Thiel, Brechtken und Weiss neue DOSB-Ehrenmitglieder

03.12.2016

Die DOSB-Mitgliederversammlung hat heute drei aus ihren Ämtern geschiedene Verbandsrepräsentanten zu neuen Ehrenmitglieder des DOSB ernannt.

Rainer Brechtken(li.) und Ingo Weiss (re.) nehmen die Urkunden über die Ehrenmitgliedschaft aus den Händen von DOSB-Präsident Alfons Hörmann entgegen. Foto: DOSB / Robert Schlesinger

Die vor kurzem nicht wieder kandidierende Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), Christa Thiel, der ehemalige Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB), Rainer Brechtken, und der ebenfalls ausgeschiedene Vorsitzende der Deutschen Sportjugend (dsj), Ingo Weiss, wurden vom DOSB-Präsidium als Ehrenmitglieder des DOSB vorgeschlagen. Mit ihrer Wahl wird das langjährige Engagement der drei Persönlichkeiten für die Gründung und den Aufbau des DOSB im ersten Jahrzehnt seines Bestehens gewürdigt.

Die persönliche Würdigung für Christa Thiel, die in Magdeburg nicht anwesend sein konnte, wird der DOSB im Januar bei seinem Neujahrsempfang in Frankfurt am Main nachholen.

Thiel, Brechtken und Weiss waren in ihrem Wirken höchst eigenständig und unterschiedlich haben aber doch eines gemeinsam, stellte DOSB-Präsident Alfons Hörmann in seiner Laudatio fest: "Sie haben verantwortliche und verantwortungsvolle Aufgaben für den deutschen Sport und im DOSB übernommen. Alle drei haben auf bemerkenswerte Weise dazu beigetragen, dass unser DOSB als Dachorganisation des deutschen Sports auf sicheren Füßen steht und in eine gesunde und gute Zukunft blicken kann."

Christa Thiel

Christa Thiel wurde im Jahr 1998 vom Tanzsport-Verband für die Frauen-Vollversammlung des DSB vorgeschlagen und zur Vorsitzenden des Bundes-Ausschusses Frauen im Sport gewählt.

Später berief sie der Deutsche Schwimm-Verband in den Vorstand. Zuerst in eine juristische Funktion, aus der sie im November 2000 zur kommissarischen Präsidentin und dann im März 2001 zur Präsidentin gewählt wurde. "15 Jahre lang lenkte sie den großen Verband mit den fünf Disziplinen und dem großen Reservoir an Breiten- und Leistungssportlern, führte ihn durch manche Krise und stellte ihn für die Zukunft auf", hob Hörmann hervor.

Neben dem höchsten Amt im deutschen Schwimmsport übernahm sie seit 2008 auch den Posten der Schatzmeisterin des europäischen Schwimm-Verbandes LEN - als erste Frau in dessen Exekutive.

Von 2010 bis 2014 übernahm Thiel für vier Jahre als Vizepräsidentin im DOSB-Präsidium Verantwortung für den gesamten Leistungssport. Sie setzte sich für die erfolgreiche Zukunft von Frauen im Spitzensport ein. Aber daneben stand für sie vor allem die gezielte Talentförderung ganz oben auf der sportpolitischen Agenda. Sie arbeitete dafür zum Beispiel in der Jury des Nachwuchsförderpreises „Grünes Band“, vor allem aber als Vorsitzende im DOSB-Arbeitskreis „Eliteschulen des Sports“.

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Rainer Brechtken

Der frühere baden-württembergische Landespolitiker Rainer Brechtken war 16 Jahre lang Präsident des Deutschen Turner-Bundes (DTB). Brechtken, eigentlich ein Mittel- und Langstreckenläufer, wurde 1996 zum Vize-Präsident des DTB gewählt. 2000 löste er dann den Oldenburger Professor Jürgen Dieckert im Präsidentenamt ab. "Rainer Brechtken lenkte den Blick stets aus der Turnhalle hinaus auf das größere Ganze", sagte Alfons Hörmann. "Beispielsweise auch als Vertreter des Sports im Rundfunkrat des SWR."

Brechtken gelang dabei vor allem die stetige Verbesserung der Position des Spitzensports im Denken und Handeln des mit knapp fünf Millionen Mitgliedern größten Turnverbandes der Welt. Die Erfolge systematischer Aufbauarbeit, durchaus auch auf ungewöhnlichen Wegen, konnten wir zuletzt in Rio bewundern. Doch weil zum Turnen naturgemäß auch der Abschwung gehört, gab Rainer Brechtken die Verantwortung für künftige Erfolge verantwortungsbewusst in jüngere Hände.

Von 2010 bis 2014 setzte sich Rainer Brechtken zusätzlich als Sprecher der Spitzensportverbände im DOSB für die allgemeinen Belange der Leistungssportförderung ein. "Dort haben wir ihn als wortgewaltigen, die Auseinandersetzung nicht scheuenden, aber immer dem Wohl des manipulationsfreien Sports verpflichteten Mitstreiter erlebt", dankte Hörmann.

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Ingo Weiss

Ingo Weiss hat sich außergewöhnliche Verdienste um den organisierten Sport und das Allgemeinwohl in Deutschland erworben. Das suche seinesgleichen, würdigte Alfons Hörmann den aus Münster stammenden Weiss.

Schon ein Vierteljahrhundert gehört Ingo Weiss dem Präsidium des Deutschen Basketball Bundes an, seit zehn Jahren ist er Präsident. 14 Jahre saß er der Deutschen Sportjugend vor, war dadurch Präsidiumsmitglied im Deutschen Sportbund und anschließend im DOSB. "Doch selbst diese beeindruckenden Zahlen umfassen sein ehrenamtliches Engagement im und für den Sport nur annähernd", sagte Hörmann.

Weitere, auch nur beispielhafte Stichworte sind der Programmbeirat RTL2, das Kuratorium und der Vorstand der Deutschen Schulsportstiftung, das Kuratorium Kriminalprävention, der Vorstand der Deutschen Olympischen Akademie, das Kuratorium der Willibald-Gebhard-Stiftung oder auch seine internationale Arbeit, seit 2010 als Vizepräsident des europäischen Basketball-Verbandes.

"Lassen Sie mich deshalb den dsj-Vorsitzenden Weiss herausgreifen, der dazu beigetragen hat, bestmögliche Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass Kinder und Jugendliche nicht nur aktiv Sport treiben, sondern auch die Bildungspotenziale, die im Sport stecken, für sich nutzen können", lobte der DOSB-Präsident. Das gelte insbesondere auch für bildungsbenachteiligte und geflüchtete Kinder und Jugendliche oder auch junge Menschen, die sich im Sport engagieren wollen. Und das gelte gerade auch für die internationale Austauschzusammenarbeit mit zahlreichen Ländern oder in der olympischen Begegnung der Jugend der Welt.

In der Amtszeit von Ingo Weiss habe die dsj auf einer vertrauensvollen Basis die Federführung für wichtige Themen im DOSB übernommen: die Aktivitäten zur Prävention sexualisierter Gewalt im Sport; zur Dopingprävention; zur Weiterentwicklung der Kooperation zwischen Schule, Jugendhilfe und Verein und zur Stärkung demokratischer Strukturen im und durch Sport. Durch seine Initiative sei auch das Netzwerk „Sport und Politik verein(t) gegen Rechtsextremismus – für Respekt und Achtung und Menschenrechte!“ entstanden, an dem neben DOSB und dsj unter anderem auch das Bundesministerium des Innern sowie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend beteiligt sind.

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Die Ehrenmitgliedschaft kann gemäß der Satzung des DOSB an Persönlichkeiten
vergeben werden, die sich durch die Mitarbeit in Organen und Gremien des DOSB oder seiner Vorgängerorganisationen besondere Verdienste erworben haben.

(Quelle: DOSB)

 
 

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