Statements zur aktuellen Debatte um die Sportförderung

Anlässlich der Diskussion um die Fortführung der Sportförderung hat der DOSB heute folgende Erklärungen veröffentlicht.

Christa Thiel, DOSB-Vizepräsidentin Leistungssport
Christa Thiel, DOSB-Vizepräsidentin Leistungssport

Christa Thiel, DOSB-Vizepräsidentin Leistungssport, erklärt: „Mit großer Verwunderung habe die die heutige Stellungnahme des DTTB zur Kenntnis genommen. Das Thema der Leistungssportförderung und deren Ausrichtung für den nächsten Olympiazyklus ist bereits vor den Olympischen Spielen diskutiert worden, die Gremiensitzungen waren lange anberaumt. Dem Präsidalausschuss und Beirat Leistungssportentwicklung des DOSB, die dem Thema am 13. September eine gemeinsame ganztägige Klausursitzung widmeten, lag weder die Stellungnahme des DTTB vor, noch hat der Sportdirektor des DTTB, der Mitglied des Beirates ist, Änderungswünsche vorgetragen. Alle Beschlüsse wurden auch mit seiner Stimme einstimmig getroffen. Auf dieser Grundlage befasste sich das Präsidium des DOSB am 18. September mit der Zukunft der Leistungssportförderung. Es ist schade und es widerspricht einem fairen Verfahren, seine Vorstellungen bei diesen Gelegenheiten nicht einzubringen.“
 
Rainer Brechtken, Sprecher der Spitzenverbände im DOSB, erklärt: „Ich habe das Papier des DTTB als Sprecher der Spitzenverbände zur Kenntnis genommen. Eine ganze Reihe von Punkten, die hier festgehalten sind, wurden in der letzten Änderung des Fördersystems längst berücksichtigt. Das jetzige System unterscheidet zwischen einer Grundförderung für alle Sportarten und einer Projektförderung, mit der die Verbände in ihren Trainingsmaßnahmen unterstützt werden, die auf sportliche Erfolge ausgerichtet sind. Eine Reihe der vom DTTB genannten Faktoren wie die Anzahl der Athleten und Disziplinen fließen längst in die Berechnung der Grundförderung ein. Unstrittig ist für mich, dass der Spitzensport eine Auswirkung auf das Engagement im Breitensport hat. Obwohl ich als Präsident des Deutschen Turner-Bundes, des größten Breitensportverbandes, durchaus einer gewissen Versuchung unterliegen könnte, kann ich jedoch dem Vorschlag nicht zustimmen, die Förderung an die Zahl der Breitensportler zu koppeln. Das wäre ähnlich, wie wenn man in der Wirtschaft nur den Großbetrieb berücksichtigte und den innovativen Mittelständler vernachlässigen würde. Alle Athleten, die sich dem Leistungssport widmen, haben Anspruch auf Förderung, unabhängig von der Größe ihres Verbandes. Selbstverständlich kann man über die Details der einzelnen Parameter der Berechnungen diskutieren, aber dazu müssten konkrete Vorschläge auf den Tisch gelegt werden. Für mich ist ganz wichtig, dass wir nicht durch eine falsche Diskussion zu einer Entsolidarisierung des Sportsystems kommen.“

In der Frage der Sportförderung hatten am Mittwoch der Deutsche Kanu-Verband (DKV) und der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) Stellung bezogen. Ihre Positionen finden Sie hier:

Deutscher Kanu-Verband: Opens external link in new windowwww.kanu.de

Deutscher Tischtennis-Bund: Opens external link in new windowwww.tischtennis.de

(Quelle: DOSB)


  • Christa Thiel, DOSB-Vizepräsidentin Leistungssport
    Christa Thiel, DOSB-Vizepräsidentin Leistungssport
  • Rainer Brechtken, DTB-Präsident und Sprecher der Spitzenverbände im DOSB (Foto: picture-alliance/dpa)
    Rainer Brechtken, DTB-Präsident und Sprecher der Spitzenverbände im DOSB (Foto: picture-alliance/dpa)