#unserealpen: Forderungen an die EU-Politik

Die Probleme in den Alpen haben europäische Dimensionen. Unter dem Dach der Kampagne #unserealpen fordern die Alpenvereine deshalb europäische Lösungen.

Die Alpen liegen im Zentrum Europas und werden intensiv genutzt. Foto: DAV/Wolfgang Ehn
Die Alpen liegen im Zentrum Europas und werden intensiv genutzt. Foto: DAV/Wolfgang Ehn

Kein Hochgebirge der Welt ist so stark mit der modernen Zivilisation verwoben wie die Alpen. Sie liegen im Zentrum Europas, umzingelt von Großstädten, und werden in jeder denkbaren Weise intensiv genutzt. Zugleich stehen die Alpen nach wie vor für das Natur-Idyll schlechthin. Ein Widerspruch? Allerdings! Wenn es keine Wende in der Alpenpolitik gibt, steht das ökologische, ökonomische und soziale Gleichgewicht in den Alpen zur Disposition, so der Deutsche Alpenverein in einer Pressemitteilung und stellt gemeinsam mit dem Alpenverein Südtirol und dem österreichischen Alpenverein Forderungen an die Europapolitik.

Die Forderungen:

  • Sanften Tourismus fördern. Das Prinzip "lauter-größer-spektakulärer" darf nicht der Maßstab für Tourismusentwicklung sein. Immer mehr Menschen sehnen sich in ihrer Freizeit nach Naturbelassenheit anstatt einer überzeichneten Alpen-Kulisse. Die Alpenvereine erwarten daher die Bereitschaft, alternative Konzepte anzudenken, zu entwickeln und zu fördern. Sie wollen selbst aktiv mitarbeiten. Ein Beispiel sind etwa die kleinen Bergsteigerdörfer der Alpenvereine, die auf einem nachhaltigen Tourismuskonzept aufbauen. 2019 gibt es bereits 28 Bergsteigerdörfer in den Alpen, die sich zu diesem Zugang bekennen.
  • Ausbaugrenzen festsetzen. Die Schlinge um die letzten naturbelassenen Landschaftsräume der Alpen zieht sich langsam enger – zu stark ist der Druck von Skigebieten, Energietechnik, Verkehr und technischen Anlagen, zu wechselhaft das Interesse der Politik am Naturschutz. Die letzten alpinen Freiräume dürfen nicht weiter verbaut werden, es braucht klare Ausbaugrenzen, die verbindlich eingehalten werden: Das fordern die Alpenvereine auch gemeinsam mit anderen Naturschutzorganisationen wie dem WWF und den Naturfreunden.
  • Alpine Gewässer schützen. Mehr als 375.000 Stimmen sind 2019 bei der öffentlichen EU-Konsultation über die Beibehaltung der Wasserrahmenrichtlinie zusammengekommen. Ein großer Erfolg für die Initiative "Rette unser Wasser", an der auch die Alpenvereine beteiligt sind und die nun die Politik in der Pflicht nimmt. Der umfassende Gewässerschutz ist ein europaweites Anliegen und darf nicht zugunsten wirtschaftlicher Interessen abgeschwächt werden!
  • Verkehrswende einleiten. Die Alpen sind sowohl Tourismushochburg als auch Transitregion. Das Verkehrsaufkommen hat sich in den letzten Jahrzehnten vervielfacht. Bei der Verschiebung des Güterverkehrs auf die Schiene und beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs im ländlichen Raum ist die Europapolitik mehr denn je gefordert.

(Quelle: DAV)


  • Die Alpen liegen im Zentrum Europas und werden intensiv genutzt. Foto: DAV/Wolfgang Ehn
    Zwei Wanderer unterwegs in den Alpen. Foto: DAV/Wolfgang Ehn
  • Infografik zur Kampagne #unserealpen Copyright: DAV
    Infografik zur Kampagne #unserealpen Copyright: DAV