EU-Falls Festival zeigt Möglichkeiten der Sturzprävention auf

22.03.2016

Das EU Falls Festival hat Ende Februar Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Politik und Praxis zum Thema Sturzprävention in Bologna (Italien) zusammengeführt.

Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter (li.) demonstriert an der Universität Kassel ein Balance-Trainingsgerät. Mit einer Studie soll herausgefunden werden, welches Training ältere Menschen am besten vor Stürzen schützt. Foto: picture-alliance

Dort diskutierten die Teilnehmer aus aller Welt über Handlungsoptionen, Präventionsansätze und Optionen im Themenfeld.

Mit vier bis fünf Millionen Stürzen und Kosten von ca. zwei Milliarden Euro für Rehabilitation oder mögliche Pflegebedürftigkeit der Betroffenen pro Jahr allein in Deutschland, ist die Sturzprävention ein gesellschaftlich und sozioökonomisch wichtiges Thema. Dass nicht nur die Bundesrepublik mit Blick auf solche Zahlen vor großen Herausforderungen steht, zeigte die Konferenz in Bologna. Vertreter aus ganz Europa, Kanada, Brasilien oder Australien stellten im Rahmen des EU Falls Festivals ihre Projekte, Strategien und Forschungsergebnisse vor.

Wie unterschiedlich die Ansätze in diesem Thema schon innerhalb Europas sind, zeigte der Vortrag der Schottin Ann Murray, die als Managerin des nationalen Sturzpräventionsprogramms aufzeigte, wie eng das Thema in ihrem Land an die nationale Gesundheitsförderung angebunden ist. Die Kooperationsbereitschaft der nationalen Gesundheitsbehörden beim Thema Sturzprävention kann dabei als Vorbild für andere Länder dienen.

Doch vor allem ein Element der Sturzprävention wurde bei allen Vorträgen immer wieder herausgestellt: die Wichtigkeit von Bewegung! Allerdings wurde auch deutlich, dass ein Bewegungsprogramm in ein Maßnahmenpaket eingebettet sein muss, um einen langfristigen Erfolg zu erzielen. Zu einem solchen Maßnahmenpaket gehören unter anderem die regelmäßige Überprüfung der Medikamentendosierung sowie die Testung von Seh- und Hörfähigkeit.

Vor allem ab 60-jährige kommt immer häufiger das „LIFE“ Programm zum Einsatz, bei dem Menschen, die sturzgefährdet sind, lernen, ihre Alltagstätigkeiten gezielt als Trainingsmöglichkeit für mehr Kraft und Balance zu verstehen. Das Programm wurde in Australien entwickelt und wird dort seit Jahren erfolgreich umgesetzt.

Auch in anderen Ländern beschäftigen sich aktuelle Forschungsprojekte intensiv mit der Verhinderung von Stürzen. Unter anderem steht dabei die Möglichkeit im Fokus, diese präzise und zeitnah mit technischer Unterstützung, z.B. von speziellen Uhren, vorhersagen zu können.

Auch die Politik auf EU Ebene hat schon seit geraumer Zeit die Wichtigkeit des Themas Sturzprävention erkannt und fördert Projekte wie „Profound“ und „E-No-Falls“ zur Erforschung von Best-Practice Beispielen. Alojz Peterle, slowenischer Vertreter und Mitglied des EU-Parlaments, bekräftigte in seinem Vortrag noch einmal das große Interesse der Politik auch weiterhin an der Lösung dieser gesellschaftlichen Herausforderung intensiv zu arbeiten und versprach, seine Kollegen aus den anderen Mitgliedsstaaten auch zukünftig zur aktiven Mitarbeit, auch in ihren Heimatländern, aufzufordern.

Der DOSB ist auf nationaler Ebene schon seit Jahren, als Gründungsmitglied der Bundesinitiative Sturzprävention tätig. Diese besteht aktuell aus über dreißig Vertretern aus Sport, Wissenschaft, Krankenkassen und Praxis und hat sich als Hauptaufgabe gesetzt, die Umsetzung von ambulanten Sturzpräventionsgruppen zu fördern. Auch der Deutsche Turner-Bund sowie einige Landessportbünde arbeiten bereits aktiv an diesem Thema, um neue Programme zu etablieren und somit Stürze zu verhindern. Es ist bereits gelungen, dieses Thema auch im Präventionsleitfaden der gesetzlichen Krankenkassen zu platzieren.

Dass nur das gemeinsame Bemühen aller beteiligten Akteure das Ziel näher rücken lässt zeigen die Best-Practice Beispiele aus aller Welt, die auf dem EU Falls Festival in Bologna vorgestellt wurden. An diese Erfolge gilt es anzuknüpfen, um die Herausforderungen des demografischen Wandels zukünftig meistern zu können.

(Quelle: DOSB)


 
 

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