EU-Konferenz: Besserer Kinderschutz im Sport in Europa

Unter dem Titel „Safer, better, stronger! Prevention of Sexual Harassment and Abuse in sports” fand am 20./21. November in Berlin die EU-Konferenz zum Kinderschutz im Sport statt.

Kinder sollen europaweit besser vor Missbrauch geschützt werden, auch im Sport. Foto: picture-alliance
Kinder sollen europaweit besser vor Missbrauch geschützt werden, auch im Sport. Foto: picture-alliance

Wie handelt der Sportverband im Nachbarland, um Kinder vor Missbrauch zu schützen? Sind die Briten wirklich die Vorreiter in Sachen Initiativen zur Prävention sexualisierter Gewalt? Verhindern kulturelle Unterschiede, dass anscheinend erfolgreiche Initiativen aus einem Land ins andere zu übertragen sind?

Die Deutsche Sportjugend (dsj), mehrere europäische Sportverbände und andere Kinderschutzorganisationen haben sich zu einer EU-geförderten Initiative zur Prävention sexualisierter Gewalt zusammengeschlossen und präsentierten während der Konferenz den Katalog der 19 Präventionsinitiativen aus Europa und andern Ländern. Dieser Katalog ist online verfügbar unter Opens external link in new windowwww.dsj.de/kinderschutz  oder Opens external link in new windowwww.dsj.de/childprotection.

Mit einem mutigen Bericht über traumatisierende Missbrauchserfahrungen appellierte Karen Leach, ehemalige Schwimmerin aus Irland an die rund 100 Konferenzteilnehmer/-innen und Vertreter/-innen von Sportverbänden und Politik aus 25 Ländern, alle Anstrengungen zu unternehmen, Kinder vor Missbrauch in den eigenen Strukturen zu schützen. Sie sind  aufgerufen, in ihren Ländern und Strukturen zu sensibilisieren und Präventionsinitiativen weiterzuentwickeln. 11 Wissenschaftler/-innen aus verschiedenen europäischen Ländern berieten die Mitglieder des Netzwerkes von Sportverbänden seit Projektstart im Januar 2012 und lieferten mit weiteren Referenten die Beiträge zur Berliner Abschlusskonferenz. „Ich finde es wichtig, dass die dsj sich auf europäischer Ebene vernetzt und Impulse für die Weiterentwicklung des Kinderschutzes im deutschen Sport aufnimmt und Anregungen weitergibt“, so der dsj-Vorsitzende Ingo Weiss zum Abschluss des EU-Projekts.

Ein Mitglied der Wissenschaftlergruppe ist Kari Fasting, Professorin an der Norwegischen Hochschule für Sportwissenschaften in Oslo/Norwegen. Sie betreibt seit Jahren umfangreiche Forschungsarbeiten in den Bereichen Gender Studies und sexualisierte Gewalt im Sport und ist eine international renommierte Autorin. Die ehemalige Leichtathletin sagte: „Kinderschutz im Sport ist so wichtig, weil Kindesmissbrauch Leben zerstören kann und wir wissen aus Umfragen, dass Missbrauch auch in diesem Bereich existiert. Sport kann doch auf so positive Weise die Entfaltung und Entwicklung von Kinder fördern, deshalb muss jeder im Sportsektor Aktive sein Bestes tun, um ein gesundes Umfeld zu schaffen,“ Weiter sagte sie: „Ich beobachte die deutschen Initiativen und Kampagnen der Sportverbände der letzten Jahre und kann ohne Zweifel Fortschritte in der Präventionsarbeit sehen.“

Die Sport Unit der Europäischen Kommission fördert das dsj-Projekt „Prevention of sexualized violence in Sports – Impulses for an open, secure and sound sporting environment in Europe” mit einer Laufzeit von 15 Monaten.

(Quelle: dsj)


  • Kinder sollen europaweit besser vor Missbrauch geschützt werden, auch im Sport. Foto: picture-alliance
    Kinder sollen europaweit besser vor Missbrauch geschützt werden, auch im Sport. Foto: picture-alliance
  • Karin Fasting (mitte) ist Mitglied der internationalen Wissenschaftlergruppe, die die Autoren des bei der Konferenz vorgestellten Präventionskataloges sind. Foto: dsj
    Karin Fasting (mitte) ist Mitglied der internationalen Wissenschaftlergruppe, die die Autoren des bei der Konferenz vorgestellten Präventionskataloges sind. Foto: dsj