Selbstverständlich miteinander turnen

Das Resultat kann sich sehen lassen: Das Kooperationsprojekt „Kinderturnen inklusiv“ hat das Potenzial, wohnortnahe Sportangebote für alle Kinder zu etablieren.

Im inklusiven Sport kann gleichberechtigter Umgang der Kinder untereinander gefördert werden. Foto DTJ/DBSJ
Im inklusiven Sport kann gleichberechtigter Umgang der Kinder untereinander gefördert werden. Foto DTJ/DBSJ

Zu diesem Schluss kommt das Forschungsinstitut für Inklusion durch Bewegung und Sport (FIBS), das mit der Evaluation des gemeinsamen Projekts von Deutscher Turnerjugend und Deutscher Behindertensportjugend beauftragt worden war. Gefördert wurde das Projekt von der Aktion Mensch, die Evaluation wurde durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Förderprogramms ZI:EL „Zukunftsinvestitionen: Entwicklung jungen Engagements im Sport“ der Deutschen Sportjugend unterstützt.

Ziel der rund zweijährigen Evaluation war eine Wirkungsanalyse des Projektes mittels einer wissenschaftlichen Auswertung der vier Pilotschulungen sowie der Erfahrungen der Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die die Fortbildungen im Projekt als gut und nützlich für die praktische Durchführung inklusiver Kinderturn-Gruppen bewerteten. Insgesamt nahmen 81 Übungsleiter, 108 Eltern und 126 Kinder an den Befragungen teil.

Das FIBS kommt zu dem Ergebnis, dass es beim „Kinderturnen inklusiv“ keine unüberwindbaren Hürden gäbe, mit denen sich die Übungsleiterinnen und Übungsleiter auseinanderzusetzen hätten. Eine intensive Elternarbeit mit einem Schwerpunkt auf die Sensibilisierung insbesondere der Eltern von Kindern ohne Behinderungen für inklusiven Sport ist nach Meinung der Wissenschaftler besonders wichtig. Dadurch können Berührungsängste abgebaut und somit ein gleichberechtigter Umgang der Kinder untereinander gefördert werden – mit dem Ziel, dass alle Kinder selbstverständlich und gerne miteinander turnen, spielen und üben.

Nahezu alle Kinder gehen gerne zu den Kinderturn-Gruppen und bewerten die Angebote äußerst positiv. Allerdings ist auch ein Ergebnis, das etwa ein Drittel der Kinder ohne Behinderung nicht so gerne mit Kindern mit Behinderung spielt. Dies wird auch auf eine gewisse Unsicherheit zurückgeführt, der mit einer gezielten Elternarbeit durch ein unvoreingenommenes und positives Erziehungsverhalten entgegengewirkt werden kann. So hat das Projekt „Kinderturnen inklusiv“ gemäß der Evaluation des FIBS das Potenzial, wohnortnahe Sportangebote für alle Kinder zu etablieren.

Die Ergebnisse der Evaluation wurden bereits in Ansätzen auf dem Kongress „Wir bewegen ALLE! Vielfalt und Teilhabe im Kinder und Jugendsport erleben.“ in Frankfurt am Main vorgestellt. Der vollständige Abschlussbericht ist online einsehbar.

(Quelle: Deutscher Behindertensportverband)


  • Im inklusiven Sport kann gleichberechtigter Umgang der Kinder untereinander gefördert werden. Foto DTJ/DBSJ
    Im inklusiven Sport kann gleichberechtigter Umgang der Kinder untereinander gefördert werden. Foto DTJ/DBSJ