, von Völkerverständigung über Toleranz bis hin zu einer großen Begegnungsplattform, die geschaffen wird. Das klingt alles furchtbar pathetisch, aber es ist wichtiger denn je. Viel hängt natürlich auch davon ab, wie solche Veranstaltungen definiert werden. Olympische Spiele bringen die Möglichkeit, sich darzustellen, anders darzustellen.“ Roth war Mitglied in der Kommission Kultur und Olympisches Erbe des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Im Deutschlandfunk stellte er die Frage, „ob es nicht sinnvoll wäre, wenn es so etwas geben würde wie ein durchgängiges Kulturprogramm der Olympiade. Also nicht immer nur schnell ein Kulturprogramm in der Stadt, bevor die Spiele eröffnet werden, sondern die Olympiade hätte sicherlich so ein dauerhaftes Kulturprogramm, eine eigene Kultur verdient.“ Und er  wollte die Initiative ergreifen, dass man diese Diskussion intensiviert.“

Die berufliche Sozialisation von Martin Roth war eng an Museen geknüpft. Schon seine Promotion 1987 an der Eberhard Karls Universität Tübingen hatte die Geschichte des kulturhistorischen Museums zum Thema. Forschungsaufenthalte am Deutschen Historischen Institut in Paris und eine wissenschaftliche Mitarbeit im Deutschen Historischen Museum Berlin folgten. Kurz nach der Wende übernahm Roth die Leitung des Deutschen Hygiene-Museums in Dresden. Von 1996 bis 2000 arbeitete er im Management der Expo 2000 in Hannover, ehe er im Herbst 2001 zum Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ernannt wurde. Die Leitung des Londoner Victoria and Albert Museums gab er im vergangenen Jahr ab.

Im Mai 2017 wurde ihm die Ehrensenatorenwürde der Eberhard Karls Universität Tübingen verliehen und noch im Juli dieses Jahres hatte er die ehrenamtliche Präsidentschaft des Instituts für Auslandsbeziehungen übernommen.

(Quelle: DOSB)

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