Der 36. Berlin-Marathon im Zeichen des Mauerfalls vor 20 Jahren

Deutschlands größte Marathonlauf-Veranstaltung, der 36. real,-Berlin-Marathon, am Sonntag, dem 20. September 2009, steht unter dem Motto „20 Jahre grenzenlos laufen“.

40.923 Menschen sind beim Berlin Marathon am Start. Copyright: picture-alliance
40.923 Menschen sind beim Berlin Marathon am Start. Copyright: picture-alliance

An vier markanten Punkten auf der Wegstrecke durch die Hauptstadt über genau 42,195 km wird 20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 an die „Demarkationslinie“ erinnert, die den Westteil vom Osten seit dem Bau der Mauer am 13. August 1961 (fast) unüberwindbar trennte. Der Berlin-Marathon, der von Europas größtem Laufveranstalter SCC Running organisiert wird, steht unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin und findet wegen der Bundestagswahlen eine Woche früher wie sonst üblich statt.

Rein sportlich gesehen steht das Duell der beiden derzeit schnellsten Läufer der Welt im Blickpunkt: Der äthiopische Ausnahmeathlet Haile Gebrselassie möchte bei seiner vierten Teilnahme in Berlin seinen eigenen Weltrekord aus dem letzten Jahr (2:03:59 Stunden) brechen. Bereits in den Jahren 2007 und 2008 ist er in Berlin auf dem flachen und schnellen Rundkurs mit Start und Ziel auf der Straße des 17. Juni in der Nähe des Brandenburger Tores jeweils Weltrekord gelaufen. In diesem Jahr sieht er sich jedoch mit einem hochkarätigen Konkurrenten konfrontiert: Der Kenianer Duncan Kibet gewann im April dieses Jahres den Marathon in Rotterdam mit 2:04:27 Stunden - die zweitschnellste Zeit, die jemals ein Mensch über diese Distanz gelaufen ist. Für tolle Spannung ist also gesorgt beim Duell der Nummer eins gegen die Nummer zwei der Welt.

Und für tolle Stimmung auf der Strecke sorgen schließlich nicht nur über hundert Bands mit den unterschiedlichsten Musikstilrichtungen von Jazz bis Trommelwirbel. Der Berlin-Marathon lebt atmosphärisch wesentlich von dem unaufhörlichen Wechselspiel der applaudierenden Zuschauer und den vorbeilaufenden Massen, für die das Laufspektakel auch „beiläufig“ eine Sight-Seeing-Tour per pedes ist - zumal die meisten noch rund zwei Stunden vor sich haben, wenn die ersten Männer im Ziel sind. Insgesamt 40.923 angemeldete Läuferinnen und Läufer aus 122 Ländern bilden zusammen mit den 36 Rollifahrern und 169 Handbikern ein spontanes temporäres Menschen-Kunstwerk, das gleichermaßen beweglich und bewegend ist. Seit Jahren ist die Nachfrage nach Startplätzen so groß, dass der Berlin-Marathon schon Monate vorher ausgebucht ist. Das war im Geburtsjahr 1974 so noch nicht der Fall, als unter der Leitung seines „Erfinders“ und langjährigem Renn-Direktor Horst Milde „nur“ 268 Männer und Frauen erstmals an den Start über zwei Runden durch den Grunewald gingen. Einer von damals ist auch heute ohne „Fehlstart“ dabei - der mittlerweile 62-jährige Berliner Bernd Hübner will am 20. September gegen Mittag zum 36. Male finishen.

Bereits einen Tag vor dem Lauf gehen 7.612 Skater und Skaterinnen an den Start über die Marathondistanz. Beim sogenannten Mini-Marathon für Schulen über die Zehntel-Distanz sind ca. 10.000 Schülerinnen und Schüler in Teams unterwegs aus ganz Deutschland und benachbarten Ländern. Und beim traditionellen Frühstückslauf vom Schloss Charlottenburg ins Olympiastadion werden ca. 11.000 Aktive erwartet; ein Skating Kids-Cup und ein Bambinilauf für die Jüngsten gehören ebenfalls zum sportlichen Programm, während von Donnerstag bis Samstag die Besucher-Messe „Berlin Vital“ alle Gäste und Interessierte einlädt zum Rundgang durch die Hangars auf dem stillgelegten Gelände des Flughafens Tempelhof. Eröffnet wird die Berliner Marathonwoche wie in den Vorjahren mit dem nunmehr 21. Literatur-Marathon bereits am Sonntag, 13. September (17.00 Uhr, Kunstfabrik „Schlot“), bei dem diesmal Olympiasieger Dieter Baumann (Tübingen) und Oscar-Preisträger Volker Schlöndorff (Potsdam) aus ihren neuesten „Laufwerken“ vortragen.


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