Bach: Wir erleben ganz außergewöhnliche Spiele

DOSB-Präsident und IOC-Vizepräsident Thomas Bach (re.) hat nach der ersten Woche der Olympischen Spiele in London eine durchweg positive Zwischenbilanz gezogen.

Bach und Vesper ziehen eine positive Zwischenbilanz von den Olympischen Sommerspielen in London. Foto: picture-alliance
Bach und Vesper ziehen eine positive Zwischenbilanz von den Olympischen Sommerspielen in London. Foto: picture-alliance

"Man kann nach diesen ersten Tagen aus IOC-Sicht wirklich glücklich sein. Wir erleben hier ganz außergewöhnliche Spiele", sagte Bach während einer Pressekonferenz am Samstag im Deutschen Haus. Er sei rundum glücklich und zufrieden: "Was will man mehr von Olympischen Spielen?"

Es sei "begeisternd", in den Stadien zu sein: "Egal, wo man hinkommt, rockt das Haus." Er lobte die britischen Fans für ihre Fairness. Die "ursprüngliche Sportbegeisterung" könne man überall spüren, sie sei ansteckend.

"Es kommt dazu, dass die Hallen und Stadien sehr gut gefüllt sind. Bisher gab es 4,5 Millionen Livezuschauer, die TV-Quoten sind hervorragend und übertreffen alles bisher Dagewesene. Organisatorisch läuft es auch hervorragend", ergänzte Bach: "Es läuft rund."

Ein ähnlich positives Zwischenfazit zog der deutsche Chef de Mission Michael Vesper. Nach 113 von 302 Entscheidungen habe es insgesamt 20 Medaillen und 43 Finalplatzierungen gegeben: "Das zeigt, dass wir breit aufgestellt sind. Das ist ein Markenzeichen des deutschen Spitzensport."

Vesper verwies auf "herausragende Leistungen", aber auch "kleine und größere Enttäuschung, insbesondere, wenn man sich das Beckenschwimmen anschaut". Auch beim Schießen und Fechten seien die Erwartungen nicht erfüllt worden.

Für ein abschließendes Fazit, so Vesper, sei es aber zu früh. "Es verbietet sich, über Konsequenzen zu spekulieren. Das werden wir mit den Verbänden nach den Spielen klären. Nach der Analyse, die wir sehr schnell erstellen werden, werden wir die Weichen für die nächsten Spiele stellen", sagte Vesper.

 Auch DOSB-Leistungssportdirektor Bernhard Schwank verdeutlichte, dass man "sehr genau und sehr intensiv" mit Verbänden und Verantwortlichen analysieren werde. Mit Blick auf das Schwimmlager, das vor dem letzten Wettkampftag keine einzige Medaille geholt hatte, sagte Schwank: "Dort müssen an irgendeiner Stelle der Vorbereitung oder auch im Wettkampfverlauf Dinge passiert sein, die dazu geführt haben, dass es diese Leistungen gegeben hat."

Bach hob erneut hervor, dass "nach den Spielen die Leistungssportförderung auf den Prüfstand" komme: "Es bleibt dabei, dass wir das sorgfältig abwägen."

Bach brachte zudem seine Zufriedenheit über den Stand im Kampf gegen Doping zum Ausdruck. Es liege ein klarer Fokus auf Zielkontrollen, was dazu geführt habe, dass "viele Athleten gar nicht erst nach London gekommen sind", sagte der Vorsitzende der IOC-Disziplinarkommission, die die Dopingverfahren in London durchführt. "Die Fälle, die ich bisher in der Diszipkommission hatte, stammen alle aus dem Vorfeld der Spiele. Offensichtlich sind die Zielkontrollen sehr wirksam, und ich denke, sie haben ihre abschreckende Wirkung nicht verfehlt."

(Quelle: SID)


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