Der 2. Olympia-Gipfel „Tor zur Vielfalt“ tagte in Berlin

03.06.2015

Frauen aus den verschiedensten Bereichen trafen sich zum ersten Olympiagipfel in Frankfurt, um für die Olympiabewerbung Hamburgs zu werben. Nun stand das zweite Treffen in Berlin an.

Stadionvariante des Olympia-Stadions für die Olympischen Spiele 2024 auf dem Kleinen Grasbrook im Hafen von Hamburg. Foto: picture-alliance

Die Gruppe bestehend aus ehemaligen  Athletinnen, Trainerinnen, Schiedsrichterinnen sowie Frauen aus Sportverbänden, Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Medien, Kultur und Zivilgesellschaft aus ganz Deutschland um Petra Tzschoppe, DOSB-Vizepräsidentin Frauen und Gleichstellung, und Sylvia Schenk, Olympiateilnehmerin 1972 will dazu beitragen, der Bevölkerung Hamburgs und Deutschlands die positiven Aspekte näherzubringen, die eine Olympiabewerbung bieten kann. Die umfassen mehr, als nur das größte Spitzensport-Ereignis zu holen, sondern Innovationen und Modernisierungen im Sport anzukurbeln, die bis in die Gesellschaft hineinwirken können.

Die Gruppe will das Bewusstsein im Sport stärken, dass die auch vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) geforderte Nachhaltigkeit der Bewerbung, basierend auf den drei Säulen Ökologie, Ökonomie sowie gesellschaftliche Verantwortung, in all diesen Feldern nicht nur notwendig ist, sondern auch große Chancen in sich birgt. Chancen zur Veränderung. Vielfalt und Chancengleichheit dürfen nicht nur Worte sein, sondern sollen gelebt werden.

Frauen sollen auf allen Ebenen beteiligt werden

Dabei gibt es noch Nachholbedarf im Sport, ganz speziell bei den Frauen, die im und vom Sport generell noch immer zu wenig beachtet sind, vor allem an exponierten Stellen. Die sind immer noch weitgehend männlich besetzt. Das heißt, es muss es selbstverständlich werden, Mädchen und Frauen im Sport zu respektieren, wertzuschätzen und sie vor allem auf allen Ebenen zu beteiligen, also unter anderem auch in Führungspositionen, in hochrangigen Gremien, in Kommis-sionen sowie im Trainings- und Schiedsrichterbetrieb. Dies kann dem Sport und der Gesellschaft neue Potenziale erschließen.

Zudem braucht eine Olympiabewerbung die Unterstützung und Zustimmung aller Bevölkerungsgruppen, wenn sie erfolgreich sein will. Frauen zum Beispiel machen nicht nur mehr als 50 Prozent der Bevölkerung, sondern ja auch mehr als 50 Prozent der Entscheider über das Referendum in Hamburg aus. 

Verbesserungen in den Themen Vielfalt und Chancengleichheit

Nachdem im ersten Olympiagipfel die Erklärung „Tor zur Vielfalt“ mit der inhaltlichen Ausrichtung entstanden war, stand bei der zweiten Veranstaltung am 30. Mai in Berlin die Planung von konkreten Aktionen zur Unterstützung der Bewerbung vor dem Referendum in Hamburg am 29. November im Mittelpunkt.

DOSB-Präsident Alfons Hörmann, der schon den ersten Gipfel besucht hatte, zeigte sich in Berlin in Anwesenheit von Dr. Nikolas Hill, Geschäftsführer der noch zu gründenden Bewerbungs-GmbH, von der Initiative der Frauen und der Vielschichtigkeit der Ideen beeindruckt und dankte der Runde für ihr Engagement: „In Männerkreisen gibt es so etwas national im Sport bisher nicht“, sagte er.

Das mag am mangelnden Nachholbedarf liegen. Konkret wird die Initiative „Tor zur Vielfalt“ Verbesserungen in den Themen Vielfalt und Chancengleichheit anstreben, indem sie unter anderem bereits etablierte Frauen in Sportfunktionen besser vernetzt sowie weitere Expertinnen identifiziert und für die entscheidenden Stellen anbietet.

Sie will die Stakeholder-Beteiligung an der Bewerbung um entsprechende (Frauen)-Organisationen erweitern, die dem Anspruch der Vielfalt gerecht werden und dadurch eben Bevölkerungsgruppen wie Frauen, aber auch Kinder- und Jugendliche stärker mit einbeziehen. Sie wird für ihr Anliegen viele Möglichkeiten nutzen, zum Beispiel Veranstaltungen, Publikationen, runde Tische oder die Mitwirkung in Gremien; sie will die Prinzipien der Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen stärker ins Bewusstsein aller Agierenden im Sport rücken. In diesem Sinne wurde das Versprechen des DOSB-Präsidenten gerne gehört: „Uns ist klar, dass wir die Gremien mit entsprechender Prozentzahl von Frauen besetzen werden, sie sollte zwischen 30 und 50 Prozent liegen“, sagte Hörmann.

Warum sind Olympische Spiele gut für Hamburg?

In Berlin wurde auch über die übergreifende Strategie der Bewerbung diskutiert, die letztlich noch erarbeitet werden muss. Die entscheidenden Fragen sind zwar gestellt: Warum sind Olympische Spiele gut für Hamburg und Deutschland? Wie soll 2024 das moderne Deutschland in seiner ganzen Vielfalt dargestellt werden? Und: An was sollen sich die Menschen 2035 erinnern?

Die Antworten können (neben klaren Aussagen über die Finanzierung der Bewerbung, der Spiele und deren Auswirkungen auf Stadt, das ganze Land und die Bevölkerung) die Grundlage sein, um die Menschen mitzunehmen, und zwar alle und nicht nur die, die dem Sport nahestehen.

(Quelle: DOSB-Presse, Ausgabe 23/Ulrike Spitz)


 
 

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