Nachhaltigkeit im Kanusport

Der Deutsche Kanu-Verband (DKV) hat einen Leitfaden für die praxisgerechte Umsetzung von Nachhaltigkeit im Sportverband und im eigenen Verhalten veröffentlicht.

Kajakfahrer Olaf Obsommer auf seiner nachhaltigen Bike-Boat-Tour; Foto: Jens Klatt
Kajakfahrer Olaf Obsommer auf seiner nachhaltigen Bike-Boat-Tour; Foto: Jens Klatt

"Die aktuellen Diskussionen zum Klimaschutz und die sich immer deutlicher abzeichnenden weltweiten sozialen Verwerfungen berühren auch den Kanusport", heißt es in einer Mitteilung des DKV. Deshalb stelle sich der Verband der Diskussion, ob Kanusport noch als nachhaltig zu bewerten ist. Denn heute müssten die Rahmenbedingungen für den Kanusport der Zukunft gestaltet werden. Im Deutschen Kanu-Verband sei man sich bewusst, dass es kein konkretes Handlungsschema für nachhaltiges Handeln gibt. Die Vielfalt des Kanusports schließe einfache Rezepte aus.

Aus diesem Grunde wird auf die Verabschiedung konkreter einzelner Tätigkeiten verzichtet. Vielmehr sollen alle Mitglieder im DKV motiviert werden, die Verantwortung ihres Handelns als Kanusportler zu erkennen und das gesamte Verhalten am Prinzip der Nachhaltigkeit auszurichten.

Der Verband setzt auf die Eigenverantwortung und Einsicht der Menschen, die "mit einem geschärften Bewusstsein und freiwillig veränderten Verhalten langfristig den gewünschten Effekt bringt".

10 Punkte für Nachhaltigkeit im Kanusport

  1. Der Deutsche Kanu-Verband bekräftigt seine Verantwortung zum nachhaltigen Handeln. Alle Handlungen und Aktivitäten im DKV werden sich an ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten orientieren. Ein besonderes Augenmerk werden klimaschädliche Auswirkungen des Kanusports erhalten. Diese gilt es zukünftig gleichermaßen im Leistungs- und Freizeitsport zu minimieren.
  2. Können klimaschädliche Emissionen nicht vermieden werden, setzen sich die Teilnehmer an Veranstaltungen des DKV für eine Kompensation ein. Zur Unterstützung wird der DKV seinen bereits vorhandenen Ausgleichsfonds verwenden
  3. Für eine zügige Anpassung an nachhaltige Handlungsweisen entwickelt der DKV Handlungsempfehlungen für vielfältige Handlungsebenen.
  4. Nachhaltiges Handeln wird zukünftig in den unterschiedlichen Regelwerken verankert. Hierzu werden alle Regelwerke im DKV überprüft und den Erfordernissen angepasst. 
  5. Im Bereich der Ausbildung wird das Thema Nachhaltigkeit im Kontext mit dem Themenfeld „Umwelt“ verbindlicher Ausbildungsinhalt. Dazu werden die Rahmenrichtlinien Ausbildung überarbeitet. 
  6. Alle Veranstaltungen, die nach den Wettkampfregeln des DKV durchgeführt werden oder die im DKV-Sportprogramm veröffentlicht sind, werden schrittweise an die Erfordernisse nachhaltigen Handelns angepasst. 
  7. Auszeichnungen für Kanuten oder für Kanu-Vereine werden an Nachhaltigkeitsanforderungen angepasst. Auch hier werden die Vergaberichtlinien überarbeitet. 
  8. Damit das Thema Nachhaltigkeit ein dauerhaftes Thema bleibt, enthält jeder Jahresbericht eines ehren- oder hauptamtlich Mitarbeitenden im Bundesverband den Berichtspunkt „Nachhaltigkeit“, in dem aufgeführt wird, welche Maßnahmen zur Nachhaltigkeit ergriffen wurden. 
  9. Um Nachhaltigkeit im Kanusport mehr Bedeutung zu verschaffen, werden auch die Landes-Kanu-Verbände dafür eintreten, das Thema Nachhaltigkeit im Kanusport durch vielfache Aktivitäten weiter zu entwickeln. 
  10. Die Kanu-Vereine gestalten und bewirtschaften ihre Bootshäuser und das dazugehörige Gelände den Anforderungen an Nachhaltigkeit entsprechend. Kleine Maßnahmen und große Schritte haben hier den gleichen Stellenwert.

(Quelle: DKV)


  • Kajakfahrer Olaf Obsommer auf seiner nachhaltigen Bike-Boat-Tour; Foto: Jens Klatt
    Kajakfahrer Olaf Obsommer auf seiner nachhaltigen Bike-Boat-Tour; Foto: Jens Klatt