EOC EU-Büro organisierte Konferenz Sport und Regionalpolitik

Sport soll in die nächsten Strukturfondsverordnungen integriert werden: Das war das wichtigste Ergebnis der Konferenz „Sport- und Regionalpolitik“.

Projektbeispiele aus Spanien, Finnland und Polen wurden auf der Konferenz präsentiert. Foto: picture-alliance
Projektbeispiele aus Spanien, Finnland und Polen wurden auf der Konferenz präsentiert. Foto: picture-alliance

Die Konferenz, die am 24. Mai vom EOC EU-Büro und dem Ausschuss der Regionen in Brüssel organisiert wurde, brachte rund 170 Vertreter lokaler und regionaler Behörden, der Sportbewegung sowie Entscheidungsträger aus den EU-Institutionen zusammen. Die Präsentation von Projektbeispielen aus Spanien, Finnland und Polen brachte deutlich zum Ausdruck, dass sportbezogene Projekte zur regionalen Entwicklung lokaler und regionaler Gebietskörperschaften einen wesentlichen Beitrag leisten und zur Erreichung der Ziele der EU-Strategie 2020 für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum beitragen können.

Rodriguez Jimenez, Minister für Sport und Jugend der spanischen Region Extremadura, stellte das Projekt „El Anillo“, ein internationales Zentrum für Outdoorsport, vor. Danny Silva, Projekt Manager, präsentierte das Snowpolis Projekt, ein Zentrum für innovative Wintersporttechnologien in der Region Kainu in Finnland. Piotr Jaworski vom polnischen Olympischen Komitee erläuterte, wie EU-finanzierte Sportinfrastrukturen in Polen zur regionalen Entwicklung und Beschäftigung sowie zur Stärkung des lokalen Zusammenhalts beigetragen haben.

Mercedes Bresso, Präsidentin des Ausschusses der Regionen, hatte einleitend die Bedeutung der Thematik unterstrichen. Nach Aussage von Bresso können sportbezogene Projekte wie etwa Sportstätten einen wichtigen Beitrag zur Regionalentwicklung leisten und sollten daher im Rahmen der Strukturfonds förderfähig sein.

Christian Helmenstein, Geschäftsführender Direktor der Sport Econ Österreich, argumentierte, dass große Sportereignisse wie die Fußball Europameisterschaft 2008 erheblichen wirtschafts- und beschäftigungspolitischen Nutzen erbringen. In diesem Zusammenhang seien insbesondere Investitionen in ergänzende Infrastrukturen wie der Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel oder mit dem Sport verbundene Dienstleistungen ein wichtiger Motor für wirtschaftliches Wachstum. Ein weiteres Beispiel seien die Themen Sport und Tourismus. Helmenstein fasste zusammen: „Sport bietet ein enormes Potenzial für Innovationen.“

Octavian Morariu, Präsident des Rumänischen Olympischen Komitees, berichtete über den Beitrag des Sports zur wirtschaftlichen Entwicklung in Rumänien. Morariu konzentrierte sich auf das Beispiel des Europäischen Jugendfestivals, das im Jahr 2013 in Brasov organisiert wird. Er wies darauf hin, dass in dieser Region EU-Mittel aus den Strukturfonds für den Bau neuer Sportstätten genutzt werden. Morariu betonte, dass Wichtigste sei die Nachhaltigkeit der Finanzierung. Man erhoffe sich einen nachhaltigen Mehrwert für den Wintersport, Tourismus und damit verbundene Dienstleistungen sowie substantielle ökonomische Effekte für die Region.

Sophie Auconie, Mitglied des Europäischen Parlaments, forderte die Europäische Kommission dazu auf, den Sport in die nächsten Strukturfondsverordnungen aufzunehmen und sagte die Unterstützung des Europäischen Parlaments zu.

John Walsh, stellvertretender Leiter der Abteilung „Thematische Koordinierung und Innovation“ in der Generaldirektion Regionalpolitik der Europäischen Kommission, machte deutlich, dass der Sport definitiv eine Rolle bei der Erreichung der Ziele der Europa 2020 Strategie spielen könne. Innovative sportbezogene Projekte hätten auch in Zukunft gute Chancen auf Förderung durch die Strukturfonds.

Folker Hellmund, Leiter des EOC EU-Büros, machte darauf aufmerksam, dass das hohe Potenzial des Sports für die wirtschaftliche Entwicklung in lokalen und ländlichen Gebieten nur genutzt werden könne, wenn die Verwaltungsbehörden in den Mitgliedsstaaten Sicherheit über die Förderfähigkeit von Sportprojekten hätten.

Voraussichtlich Mitte Oktober wird die Europäische Kommission ihre Vorschläge für die kommenden Strukturfondsverordnungen vorlegen.


  • Projektbeispiele aus Spanien, Finnland und Polen wurden auf der Konferenz präsentiert. Foto: picture-alliance
    Projektbeispiele aus Spanien, Finnland und Polen wurden auf der Konferenz präsentiert. Foto: picture-alliance