Ein besonderes Ereignis

Jörg Stratmann, Chefredakteur der DOSB-Publikationen, über die Wahl von Thomas Bach zum 9. Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees.

IOC-Mitglieder applaudieren für Thomas Bach nach der Wahl zum IOC-Präsidenten. Foto: IOC Media
IOC-Mitglieder applaudieren für Thomas Bach nach der Wahl zum IOC-Präsidenten. Foto: IOC Media

Erstmals ist ein Deutscher ins höchste Amt des Weltsports gewählt worden. Die 125. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees hat Thomas Bach zum neunten Präsidenten der wichtigsten Sportorganisation gewählt. Das ist in mehrfacher Hinsicht ein besonderes und beeindruckendes Ereignis.

Zunächst einmal hat der erfolgreiche Kandidat ganz persönlich jede Anerkennung verdient. Bach ist zwar nicht der erste Athlet und Olympiateilnehmer in dieser Position, aber der erste, der auch als Sportler den höchsten olympischen Lorbeer erfocht. Die Zielstrebigkeit und Beharrlichkeit, aber auch das Einfühlungsvermögen in sein Gegenüber haben dem Olympiasieger im Fechten von 1976 auch in der zweiten sportlichen Karriere geholfen.

Thomas Bach steht zuallererst dafür, Olympische Spiele und die Idee des weltgrößten Sportereignisses für diejenigen zu erhalten, die im Zentrum stehen: die Athletinnen und Athleten. Was er zudem in mehr als 15 Jahren in verantwortlicher Arbeit auf den verschiedensten Feldern im IOC geleistet hat, genießt das volle Vertrauen seiner Kolleginnen und Kollegen. Jedenfalls ist die Mehrheit der Mitglieder, die in nun bereits im zweiten Wahlgang der Session in Buenos Aires ins Amt hoben, imposant.

Dass Bach zudem den Rückhalt des deutschen Sports hat, zeigen nicht nur seine Kolleginnen und Kollegen im Präsidium des DOSB. Auch unter den Mitgliedsorganisationen des Dachverbandes herrscht die Meinung, dass es gerade das Verdienst des Gründungspräsidenten Bach ist, in nunmehr sieben Jahren an der Spitze des DOSB die Vorgängerorganisationen DSB und NOK erfolgreich zusammengeführt und den Deutschen Olympischen Sportbund zu der Stimme des Sports in Deutschland entwickelt zu haben.

Dass in vielen Glückwunschen auch der Stolz darüber mitschwingt, dass ein Deutscher eine so breite Basis des Vertrauens im Weltsport aufbauen konnte, ist verständlich. Allein diese Tatsache ist bedeutsam. Die Hoffnungen, die mancher damit zugleich für die künftige Entwicklung des Sports hierzulande verbindet, sind dagegen übertrieben. Denn selbstverständlich gilt für die Arbeit des neuen IOC-Präsidenten die Gesamtsicht. Und doch profitierte natürlich auch der deutsche Sport davon, wenn Bach seine olympischen Ideen und Projekte umsetzt.

Schon  die unmittelbaren Auswirkungen der Wahl sind beträchtlich. Der DOSB sucht nun eine neue Führung. Wer auch immer das Präsidenten-Amt einnehmen wird – die Basis für die künftige Arbeit ist stabil; der DOSB ist allseits anerkannter Partner in unserer Gesellschaft. Das ist Bachs Verdienst.


  • IOC-Mitglieder applaudieren für Thomas Bach nach der Wahl zum IOC-Präsidenten. Foto: IOC Media
    IOC-Mitglieder applaudieren für Thomas Bach nach der Wahl zum IOC-Präsidenten. Foto: IOC Media